MEURTRIER
Titel: MESSE DE FER
Label: Jawbreaker Records
Spieldauer: 44:10 Minuten
VÖ: 25. September 2026
Achtung, Verwechslungsgefahr! Auch ich habe kurz an die Franzosen Meurtrières gedacht, die 2023 sozusagen eine „Ronde De Nuit“ gedreht haben. Und überzeugt.
MEURTRIER kommen aus dem kanadischen Quebec. Sie haben sich ebenfalls entschieden, sich der französischen Sprache zu befleißigen. Dazu haben sie sich auch noch dem klassischen Heavy Metal der Jahre Quatre-vingt verschrieben. Also, selbst wenn man da einer Verwechslung aufgesessen ist, das ist kein großes Drama. Vielmehr eine große Entdeckung.
Die Eiserne Messe, so die Übersetzung des Albumtitels, die sie hier feiern, ist ein richtiges Fest für jeden Oldschooler, Traditionalisten und Kauz. Sicher haben die fünf Jungs eine Menge guten, alten Stahls gehört. Man könnte ADX nennen, Sortilège oder ihre Landsleute Exciter. Wo ich aber immer wieder dran denken muss, Mercyful Fate und/oder King Diamond. Immer wieder erinnern mich die Gitarren daran. Aber vor allem der exquisite Gesang von Tony Verrault. Der klingt für mich wirklich wie der junge König. Nur die häufigen Ausflüge in die Kopfstimme, die bleiben bis auf ein paar spitze Schreie außen vor. Ich würde mir sogar ein paar mehr davon wünschen.
Aber sonst legen sie einen wirklich gut gespielten Heavy Metal hin. Tolle Riffs, spannende Soli. Intensiv und fesselnd. Eigentlich will ich hier gar keinen Song irgendwie hervorheben. Dafür ist das Level einfach zu gleichmäßig. Gleichmäßig hoch. Vielleicht das rasante ´Fatal Ennemi´, das mir wirklich gut reingeht, obwohl ich ja meist die etwas langsameren Songs präferiere. Das Cover passt übrigens wie die Faust aufs Auge. Das hätte bei mir sowieso ein Coverkauf sein können.
Eine Verwechslung, die mir wirklich viel Freude bereitet hat. Die Truppe könnte ich mir vorstellen, auf einer Tour mit Herzel und Animalize. Ein französischer Abend, scharf wie eine Guillotine und finster wie ein Roman von Jean-Christophe Grangé.
Mario Wolski vergibt 8 von 10 Punkten


