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SPEEDSLUT – Mit Vollgas in die erste Runde

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Mit „Cimbrian Rites“ legen SPEEDSLUT ihr Debütalbum vor. Die dänische Band verbindet rasenden Speed Metal, thrashige Wucht und eine ordentliche Portion Blackened Metal zu einem kompromisslosen Sound, der sich ebenso an den Wurzeln des Genres orientiert wie an der eigenen Energie. Nach der viel beachteten EP „Ferocity Of Steel“ folgt nun der nächste große Schritt – und der hat es in sich. Im Gespräch mit OBLIVEON spricht Sänger Frederik über die Entstehung von „Cimbrian Rites“, die musikalischen Einflüsse der Band, ihren rifforientierten Songwriting-Ansatz, den Weg zum Debütalbum und warum das Live-Erlebnis für SPEEDSLUT nach wie vor das Wichtigste ist.

Tobias:
Hallo Frederik! Wie geht es dir im Moment, und wie fühlt es sich an, jetzt, wo „Cimbrian Rites“ endlich veröffentlicht wurde und euer Debütalbum in der Welt ist?

Frederik:
Es fühlt sich großartig an, das Album endlich veröffentlicht zu haben. Es war schon immer ein Traum von mir, ein Album herauszubringen, und dass dieser Traum nun Wirklichkeit geworden ist, ist einfach unglaublich.

Tobias:
Zwischen eurer EP „Ferocity Of Steel“ und dem neuen Album liegt gerade einmal etwa ein Jahr. Hattet ihr den nächsten Schritt von Anfang an klar vor Augen, oder haben euch die Reaktionen auf die EP zusätzlich motiviert?

Frederik:
Von Anfang an war der Plan, relativ kurz nach der EP auch ein Album zu veröffentlichen. Wir hätten allerdings nie mit einer derart positiven Resonanz auf die EP gerechnet. Gerade dieses Feedback hat uns zusätzlich motiviert, alles dafür zu tun, „Cimbrian Rites“ noch schneller fertigzustellen.

Tobias:
Beim Hören von „Cimbrian Rites“ hat man das Gefühl, als würde die Band vom ersten bis zum letzten Song auf purem Adrenalin laufen. Woher kommt diese unglaubliche Energie?

Frederik:
Grundsätzlich stehen wir einfach auf richtig schnellen „In-your-face“-Scheiß. Dazu kommt, dass wir alle vier gemeinsam im Proberaum an den Songs arbeiten und uns gegenseitig mit unserer Energie anstecken. Dadurch werden die Stücke im Laufe des Songwriting-Prozesses oft immer schneller und noch kompromissloser.

Tobias:
SPEEDSLUT verbinden Speed Metal, Thrash Metal und Blackened Metal zu einem Sound, der trotzdem unverkennbar nach euch klingt. Wie hat sich dieser Stil entwickelt, und welche Einflüsse haben ihn besonders geprägt?

Frederik:
Wir kommen alle aus ganz unterschiedlichen musikalischen Richtungen, haben aber im First-Wave-Black-/Speed-Metal unseren gemeinsamen Nenner gefunden. Gleichzeitig greifen wir immer wieder auf unsere verschiedenen Hintergründe zurück – egal ob 70er-Bikerrock-Riffs oder Tremolo-Elemente aus dem Second-Wave-Black-Metal. Wir versuchen einfach, das Beste aus den Vorlieben jedes Einzelnen in unsere Songs einfließen zu lassen. Manchmal funktioniert das hervorragend, manchmal weniger. Am Ende wollen wir einfach Musik schreiben, über die wir uns selbst freuen würden, wenn wir sie entdecken und unseren Kumpels zeigen könnten.

Tobias:
Wenn man eure Musik hört, denkt man unweigerlich an die Anfangstage von Speed Metal, Thrash Metal und extremem Metal im Allgemeinen. Welche Bands, Musiker oder Alben haben SPEEDSLUT am stärksten beeinflusst, und wen würdest du als eure wichtigsten Inspirationsquellen bezeichnen?

Frederik:
Ich denke, wir sind uns alle einig, wenn es um Klassiker wie CELTIC FROST, BATHORY, MOTÖRHEAD oder die frühen SLAYER geht. Diese Bands haben uns stark geprägt und den Kern von SPEEDSLUT geformt – sowohl was unseren Sound betrifft als auch unsere Herangehensweise im Studio. Darüber hinaus gäbe es aber unzählige weitere Bands, die wir nennen könnten. Persönlich liebe ich VENOM und die frühen MEGADETH-Alben, aber über Einflüsse könnte ich wahrscheinlich stundenlang sprechen.

Tobias:
Der Titel „Cimbrian Rites“ fällt sofort ins Auge. Wie seid ihr auf diesen Albumtitel gekommen, und warum habt ihr ihn für euer Debütalbum gewählt?

Frederik:
Unser Schlagzeuger Malthe kam auf den Albumtitel, nachdem er den Text zu ‘Cimbrian Rites’ geschrieben hatte. Die Kimbern stammen ursprünglich aus unserer Region in Dänemark und sorgten einst in weiten Teilen Europas für Verwüstung. Deshalb fühlte sich dieser Titel für unser Debütalbum einfach passend an.

Tobias:
Songs wie ‘Pestridden Stallions’, ‘Dark Night Riders’ und ‘No One Escapes Death’ sind ein direkter Angriff auf die Nackenmuskulatur. Wie läuft euer Songwriting normalerweise ab? Stehen zuerst die Riffs oder beginnt ein Song eher mit einer bestimmten Atmosphäre oder Idee?

Frederik:
Bei uns beginnt fast alles mit den Riffs. Tomas oder ich bringen meist ein oder zwei Ideen mit in den Proberaum und stellen sie den anderen vor. Anschließend formen wir die Riffs gemeinsam weiter und kombinieren sie mit älteren Ideen, die wir bereits gesammelt haben. Währenddessen entstehen oft neue Einfälle oder zusätzliche Riffs, sodass nach und nach das Grundgerüst und die Atmosphäre des Songs entstehen.

Danach gehen wir nach Hause, und jeder versucht, Texte oder weitere Ideen zu entwickeln, die zur Stimmung des Songs passen. Am Ende entsteht daraus dann ein SPEEDSLUT-Song.

Tobias:
Trotz aller Geschwindigkeit und Aggression bieten viele Songs eingängige Riffs und starke Gitarrensoli. Wie wichtig ist dieses klassische Heavy-Metal-Element für den Sound von SPEEDSLUT?

Frederik:
Es ist enorm wichtig. Wir stehen auf den Schultern der Bands, die vor uns gekommen sind, und versuchen, den Sound und die Tradition des klassischen Heavy Metal bestmöglich zu würdigen.

Tobias:
Mit LISTENABLE RECORDS habt ihr bei einem Label unterschrieben, das seit vielen Jahren für extremen Metal steht. Wie kam die Zusammenarbeit zustande, und was bedeutet sie für die Band?

Frederik:
Kurz nach der Veröffentlichung von „Ferocity Of Steel“ hat das Label Kontakt zu uns aufgenommen und uns einen Vertrag angeboten. Die Zusammenarbeit hat uns definitiv auf ein neues Niveau gehoben – vor allem bei all den Dingen, die hinter den Kulissen rund um eine Albumveröffentlichung erledigt werden müssen.

Tobias:
Wenn du „Ferocity Of Steel“ mit „Cimbrian Rites“ vergleichst – worin siehst du die größten Entwicklungsschritte der Band?

Frederik:
Für mich wirkt „Cimbrian Rites“ insgesamt deutlich geschlossener und ausgereifter als „Ferocity Of Steel“. Als wir die EP aufgenommen haben, waren wir noch ziemlich unerfahren, und ich denke, das hört man ihr auch an. Außerdem finde ich, dass meine Gesangsleistung auf „Cimbrian Rites“ insgesamt stärker und selbstbewusster geworden ist. Trotzdem mag ich die EP nach wie vor sehr und betrachte sie eher als eine Erweiterung des Albums denn als ein eigenständiges Werk.

Tobias:
Ich kann mir gut vorstellen, dass eure Musik vor der Bühne für ordentlich Chaos sorgt. Welche Konzerte oder Festivalauftritte sind euch bisher besonders in Erinnerung geblieben?

Frederik:
Wir haben schon einige absolut verrückte Shows gespielt, aber das Black Silesia Festival in Polen war noch einmal etwas ganz Besonderes. Wir haben den ersten Festivaltag eröffnet, und das Publikum war von Anfang an völlig außer Rand und Band. Schon während des Soundchecks haben die Leute Circle Pits gestartet, und im Laufe unseres Sets wurde es immer wilder.

Tobias:
Gibt es einen Song auf „Cimbrian Rites“, auf den du besonders stolz bist oder der den Spirit von SPEEDSLUT besser einfängt als jeder andere?

Frederik:
Persönlich liebe ich ‘Stench Of Evil’, vor allem die Bridge und das Ende des Songs. Ich mag die stärker vom Black Metal geprägten Riffs und die chaotische Atmosphäre, die der Song auf das Album bringt. Wenn es allerdings darum geht, den Spirit von SPEEDSLUT am besten einzufangen, dann ist das ganz klar der Titeltrack ‘Cimbrian Rites’.

Tobias:
Welche Pläne habt ihr für die kommenden Monate? Stehen bereits Touren, Festivals oder weitere Konzerte an, um das Album zu unterstützen?

Frederik:
Wir haben einige einzelne Konzerte und Festivalauftritte geplant, aber bislang noch keine Tour. Hoffentlich gelingt es uns, 2027 eine Tour zum Album auf die Beine zu stellen – möglichst mit noch mehr internationalen Shows. Live zu spielen ist unser tägliches Brot und gleichzeitig das, was uns am meisten Spaß macht.

Tobias:
Mit eurem Debütalbum macht ihr einen großen Schritt nach vorne. Denkt ihr bereits über eine Headliner-Tour nach, oder liegt der Fokus zunächst darauf, möglichst viele Shows als Supportband zu spielen?

Frederik:
Eine Headliner-Tour wäre natürlich großartig, aber wir sind uns definitiv nicht zu schade dafür, als Supportband aufzutreten. Wir glauben fest daran, sich seinen Weg auf der Bühne zu erarbeiten, und genau das werden wir auch weiterhin so oft wie möglich tun.

Tobias:
Gibt es noch etwas, worüber wir nicht gesprochen haben und das du unseren Leserinnen und Lesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Frederik:
Im Moment fällt mir nichts weiter ein.

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und deine ehrlichen Antworten! Die letzten Worte gehören dir.

Frederik:
Zerdrückt ein paar Bier, bangt eure Nacken und rockt drauflos! THE ONSLAUGHT PREVAILS!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Julia Cies Photo