MESHUGGAH – DESTROY ERASE IMPROVE – 30TH ANNIVERSARY EDITION

MESHUGGAH

Titel: DESTROY ERASE IMPROVE – 30TH ANNIVERSARY EDITION

Label: Reigning Phönix Music

Spieldauer: 45:54 Minuten

VÖ: 24. Juli 2026

Vor kurzem habe ich mich bereits der “Catch Thirtythree – 20th Anniversary Edition” gewidmet, heute reisen wir noch einmal zehn Jahre weiter zurück. Ebenfalls am 24. Juli 2026 veröffentlicht REIGNING PHOENIX MUSIC mit “Destroy Erase Improve – 30th Anniversary Edition” den nächsten Meilenstein von MESHUGGAH neu remastert auf Vinyl, CD-Digipak und digital. Während “Catch Thirtythree” den experimentellen und konzeptionellen Höhepunkt der Schweden markierte, legte “Destroy Erase Improve” bereits 1995 den Grundstein für das, was später unzählige Progressive-, Extreme- und Djent-Bands beeinflussen sollte. Damals bestand MESHUGGAH aus Jens Kidman (Vocals), Fredrik Thordendal (Lead-Gitarre), Mårten Hagström (Rhythmusgitarre), Peter Nordin (Bass) und Tomas Haake (Schlagzeug). Produziert wurde “Destroy Erase Improve” von Danne Bergstrand, gemastert von Peter In De Betou, während Stefan Gillblad das markante Cover-Artwork gestaltete. Im Vergleich zum Vorgänger… äh, vielmehr zum Nachfolger “Catch Thirtythree”, den ich zuletzt besprochen habe, geht es hier deutlich direkter, roher und aggressiver zur Sache. Die maschinenartige Präzision, schrägen Gitarrenläufe und vertrackten Rhythmen sind zwar bereits vorhanden, wirken aber noch roher, räudiger und ungezügelter. Feuern wir uns also die Langrille in die Ohren, mit der MESHUGGAH ihren ganz eigenen Weg einschlugen.

Oh ja, ‘Future Breed Machine’ haut dem Hörer ansatzlos in die Fresse und tritt gnadenlos nach mittels wütendten Vocals, rasenden Gitarren und druckbetanktem Drumgeballer. Natürlich darf man an dieser Stelle die ruhige Passage nicht verschweigen, denn danach gibts die nächsten riffattacken. In ‘Beneath’, dass ein crazy Ende hat, ‘Soul Burn’, ‘Transfixion’ und ‘Vanished’ keilen MESHUGGAH ebenfalls nach allen Regeln der Kunst aus – dank remaster noch intensiver als zuvor. Das Instrumental ‘Acrid Placidity’ nimmt den Druck raus, lädt ein zum “ausruhen und genießen” – tolle Performance der Herren an den “Geräten”. ‘Inside What’s Within Behind’ bringt den Vorschlaghammer zurück und Möglichkeiten zum Cooldown während ‘Terminal Illusions’ in den ersten Sekunden Spannung aufbaut um dann zum gepflegten Moshen einlädt – frohes Headbangen ist natürlich auch eine Möglichkeit der kompakten Nummer gebührend Tribut zu zollen. Der Genickbrecher ‘Suffer In Truth’ und sein verspielter, trotzdem knackig und abwechslungsreicher “Partner” ‘Sublevels’ schließen die Platte ab – kein Wunder aber granatenmäßig gut. 

Mir gefällt das weniger progressive “Destroy Erase Improve” einfach besser und hat bei den beiden Re-Releases für mich knapp die Nase vorn, weil das Album vom Remaster und der dadurch entfesselten Wucht hörbar mehr profitiert. Am Ende ist es natürlich Geschmackssache, zu welcher Platte sich der eigene Nacken lieber bewegt. Eins steht aber fest: Wenn MESHUGGAH loslegen, gelten nur ihre eigenen Regeln – damals wie heute.

Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten