ARCHGOAT
Titel: NIGHTBRINGER, LIGHTBRINGER
Label: DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS
Spieldauer: 41:23 Minuten
VÖ: 11. September 2026
Die finnische War Metal Legende ARCHGOAT existiert seit 1989. Auch wenn zwischen 1993 und 2004 mal Sendepause war, bleibt die Prägung und der Einfluss dieser Band auf den Untergrund enorm. „Nightbringer, Lightbringer“ ist das sechste vollständige Album der Band aus Turku.
Auch auf der neuen Scheibe bleiben die Finnen um Vokal- und Bassakrobat Lord Angelslayer ihren alt angestammten Tugenden treu. Stampfend, polternde Primitivbolzorgien knattern durch die Membrane der Boxen. Aber auch gewogenere Töne haben Einzug in das Klangportfolio der Rödelbande erhalten. Geradezu sphärische Syntheziser und getragene Epik erhallt bei ‚The Dawn to Armageddon‘. Die bratzige Fäulnis im Sound der War Metal Epigonen bleibt aber jederzeit erhalten. Wer hier schunkelige Open Air Wipper erwartet kann gerne wieder wegtreten. ARCHGOAT erfüllen die Erwartungen und liefern mit „Nightbringer, Lightbringer“ eine Scheibe für die Schlachtbank mit lukullischen Nuancen für ihre angestammten Gourmets. Auch textuell fröhnen die Finnen der feinzisilierten Blasphemie wie eh und je. Zimmermanns Jupp sein Jüngster kommt wie eh und je schlecht weg bei den War Metallern. Interessant sind auch die Mayhem Reminiszenzen. So werden bei ‚Keys of Hell and of Death‘ eindeutige Verweise auf De Mysteriis Dom Sathanas geliefert.
Fans müssen zugreifen, die Wucht der Songs ist mitreißend, die gelegentlichen Syntheziser stören keineswegs und Lord Angelslayers Faible für Harmonizer bleibt im grünen Bereich. Eine typisch kompromisslose und dennoch überraschend abwechslungsreiche Scheibe von ARCHGOAT.
Ingo Holzhäuser vergibt 8,5 von 10 Punkten


