Animalize - Black Haze Freigericht 2026

MEAN MISTREATER – ANIMALIZE – BÖLLVERK – „Chains & Fangs“ Tour 2026

MEAN MISTREATER – ANIMALIZE – BÖLLVERK

13. März 2026

Black Haze Rock Bar, Freigericht

Mean Mistreater, Animalize & Böllverk - Black Haze 2026
Mean Mistreater, Animalize & Böllverk – Black Haze 2026

Die edle Black Haze Rockbar im beschaulichen Freigericht in der Nähe von Frankfurt, Hanau und Aschaffenburg  mausert sich langsam zu einer ernstzunehmenden Größe im Metal-Underground. Nachdem am vorigen Samstag noch die Briten TORANAGA (UK)  hier einen Anschluss-Gig zu ihrem Auftritt beim FullMetal Osthessen 2026 gezockt hatten, geben sich bereits ein Woche später MEAN MISTREATER (US) und ANIMALIZE (FR) die Ehre.

Beide Bands gehören imho zu den heißesten Bands des Dying Victims Labelsm spielen sich auf ihrer „Chains & Fangs“ Europa-Tour in allen möglichen deutschen Clubs den Arsch ab. Und das heute zu einem echt fairen Preis von 15 € im Vorverkauf bzw. 20 € an der Abendkasse – solche Preise sind in größeren Städten bzw. Clubs mittlerweile nahezu undenkbar. Nach allem, was man hört, wird das Package verdienterweise auch überall verdient abgefeiert.

Nicht ganz unbeteiligt an der geilen Sache waren sicher die heutigen Opener (und mittlerweile Black-Haze-Stammgäste) von BÖLLVERK, die an gleicher Stelle vor ziemlich genau einem Jahr bereits ihre erfolgreiche EP-Release-Party gefeiert hatten. Und die Aschaffenburger Headbanger aktivieren damit halt auch immer ein paar zusätzliche Fans aus der Region. So kann der Underground – auch auf internationaler Ebende immer noch funktionieren

BÖLLVERK

Nach einer kleinen, aber entspannten Verzögerung bei den Soundchecks eröffnen BÖLLVERK den Abend kurz vor 20:30 Uhr und heizen das Publikum mit den besten Songs ihres immer noch tollen Debütalbums „Heading For The Crown“ und der kompletten aktuellen EP „Demon’s Call“ erfolgreich an.

Sicher genießen die Jungs und Sängerin Bexxi heute wieder einen kleinen Heimvorteil. Vom Opener ‚Heading For The Crown‘ bis zum abgefeierten Closer ‚No Mercy‘ gehen aber halt auch alle Songs der Band derbe geil ins Ohr. Das feiern die rund 70 anwesenden Fans und Freunde gerade gegen Ende immer lautstärker ab, auch wenn es vor der Bühne noch etwas „hüftlahm“ zugeht.

Ich freue mich jetzt schon auf den angekündigten zweiten Longplayer, den die Band im Laufe des Jahres einspielen wird.

Bölllverk - Black Haze 2026
Bölllverk – Black Haze 2026

ANIMALIZE

Die durchgeknallten jungen Franzosen von ANIMALIZE konnten ihre tollen Songs und Live-Qualitäten schon auf Festivals wie dem „Iron Fest“ oder „Keep It True Rising“ Festival eindrucksvoll unter Beweis stellen. Aber im kleinen Club macht mir das nochmal viel mehr Spaß – wenn die Kettensäge direkt vor Deinem Gesicht röhrt und das Kunstblut einer durchgeschnittener Kehle direkt vor Dir rumspritzt, ist das Live-Erlebnis dann doch einfach noch mal ein wenig intensiver…

Während ANIMALIZE auf ihren ersten beiden Scheiben „Tapes From The Crypt“ und „Meat We’re Made Of“ zur Hälfte noch mit englischen Texten, unterwegs waren konzentriert sich die Band auch live mittlerweile fast nur noch auf ihre französischen Songs – und ich liebe es! Neben dem früh abgefeuerten Gassenhauer ‚Samourai (De L’Univers) mausert sich für mich vor allem das wunderbare ‚Damnée‘ vom letzten Album „Verminateur“ zum Live-Hit. Mit den unzerstörbaren SORTILEGE und den magischen HERZEL sind die Jungs mittlerweile meine absolute Lieblingsband aus Frankreich.

Was mir bisher noch nicht bewusst war, ist, dass außer Frontschwein, Sänger und Bassist Coyote keines der restlichen Live-Mitglieder am Songwriting und den Albumproduktionen beteiligt war. Ein pragmatisches Arbeitsmodell, das man sonst eher von älteren Musikern (z. B. Paul Di’Anno bis zu seinem Tod) kennt. Tut der Performance aber definit keinen Abbruch, denn alle vier gehen ab, was das Zeug hält und sind mit (teilweise eben aus der Kehle sprudelndem) Herzblut dabei. Mitreissende und abgefeierte Show, auch wenn das laut jubelnde Publikum mir teilweise noch etwas zu statisch ist.

Animalize im Black Haze Freigericht 2026
Animalize im Black Haze Freigericht 2026

MEAN MISTREATER

Auf ihren beiden Alben ‚Razor Wire‘ und vor allem ‚Do Or Die“ feiere ich den High-Energy-Metal/Hardrock von MEAN MISTREATER aus Texas ziemlich ab, obwohl beide mit jeweils 28 Minuten Laufzeit kaum über bessere EP-Länge hinausreichen. Deshalb war ich im Vorfeld auch etwas verwundert, dass die Band bei diesem tollen Package schon als Headliner positioniert ist, obwohl ANIMALIZE schon mehr Studio-Outputs als auch Live-Erfahrung vorweisen können.

Alle diesbezüglichen Bedenken kann ich mir spätestens 10 Sekunden nach Beginn des heutigen Triumphzuges der Band getrost in den Allerwertesten schieben. Denn MEAN MISTREATER reissen sich den ihrigen auf der Bühne bis zum Anschlag auf und ziehen damit auch die vorderen Reihen von Beginn an mit. Endlich fliegen auch vor der Bühne die Haare, es wir getanzt, gebangt und gemosht, was das Zeug hält. Die gesamte Band hat richtig Bock und Frontfrau Janiece Gonzalez, die wohl später auf Tour dann einige Stimmprobleme, rockt und röhrt sich die Seele aus dem Leib.

Im Gegensatz zu ANIMALIZE stechen bei mir jetzt keine einzelnen Songs signifikant heraus. Ist aber auch egal, da MEAN MISTREATER wie schon auf den Alben quasi permanent bis zum Anschlag rocken. Bei diesem Gig tropft Herzblut und Passion aus jeder Pore. Und nach gerade mal knapp 50 intensiven Minuten lässt die Band ein absolut begeistertes Publikum zurück. Grandios!

So geil,  wie die Black Haze Rockbar als Location insgesamt ist, so bescheiden sind die Lichtverhältnisse im Konzertraum. Deshalb auch nur ein tolles Foto von MEAN MISTREATER und allen feiernden Fans nach dem Gig:

Mean Mistreater im Black Haze 2026
Mean Mistreater im Black Haze 2026

FAZIT

Wieder mal ein fantastisches Package in dieser tollen Location. Gerne hätte ich mir bei allen drei Acts, vor allem beim Headliner, noch etwas längere Setlists gewünscht. Dreimal knapp 50 mitreissende Minuten waren bei diesen sympathischen Bands auch im Hinblick auf die fairen Eintrittspreises aber noch absolut OK, ebenso die Merchpreise (z. B. Tour-Shirts für 25 €, Vinyls für 20 €). Und auch nach ihren Auftritten feierten alle Bands noch ausgelassen im Barbereich mit. Was für ein geiler Abend.

Text und Bilder: Joe Nollek