ARCTIC RAIN – UNITY

Arctic Rain - Unity

ARCTIC RAIN

Titel: UNITY

Label: FRONTIERS MUSIC SRL

Spieldauer: 53:29 Minuten

VĂ–: 27. Januar 2023

Auch auf ihrem zweiten Album „Unity“ liegen die Schweden ARCTIC RAIN mit ihrem melodischen, keyboardgeprägtem AOR/Hardrock musikalisch voll auf der Linie ihrer Landsleute H.E.A.T. und ihren Label-Kollegen Eclipse und Crowne.

Damit ist „Unity“ Teil einer aktuellen AOR-Veröffentlichungsoffensive des italienischen Rock/Metal-Label Frontiers Music, das in diesem Bereich gerade auch neue Alben u. a. von Ten, Big City, Issa, Girish And The Chronicles oder eben Crowne herausgebracht hat. NatĂĽrlich könnte man dem Label hier eine gewisse Einseitigkeit ankreiden – oder auch mal einfach den Hut davor ziehen, dass sich Frontiers stilistisch recht klar fokussiert, eben nicht ständig auf andere Trends aufspringt und oft genug weit ĂĽber Niveau abliefert.

Womit wir wieder zu ARCTIC RAIN zurĂĽckkommen. Stilistisch bieten die Schweden auf „Unity“ nichts wirklich Neues, aber sie liefern aber einfach ĂĽberdurchschnittliche eingängige AOR-Songs ohne zu groĂźen Kitschfaktor ab. Fans des (imho noch etwas stärkeren) DebĂĽts „The One“ können sowieso bedenkenlos zugreifen. Wem der Titelsong ‚Unity‚ gefällt, sollte auch mit dem Rest des Albums klarkommen. Mir persönlich gefallen ARCTIC RAIN am besten, wenn sie bei Songs wie ‚Fire In My Eyes‚ , ‚Peace Of Mind‘ oder ‚Kings Of The Radio‘ ein Quentchen zackiger und kantiger zu Werke gehen. Erstmals gibt’s auch zwei Balladen: ‚Believe‘ (nett, aber auch nicht mehr) und abschlieĂźende ‚The Road Goes On‘ (cool, gewisse Dream Theater Vibes!).

Personell gibt es eine durchaus nennenswerte Ă„nderung: Keyboarder Kaspar Dahlqvist ersetzt MitgrĂĽnder Pete Alpenborg, der als Songwriter und Produzent anscheinend sowas wie Inkubator und Allzweckwaffe bei vielen Frontiers-Bands und -Veröffentlichungen ist. Apenborgs Weggang könnte durchaus erklären, warum mir die Songs des neuen Albums nicht mehr ganz so „catchy“ wie auch dem DebĂĽt erscheinen. An die Hitdichte von H.E.A.T. oder auch der neuen Crowne-Scheibe kommt „Unity“ nämlich bei bestem Willen nicht ran. Andererseits sind ARCTIC RAIN aber auch immer angenehm weit vom plumpen Kitsch mancher H.E.A.T.- oder Eclipse-Songs entfernt.

Ich persönlich mag das Album- rein objektiv (Eigenständigkeit und Hitdichte) ist von meiner Seite aus aber keine bessere Bewertung drin. Fans oben genannten Bands könnten getrost noch einen Punkt draufschlagen.

Joe Nollek vergibt 7,5 von 10 Punkten