JOHN CORABI – NEW DAY

JOHN CORABI

Titel: NEW DAY

Label: Frontiers

Spieldauer: 48:48 Minuten

VÖ: 24. April 2026

Auch wenn ich eine Menge Musiker und Bands liebe, ich würde mich nie als Fan bezeichnen. So richtige Fans, so finde ich, feiern irgendwie immer alles ab. Ich stelle für mich dann doch ab und zu fest, dass mir was nicht gefällt. Und so kommt es auch mal vor, dass ich einer Band nicht jeden Weg folge.

So geht es mir auch mit JOHN CORABI. Er gehört zu den Sängern, die ich sehr schätze. Zum Beispiel liebe ich das Album, das er mit Mötley Crüe gemacht hat. Auch, wenn das viele anders sehen. Danach habe ich lang nichts von ihm gehört, bis er mich mit den toten Gänseblümchen wieder sehr beeindruckt hat. Ich könnte auch das verpönte Wort abgeholt nutzen.

Jetzt, 2026, also sein Debüt als Solokünstler. Was soll ich sagen, mit „New Day“ hat er verdammt viel richtig gemacht. Die Scheibe rockt ziemlich entspannt auf den Spuren den frühen amerikanischen (Hard) Rocks. Ein paar psychedelische Momente, verdammt viel Groove und noch mehr Gefühl. Seine obwohl kratzige Stimme kommt doch verdammt melodisch. Und Seele hat der Mann.

Unterstütz hat ihn bei den Aufnahmen Produzent Marti Frederiksen. Der hat schon für Ozzy und Aerosmith gearbeitet, kennt sich mit Stars also schon ein wenig aus. Dazu kommen noch Paul Taylor (Winger) an den Tasten oder für diverse Gitarrensoli Blackberry Smokes Charlie Starr.

12 starke Songs hat JOHN CORABI hier zusammengeführt. ´1969´ zum Beispiel. Mich erinnert das ein wenig an den „Summer of 69“. Nur ohne Anzüglichkeiten und mit einer dicken Portion Creedence Clearwater Revival. Inspiriert von der aktuellen Situation in den USA hat er sich an ähnliche Zeiten erinnert. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass man Kennedy oder Nixon mit Trump vergleichen könnte.

Auch Balladen hat John drauf. Man höre sich nur mal das fantastisch elegische ´Good To Be Back Here Again´ an. Und dann macht er mit ´Cosi‘ Bella´ noch einen Trip unter die italienische Sonne, am Strand. mitten unter die hübschen Damen. Das weckt doch Frühlingsgefühle. Das vertreibt den letzten Winterblues. Endlich kommt die Lust auf den Sommer. Und JOHN CORABI liebe ich noch ein kleines bißchen mehr.

Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten