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HELLGRAV – Stillstand ist keine Option

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Mit „Dehumanized“ haben HELLGRAV bereits 2025 ihr Debütalbum vorgelegt und damit ihren ganz eigenen „Rotten Death Metal“ in die Welt gesetzt. Sägende HM-2-Gitarren, brutale Grooves, rasende Drums und rohe Vocals treffen auf düstere Melodien und immer wieder überraschende Dynamikwechsel. Nach der ursprünglichen Veröffentlichung auf CD, einer limitierten Kassette und zahlreichen schweißtreibenden Live-Shows bekommt das Album über Fetzner Death Records nun auch seine verdiente Vinyl-Ausgabe. Im Gespräch erzählt Sänger Ralf, wie HELLGRAV ihren Sound gefunden haben, warum die Bühne für die Band so wichtig ist, welche Geschichten hinter Songs wie ‚Chainsaw Crew‘ und ‚Rotten Colony‘ stecken und warum die nächsten Todeswalzen bereits in Arbeit sind.

Tobias:
Hallo Ralf! Mit „Dehumanized“ habt ihr bereits im vergangenen Jahr euer Debütalbum veröffentlicht, jetzt bekommt die Platte über Fetzner Death Records noch einmal eine neue physische Heimat auf Vinyl. Für euch dürfte das schon ein besonderer Moment sein, wenn ein Album, in das ihr so viel Arbeit gesteckt habt, plötzlich noch einmal eine zweite Runde dreht. Wie fühlt sich das für euch an und was bedeutet es, „Dehumanized“ jetzt noch einmal auf 12″-Vinyl in den Händen zu halten?

Ralf:
Hi Tobi! Ja, direkt bei der ersten Frage weiß ich schon nicht so recht, wie ich diese beantworten soll … Aber ich versuche es einfach mal (lach). Als wir im März 2025 unser Debütalbum „Dehumanized“ in CD-Form in den Händen halten durften, war das schon ein Gefühl, welches man gar nicht verständlich in Worte fassen kann. In diesem Moment waren wir einfach nur stolz, dass das, wofür man so viel Zeit, Herz, Leidenschaft und Energie aufgebracht hat, nun endlich physisch in unseren Händen liegt. Als uns im Oktober/November 2025 dann durch Fetzner Death Records und Schattenpfade die Möglichkeit geboten wurde, die Scheibe auch auf Vinyl zu releasen, mussten wir natürlich gar nicht lange überlegen und haben direkt zugesagt.

Zu dem Zeitpunkt war das alles aber trotzdem noch irgendwie surreal und für uns nicht wirklich greifbar. Aber irgendwann war der Tag dann gekommen und die Platten wurden zu unserem Drummer Matze geliefert … Und ja … was soll ich sagen? (lach) Wir haben uns dann unmittelbar danach bei uns im Proberaum in Grefrath-Oedt getroffen, um die Prachtstücke zu begutachten … Das Gefühl war einfach atemberaubend! Unser Album in Form einer 12″-LP in den Händen zu halten, ist schon wirklich überwältigend! Keiner von uns hat jemals damit gerechnet, dass unser Debütalbum mal solch eine Richtung einschlägt. Sein Debütalbum als LP veröffentlichen zu dürfen, ist schon ein ganz besonderer Meilenstein, auf den wir unbeschreiblich stolz sind.

Tobias:
Ihr bezeichnet euren Sound selbst als „Rotten Death Metal“ und nach gut 43 Minuten „Dehumanized“ muss ich sagen: Viel passender kann eine Bezeichnung eigentlich kaum sein. Sägende HM-2-Gitarren, deine rauen Vocals, brutale Grooves und immer wieder diese kurzen, aber wirkungsvollen melodischen Momente – dazu ballert ihr sowohl schwedische Death-Metal-Einflüsse als auch amerikanisches Geknüppel aus den Boxen. Wie hat sich dieser ganz eigene HELLGRAV-Sound entwickelt und wann hattet ihr das Gefühl, dass ihr musikalisch genau dort angekommen seid, wo ihr hinwollt?

Ralf:
Dafür muss ich ein wenig ausholen … Genau genommen hat alles damit begonnen, dass unser Gitarrist Mic und unser Drummer Matze sich zufällig über eine gemeinsame Freundin kennengelernt haben. Matze hatte noch einen Proberaum für sein Drumkit und da haben die beiden dann regelmäßig zusammen Lärm gemacht. Aus stundenlangen Jam-Sessions sind irgendwann die ersten richtigen Songs entstanden – natürlich noch rein instrumental. Das ging musikalisch alles in Richtung Oldschool-Deathmetal, weil Mic und Matze da ihre musikalische Heimat haben.

Kurz danach sind durch einen weiteren glücklichen Zufall erst ich und schließlich noch Daniel am Bass dazugestoßen und ab dem Moment ging eigentlich alles sehr schnell. Durch Daniel sind ein paar „modernere“ Einflüsse auf der instrumentalen Ebene dazugekommen und als riesiger CANNIBAL CORPSE-Fan ist mein Gesangsstil nun mal etwas an den guten George „Corpsegrinder“ Fisher angelehnt. Der Mix aus diesen und weiteren individuellen musikalischen Einflüssen hat irgendwie den HELLGRAV-Stil ergeben.

So hatten wir dann nach kurzer Zeit schon die Songs für unsere EP „Rottomatic“ fertig, die wir anschließend in Eigenregie produziert haben – ursprünglich „nur“ als Demo für Veranstalter und Labels. Aber bereits bei den ersten Livegigs haben uns die Leute die CDs fast aus der Hand gerissen. Das und die begeisterten Publikumsreaktionen bei Gigs haben uns sehr schnell gezeigt, dass diese Mixtur offensichtlich nicht nur uns großen Spaß macht. Insofern sind wir diesen Weg dann konsequent weitergegangen.

Tobias:
Schon der Opener ‚Mutilation of the Stillborn‘ tritt ohne große Vorwarnung die Tür ein. Danach geht es mit ‚Raging Inferno‘ und ‚Chainsaw Crew‘ praktisch ohne Verschnaufpause weiter. Ich hatte beim Hören mehrfach das Gefühl, dass ihr den Hörer gar nicht erst auf die Idee kommen lassen wollt, zwischendurch mal stillzustehen. War dieses kompromisslose Tempo von Anfang an das Konzept für „Dehumanized“ oder haben sich die Songs erst nach und nach zu dieser Todesblei-Abrissbirne entwickelt?

Ralf:
Naja, eine gewisse Kompromisslosigkeit gehört natürlich schon immer zum musikalischen Konzept von HELLGRAV. Ich kann dir gar nicht mehr genau sagen, in welcher Reihenfolge die Songs für „Dehumanized“ entstanden sind, aber ‚Mutilation of the Stillborn‘ war einer der ersten Songs, den wir nach der EP geschrieben haben. Der hat sich dann sehr schnell zu unserem Live-Opener entwickelt und daher war es auch nur konsequent, den als Opener des Albums zu verwenden. Wie du schon sagst, „tritt er ohne Vorwarnung die Tür ein“ und wer unsere Liveshows kennt, weiß, dass wir unsere Shows genau so starten. Es gibt kein Intro oder Ähnliches, sondern wir gehen ohne Warnschuss direkt in den (musikalischen) Frontalangriff.

Dagegen ist „Raging Inferno“ praktisch erst kurz vor Beginn der Aufnahmen des Albums fertig geworden und hat sich erst später live als richtig fette Todeswalze entpuppt. Alle anderen Songs sind dementsprechend irgendwann dazwischen entstanden. Das einzige „Konzept“ (wenn man das so nennen will) war und ist, dass die Songs nicht alle gleich klingen und auch nicht alle im gleichen Tempobereich liegen sollen. Deshalb gibt es neben totaler Raserei auch immer wieder stampfende, groovende Songs oder halt auch mal ’ne melodischere Passage.

Tobias:
‚Chainsaw Crew‘ gehört für mich zu den absoluten Highlights des Albums. Gerade das Gitarrenspiel hat mich hier richtig abgeholt und der Song ist für mich ein verdammt guter Nackenbrecher. Wie ist diese Nummer entstanden und was macht sie für euch selbst zu einem besonderen Song auf „Dehumanized“?

Ralf:
Entstanden ist der Song im Endeffekt wie jeder andere auch … Bei uns läuft das Songwriting immer in den gleichen Schritten ab: Mic, Daniel und Matze treffen sich regelmäßig ohne mich im Proberaum und schreiben den instrumentalen Part. Manchmal hat einer der drei schon ’ne Idee für ein paar Riffs, aber in den meisten Fällen entstehen die Songs immer noch beim Jammen. Aus ersten Strukturen entwickelt sich schließlich ein Song und sobald die drei damit zufrieden sind, nehmen sie den Song im Proberaum auf und schicken ihn mir. Dann beginnt mein Part. Ich sitze dann häufig zu Hause am PC und lasse den jeweiligen Song quasi in Dauerschleife abspielen. Meistens habe ich zu dem jeweiligen Song dann ziemlich schnell eine passende „Stimmung“, mit der ich dann die Texte schreibe.

Irgendwann spielen wir den fertigen Song das erste Mal gemeinsam im Proberaum und nehmen, falls nötig, noch etwas Feinschliff vor.

Zu etwas Besonderem wird „Chainsaw Crew“ nicht zuletzt wegen seines Textes. Es ist halt eine Danksagung und eine „Hymne“ an unsere Fans und Supporter. Ich weiß, dass das die typische Phrase ist, aber im Endeffekt verdanken wir denen alles, was wir mit HELLGRAV bisher erreicht haben und die ganzen damit verbundenen großartigen Erlebnisse. Also … dieser Song ist für Euch!

Tobias:
Mit ‚Pestosteron‘ wird es zunächst düsterer und schwerer, bevor der Song anschließend wie eine Dampfwalze über den Hörer hinwegrollt. Genau diese Mischung aus Atmosphäre, Groove und brutaler Gewalt macht für mich einen großen Teil des Reizes von HELLGRAV aus. Wie wichtig sind euch solche Dynamikwechsel innerhalb eines Songs und habt ihr beim Schreiben bewusst mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Stimmungen gearbeitet?

Ralf:
Wie ich vorher schon sagte, legen wir Wert darauf, dass es zwischen, aber teilweise auch in den einzelnen Songs eine gewisse Dynamik gibt. Die Songs sollen klar unterscheidbar sein und im besten Fall jeder ein eigenes Highlight und/oder eine gute Hookline mit Wiedererkennungswert haben. Das macht auch beim Spielen der Songs viel mehr Bock, als beispielsweise ausschließlich im Highspeed-Bereich unterwegs zu sein, und bietet uns als Musikern viel mehr Freiheiten, uns auszutoben.

Vor allem aber machen unserer Meinung nach Abwechslung und Dynamikwechsel die Songs für die Hörer bzw. Zuschauer doch deutlich interessanter. Wenn sich das alles im selben Tempobereich abspielt, heben sich einzelne Songs oder Parts nun mal deutlich schlechter voneinander ab. Bei unseren Liveshows achten wir daher immer auf eine ausgewogene Mischung aus schnellen und langsameren Songs – sozusagen sowohl Schleudergang als auch Schonwäsche.

Tobias:
Bei ‚Impaled and Beheaded‘ habt ihr dann endgültig die Abrissbirne ausgepackt. So muss Death Fucking Metal klingen – zumindest wenn es nach mir geht. Gleichzeitig wirkt der Song trotz seiner Brutalität nicht wie ein wahllos zusammengeprügeltes Stück Todesblei. Wie viel Arbeit steckt tatsächlich hinter solchen Songs, die am Ende so wirken, als wären sie einfach aus dem Handgelenk heraus entstanden?

Ralf:
Das ist naturgemäß von Song zu Song immer etwas unterschiedlich. Manchmal entstehen solche Songs tatsächlich praktisch „aus dem Handgelenk“ und andere Songs arrangieren die drei Jungs aber auch einige Male um, bevor sie ihre endgültige Form annehmen.

Generell gehen wir nicht zu verkopft an die Sache heran und schleifen nicht monatelang an einem bestimmten Part herum. Unsere Musik entsteht zum allergrößten Teil aus dem Bauch heraus und funktioniert vielleicht gerade deswegen so gut. Das sind eben keine Songs vom Reißbrett, sondern die entstehen aus den jeweiligen Vibes und Emotionen heraus. Wenn die Jungs beim Jammen im Proberaum etwas spielen, bei dem sie selbst nicht mehr still stehen können und wo sie alle schon das Grinsen im Gesicht haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit enorm groß, dass das auch anderen beim Hören so geht!

Tobias:
Mit ‚Rotten Colony‘ gönnt ihr dem Hörer zwischen all dem Geballer sogar eine komplett instrumentale Nummer. Ich fand gerade diesen Moment spannend, weil plötzlich die Instrumente alleine im Mittelpunkt stehen und man sich noch einmal viel stärker auf das Zusammenspiel der Band konzentriert. Warum habt ihr euch entschieden, diesen Song ohne Vocals auf das Album zu packen?

Ralf:
Die Idee für eine rein instrumentale Nummer stand schon länger im Raum und ist am Ende nicht zuletzt aus Zeitgründen Realität geworden. Ich bin irgendwann schlicht und einfach nicht mehr mit dem Schreiben der Lyrics hinterhergekommen, während die anderen drei immer noch neue Songideen geliefert haben. Das war dann die passende Ausgangslage für die Entstehung von „Rotten Colony“ und ich finde, dieser Song ist mit einer der treibendsten auf dem Album. Komisch, dass ausgerechnet ich als Sänger das über einen instrumentalen Song sage (lach). Wir haben diesen Song drei oder vier Mal live gespielt und für mich als Sänger ging in mir trotzdem jede Menge ab … Es ist einfach ein fetter Song. Punkt.

Tobias:
Auf der Zielgeraden kennt „Dehumanized“ dann eigentlich weiterhin keine Gnade. ‚Sadistic Death-Infector‘, ‚Distorted Identity‘ und schließlich der über sechs Minuten lange Titeltrack ‚Dehumanized‘ gehen noch einmal ordentlich auf die Zwölf. Gerade der Titeltrack zeigt aber, dass HELLGRAV nicht nur die kurze Death-Metal-Abrissbirne beherrscht, sondern auch über eine längere Distanz ordentlich Feuer unter dem Kessel hat. War es für euch eine besondere Herausforderung, einen so langen Song zu schreiben?

Ralf:
Ich könnte jetzt natürlich sagen, dass wir monatelang an diesem Song gearbeitet haben und ihn in akribischer Kleinarbeit zu seiner jetzigen Form perfektioniert haben … Die Wahrheit ist aber, dass es einfach nur den Ansatz gab, einen Song zu machen, der am Ende noch einmal eine unerwartete Wendung nimmt und in einem düster-melodischen Part ausläuft. Ein wenig hat hier natürlich „Left Hand Path“ von ENTOMBED Pate gestanden. Alles Weitere hat sich dann durch Jammen und Arrangieren so ergeben. Wie bereits erwähnt, werden Songs bei uns in der Regel nicht geplant, sondern entstehen eher aus dem Bauchgefühl heraus. Darüber hinaus wollten wir uns von Anfang an nicht nur auf eine bestimmte Nische oder ein enges Genre limitieren (lassen), und ich denke, dass sich genau aus diesen Zutaten letztendlich unser ganz eigener Stil entwickelt hat.

Tobias:
Was mir an „Dehumanized“ ebenfalls gefällt, ist, dass die einzelnen Musiker immer wieder Raum bekommen. Geile Basslines, brutales Drumming, sägende Gitarren und die rauen Vocals ergeben zusammen dieses wuchtige Gesamtbild. Wie wichtig ist euch das Zusammenspiel innerhalb der Band und gibt es bei HELLGRAV überhaupt so etwas wie einen klassischen Hauptsongwriter?

Ralf:
Als „Hauptsongwriter“ kann man eigentlich die gesamte Band bezeichnen. Wie ich dir ja schon geschildert habe, läuft das bei uns so ab, dass ich bei der Entstehung der instrumentalen Parts gar nicht dabei bin, was ich aber auch gar nicht schlimm finde. Sondern ich bekomme „nur“ das fertige Material präsentiert und schreibe anschließend die Texte auf die Songs. Bislang musste ich aber auch noch nie etwas „bemängeln“, da die Jungs einen so un-fucking-fassbar geilen Job machen, sodass ich es als Sänger natürlich auch extrem einfach habe, meinen Gedanken und Fantasien dabei freien Lauf zu lassen (Liebe geht raus an die Jungs). Sie machen es mir extrem einfach, zu dem neuen Songmaterial eine passende „Stimmung“ zu finden, zu der ich dann meine Lyrics niederschreiben kann.

Tobias:
Euer Debüt ist zunächst komplett in Eigenregie erschienen, später kam die limitierte Kassette über Rat Covenant und jetzt folgt die Vinyl-Version bei Fetzner Death Records. Für eine junge Band ist das schon eine ziemlich interessante Entwicklung innerhalb kurzer Zeit. Wie hat sich HELLGRAV seit dem Demo „Rottomatic“ verändert und was habt ihr in den vergangenen Jahren als Band gelernt?

Ralf:
Vielen Dank! Wie und ob wir uns verändert haben, bekommen wir, glaube ich, gar nicht so wirklich mit. Ich denke, das ist einfach ein Prozess, den jede Band mitmacht. Egal ob groß oder klein. Ich glaube, kleine Veränderungen passieren einfach, ohne dass man sie wirklich wahrnimmt. Wir machen einfach das, worauf wir Bock haben. Und in den allermeisten Fällen passt und funktioniert das.

Wo wir uns aber definitiv verändert haben und das auch ganz bewusst, ist das Thema „Veranstaltungen“. In diesem Punkt sind wir ein Stück weit selbstbewusster und professioneller aufgestellt als noch zu Beginn von HELLGRAV.

Tobias:
Ihr habt euch mit Auftritten beim Rage Against Racism Festival, NRW Death Fest und als Support von DISBELIEF bereits einiges an Live-Erfahrung erspielt. Wenn ich mir Songs wie ‚Chainsaw Crew‘, ‚Impaled and Beheaded‘ oder ‚Dehumanized‘ anhöre, sehe ich den Moshpit praktisch schon vor mir. Wie wichtig ist die Bühne für HELLGRAV und verändert sich ein Song für euch noch einmal, wenn ihr ihn live spielt?

Ralf:
Die Bühne ist für uns der Grund, warum wir Musik machen. Also die Bühne ist uns dementsprechend enorm wichtig. Was die Songs angeht – so haben wir gelernt – müssen diese eine ganze Weile reifen. Auch unter Live-Bedingungen. Ich denke, dass gerade live noch einmal eine wichtige Komponente hinzukommt, nämlich „Echtheit“ … Ich finde, erst unter Live-Bedingungen merkst du, ob ein Song wirklich „zündet“ oder eben nicht. Genauso die Geschwindigkeit … Diese festigt sich bei einem Song meist erst, wenn wir ihn einige Male live ausprobiert haben. Denn auf der Bühne bekommst du ungefiltert die Reaktionen der Zuschauer mit und entwickelst ein eigenes Feeling für den jeweiligen Song. Bei unserem Zugabesong „Langschwein“ von unserer EP „Rottomatic“ ist es beispielsweise so, dass wir ihn live und im Proberaum mittlerweile deutlich schneller spielen, als er auf der EP zu hören ist.

Tobias:
Nach „Dehumanized“ würde mich natürlich interessieren, wohin die Reise für HELLGRAV weitergeht. Ihr habt euch mit eurem „Rotten Death Metal“ inzwischen einen ziemlich eigenen Stempel aufgedrückt. Wollt ihr diesen Weg auf dem nächsten Album konsequent weitergehen oder gibt es schon Ideen, mit denen ihr euren Sound noch einmal in eine andere Richtung treiben möchtet?

Ralf:
Wir wollen unserem Stil auf jeden Fall treu bleiben. Natürlich entwickelt man sich (im besten Fall) weiter und probiert auch neue Dinge aus, das ist klar. Aber vom Grundprinzip wollen wir diesen abwechslungsreichen, fiesen, brutalen und groovigen Rotten Death Metal so beibehalten.

Aktuell befinden wir uns bereits im Songwriting für ein Nachfolgealbum und die Hälfte der Songs dafür ist auch schon fertig. Stillstand ist also keine Option und ihr dürft euch schon mal auf weitere Todeswalzen freuen.

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und das Interview! Ich wünsche euch viel Erfolg mit „Dehumanized“. Die letzten Worte gehören natürlich dir.

Ralf:
Ja, ich möchte mich ganz herzlich bei Dir für das nette Interview bedanken. Es hat wirklich Spaß gemacht, mit Dir zu quatschen. Und natürlich möchte ich mich auch im Namen der Band von ganzem Herzen bei all unseren Supportern bedanken, die uns seit Oktober 2021 begleiten und uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern! DANKE!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Frank Jacobi, Hellgrav