CROWN LANDS
Titel: APOCALYPSE
Label: Inside Out/Century Media
Spieldauer: 42:27 Minuten
VÖ: 15. Mai 2026
Wer gleichermaßen den dreckigen 70er-Groove von Led Zeppelin als auch die ersten Frühwerke von Rush abfeiert und bis jetzt noch nichts von den CROWN LANDS gehört hat, sollte spätestens jetzt deren zweiten (dritten? vierten?) Longplayer „Apocalypse“ endlich mal ein wohlgeneigtes Ohr gönnen.
Crown Lands
Kurzer Blick zurück: Während die Youngster Greta van Fleet mit ihrem Zeppelin-Worshipping 2017 international quasi von 0 auf 100 durchstarten, wird das kanadische Duo CROWN LANDS mit ihren stilistisch und qualitativ durchaus vergleichbaren EPs Mantra (2016) und Rise Over Run (2017) von der breiteren Masse und Presse erstmal vorzüglich ignoriert.
Dann kam Corona – und auf einmal wurden die nachfolgenden, qualitativ noch mal klar besseren EPs „Crown Lands“ (2020, 28 min., wird oft als Debütalbum geführt, imho eher EP) und das wunderbar Rush-mäßige „White Buffalo“ (2021) zumindest im Underground entdeckt und absolut zurecht abgefeiert.
Ebenfalls in der Corona-Zeit 2021 veröffentlichten die umtriebigen Kanadier 2021 mit „Odysssey Pt. 1 – The Live Sessions“ dann noch eine bockstarke, knapp einstündige Quasi-Compilation aus bisherigen und Frühfassungen späterer Songs. Wird teilweise auch als vollwertiges Album geführt – nicht ganz zu Unrecht.
Eine (fast) perfekte Balance zwischen Zeppelin und alten Rush hatten CROWN LANDS dann auf ihrem 2023er Album „Fearless“ gefunden, das für mich persönlich das wirkliche Debütalbum und für mich insgesamt das bisherige Highlight darstellt, obwohl es über die komplette 60-minütige Spielzeit zum Ende hin etwas abschwächelt.
2025 veröffentlichte die Band dann noch das Album „Ritual I & II“, das mit komplett instrumentalen World Music/Ambient Sounds ziemlich aus der Art schlug und sicher nicht jedermans Sache und meiner Meinung nach in diesem Bereich auch nicht wirklich gut war. Kann man machen… ich persönlich brauche es nicht.
Apocalypse
Auf auf ihrem zweiten Album „Apocalypse“ fokussieren sich CROWN LANDS über kompakte 40 Minuten wieder größtenteils auf ihre größte Stärke, nämlich grandiose Songs zwischen hardrockigem Rush-Proto-Prog und tiefgreifenden Led-Zep-Feeling.
Allein die ersten vier mitreissenden Songs – vom starken Opener ‚Foot Soldiers Of The Syndicate‘ bis zum fantastischen ‚The Fall‘ – hätten weder Rush noch Led Zeppelin irgendwie besser schreiben können. Gerade song- und gesangstechnisch überzeugen diese Knaller auch mit einigen grandiosen 80er-Ozzy-Vibes.
Und die 19-minütige Prog-Abfahrt ‚Apocalypse‘ steht zum krönenden Abschluss ganz in der Tradition von Bands wie alte Genesis, Yes oder eben Rush und toppt vielleicht sogar noch einmal das fast genauso lange Meisterwerk ‚Starlifter: Fearless Pt. II‘ vom Vorgänger „Fearless“.
Da lässt es sich auch verkraften, dass die fünfminütige Ballade ‚The Revenants‘ dazwischen allenfalls „nett“ vor sich dahinplättschert, auch wenn das letztendlich eine 9-Punkte-Bewertung verhindert.
Fazit
Insgesamt sind CROWN LANDS auf „Apocalpyse‘ vielleicht nicht noch besser, aber definitiv etwas runder und kompakter als auf ihrem Longplayer „Fearless“ geworden. Perfekt ist das Album sicher nicht, aber wer oben genannte Bands abfeiert, bekommt in dieser Hinsicht die musikalisch frischeste Vollbedienung seit Jahrzehnten geboten.
Joe Nollek vergibt 8,5 von 10 Punkten


