Die saarländischen Epic-, Heavy- und Doom-Metaller von GRAVETY ziehen mit “Of Cults And Chaos” bereits zum dritten Mal in die Schlacht. Nach den stärker von Fantasy und Sword & Sorcery geprägten Vorgängern tauchen die Saarländer diesmal tiefer in kosmischen Horror, Kult-Rituale und die Werke von H.P. Lovecraft sowie John Carpenter ein. Dazu gesellt sich mit ‘This Is Your Sword’ eine überraschende Hommage an Bruce Springsteen. Grund genug also, mit Kevin nicht nur über das Album, sondern auch über Horrorfilme, CRYPTOR, Reifeprozesse und die Entwicklung der Band zu sprechen.
Tobias:
Hi Kevin, freut mich, dass wir heute über euer neues Album sprechen können. “Of Cults And Chaos” steht kurz vor der Veröffentlichung – und ich habe inzwischen bei vielen Bands gemerkt, dass sich diese Phase oft irgendwo zwischen Vorfreude, Nervosität und Erleichterung bewegt. Wie fühlt sich die Situation für euch gerade an?
Kevin:
Hi Tobias, die Freude ist ganz meinerseits. Da ist tatsächlich etwas dran. Vorfreude definitiv, schließlich haben wir so viel Mühe in das Album gesteckt und wenn es endlich veröffentlicht ist, freut man sich natürlich über das Feedback. Erleichterung trifft ebenfalls zu, denn nicht nur Songwriting, Recording, Mixing und Mastering – die letzten beiden Punkte übernimmt ja unser Gernot, von daher sind wir dabei weniger involviert – sind eine Menge Arbeit. Auch die Vorbereitung für das Release, Pressearbeit, Social Media usw., ist viel Arbeit, die die Fans ja gar nicht im eigentlichen Sinn sehen. Aber ich will nicht meckern, letztlich macht uns das Ganze natürlich Spaß.
Tobias:
Mit Album Nummer drei wirkt es fast so, als würde bei GRAVETY ein neues Kapitel beginnen. Während ich bei den früheren Veröffentlichungen stärker klassische Sword-&-Sorcery-Vibes im Kopf hatte, fühlt sich “Of Cults And Chaos” deutlich düsterer und atmosphärisch dichter an. Wie würdest du selbst die Entwicklung der Band bis heute beschreiben?
Kevin:
Gut erkannt, würde ich so unterschreiben. Auf unserem Debüt haben wir tatsächlich unsere ersten Songs mehr oder weniger direkt aufgenommen. Da hatten wir alle möglichen Einflüsse in einen Topf geworfen, aber das Ganze noch nicht so gut herumgerührt – wenn ich so sinnbildlich sprechen darf.
Bei “Bow Down” hatten wir ja einige Jahre Pause. Dann entschieden wir uns weiter Musik zu machen und unseren Stil zu verfeinern. Epischer Heavy Metal kann ja durchaus unterschiedlich klingen; für uns fühlte sich das zu dem Zeitpunkt der Aufnahme sehr heroisch an, passend dazu die Sword-&-Sorcery-Thematik.
Danach war es mit den Schwertern aber auch erst mal genug für mich persönlich (haha). Nicht, dass ich das Album und seine Thematik nicht mehr mag, aber gefühlt kamen vor ein paar Jahren Epic-Metal-Alben nicht mehr ohne Schwerter aus und diesem Thema war ich dann etwas überdrüssig.
Was uns zur Thematik des neuen Albums bringt: Wir alle haben viele unterschiedliche Einflüsse, sowohl musikalisch als auch aus Film und Literatur usw. Doch gewisse gemeinsame Nenner gibt es natürlich einige und besonders in den letzten Jahren haben besonders mich die dunkleren Themen in Musik, Film und Literatur noch mehr in ihren Bann gezogen, als dies bereits vorher der Fall war. Ganz abgesehen davon, was auf der Welt in den letzten Jahren so passiert ist …
Tobias:
Beim Hören hatte ich mehrfach den Eindruck, dass ihr euch stärker Richtung kosmischen Horror, Kult-Themen und allgemein dunklere Stoffe bewegt. War das eine bewusste Entscheidung oder ist diese Entwicklung eher natürlich entstanden?
Kevin:
Wie oben bereits angedeutet, war dies eine bewusste Entscheidung. Generell möchten wir kein Album ein zweites Mal aufnehmen, damit würden wir uns selbst langweilen und sicher auch unsere Fans. Es geht nicht darum, bei jedem Album das Rad neu zu erfinden oder einen kompletten Stilwechsel zu vollziehen, aber ich denke, ein paar frische Einflüsse in den Bandsound zu integrieren, hält die Musik für uns und die Fans interessanter.
Tobias:
Lovecraft und John Carpenter scheinen auf dem Album spürbar präsent zu sein. Gerade Carpenter begleitet viele Metalfans ja irgendwie durchs Leben – sei es über Filme, Soundtracks oder einfach diese besondere Atmosphäre. Wann haben solche Einflüsse begonnen, eure Musik wirklich zu prägen?
Kevin:
Unterbewusst ist das schon lange der Fall, sicherlich schon seit etwa 2018. Jedoch muss man natürlich schauen, wie man Einflüsse verarbeitet. Wir haben ja aktuell des Öfteren Synthesizer benutzt – was ja ein Carpenter-Markenzeichen ist –, das hätte so auf “Bow Down” nicht funktioniert. Aber ja, Carpenters Filme und seine Musik – nicht nur die Soundtracks – sind große Einflüsse. Gewisse Spannungsbögen daraus haben wir versucht, in Heavy-Metal-Songs zu übertragen.
Tobias:
Gab es beim Schreiben konkrete Momente, in denen ein Film, ein Buch oder sogar nur eine einzelne Szene plötzlich zum Ausgangspunkt eines Songs wurde?
Kevin:
Ja, gab es auf jeden Fall. Wir haben ja jeweils einen Song zu einem Film aus Carpenters “Apocalypse Trilogy” geschrieben. ‘Outpost 31’ bezieht sich auf “The Thing”, ‘Brotherhood Of Sleep’ auf “Prince Of Darkness” und ‘Into The Mouth Of Madness’ auf “In The Mouth Of Madness”. ‘Cosmic Truth’ hat sowohl Lovecrafts Geschichte “From Beyond” wie auch den gleichnamigen Film von Stuart Gordon als direkten Einfluss. ‘The Forgotten Village’ und ‘Bane In The Black Cloud’ sind zwei zusammenhängende Songs im Lovecraft-Universum – eine Eigeninterpretation unseres Bassisten Simon inklusive eines eigenen “Großen Alten”.
Tobias:
CRYPTOR begleitet GRAVETY inzwischen seit Jahren. Von außen wirkt die Figur mittlerweile fast größer als ein klassisches Bandmaskottchen. Welche Rolle spielt CRYPTOR heute tatsächlich innerhalb der Bandidentität?
Kevin:
CRYPTOR spielt in unserer Bandidentität eine sehr große Rolle, da er uns einzigartig macht. Bei welcher Band gibt es sonst noch eine Live-Show, bei der eine mystische Entität mittels Urnen-Ritual herbeigerufen wird? Jeder Gig ist auch anders, denn in jeder Stadt, in der wir spielen, hat auch CRYPTOR bereits sein Unwesen getrieben und die zur Stadt gehörende Geschichte erzähle ich auf der Bühne.
Wenn du sagst, er wirkt fast schon größer als ein klassisches Bandmaskottchen, haben wir unser Ziel erreicht. Als Gestaltenwandler kann er sich jeder Albumthematik anpassen und soll als Identifikationsmerkmal unserer Musik dienen.
Tobias:
Mich interessiert bei solchen Konzepten immer, wie viel Hintergrundgeschichte intern eigentlich existiert. Gibt es rund um CRYPTOR deutlich mehr Lore und Ideen, als Fans bisher kennen – oder entwickelt sich vieles erst unterwegs?
Kevin:
Mit ‘Cryptor’s Calling’ haben wir ja nun seine Origin-Story in einen Song gepackt und damit eine Art Bandhymne geschaffen. Ideen gibt es bereits einige, konkret werden diese aber dann erst im Songwriting. Da CRYPTOR ja jede Form annehmen kann und konnte, sind wir thematisch ungebunden. Die Fans können also gespannt sein, welche Abenteuer um CRYPTOR noch folgen werden …
Tobias:
Laut eurer Geschichte erhebt sich CRYPTOR 2019 aus der Saar und erwählt euch zu den Bearers Of Steel. Ich mag solche komplett eigenen Ideen, gerade weil sie nicht austauschbar wirken. Wie entsteht so etwas ursprünglich?
Kevin:
Zuerst einmal freut es mich, dass dir die Idee gefällt. Das Ganze kam so zustande, dass ich etwas komplett Eigenes erschaffen wollte. Es gibt so viele Bands und viele ähneln sich oft. Ich selbst finde es als Fan auch spannender, wenn sowohl musikalisch als auch optisch etwas Frisches geboten wird. Es muss keine Verkleidung sein wie bei WARKINGS zum Beispiel, aber lediglich im Bandshirt aufzutreten, finde ich für unsere Art der Musik auch nicht passend. Daher ist unser Ziel, ein Gesamtkonzept zu kreieren: Heavy Metal, der episch, düster und atmosphärisch ist. Das Ganze soll sich durch Artworks, Vinylfarben, Bühnenoutfits und natürlich die Musik ziehen.
Tobias:
Wenn man euch verfolgt, merkt man relativ schnell, dass euch nicht nur Musik verbindet. Filme, Horror, Gaming oder klassische Heavy-Metal-Kultur scheinen ebenfalls wichtige Rollen zu spielen. Worüber wird bei euch abseits der Musik besonders oft diskutiert?
Kevin:
Ich würde sagen, am meisten diskutiert wird über Filme, da wir prinzipiell ähnliche Genres mögen, aber doch oft unterschiedliche Ansichten haben. Aber auch über Persönliches, da wir alle miteinander befreundet sind. Über das, was uns gerade bewegt.
Tobias:
Eine Sache hat mich ehrlich überrascht: Bei deinen Lieblingskünstlern taucht plötzlich Bruce Springsteen auf. Das hätte ich bei GRAVETY nicht unbedingt erwartet. Woher kommt diese Verbindung?
Kevin:
Meine Faszination für Bruce Springsteen kam relativ spät. Ich hatte mich lange Zeit nicht intensiv mit ihm befasst, obwohl ich einige Alben in einer Box gekauft habe, auf Anraten eines Freundes. Wie das bei solchen Boxen oft der Fall ist, befasst man sich mit den einzelnen Alben nicht intensiv genug.
2018 schaute ich mir mit meiner Mutter “Springsteen On Broadway” auf Netflix an. Dabei erzählt er seine Lebensgeschichte zwischen den Songs, lediglich mit Akustikgitarre und Mundharmonika. Dabei kam er so sympathisch rüber und die Songs machten für mich plötzlich viel mehr Sinn. Ab diesem Zeitpunkt habe ich Springsteen verstanden und mich dann intensiv mit ihm beschäftigt, alle Alben gekauft und ihn schätzen gelernt.
2023 war es dann endlich so weit und ich habe ihn erstmals live erlebt. Und was soll ich sagen? Es war lebensverändernd. Hört sich übertrieben an, allerdings habe ich wirklich viele Konzerte und Bands live erlebt, aber so etwas tatsächlich noch nie.
Ich bin nicht gläubig, aber er ist wie ein Prediger: für Musik, die einen wirklich berührt, und Positivität. Ich kann wirklich jedem Fan handgemachter Musik empfehlen, Springsteen einmal live zu erleben. Es lohnt sich wirklich.
Tobias:
Mit ‘This Is Your Sword’ findet sich dann plötzlich sogar eine Heavy-Metal-Version eines Bruce-Springsteen-Songs auf eurem Bandcamp-Account. Als ich das gelesen habe, musste ich erst einmal kurz überlegen, wie das wohl klingt. Wie kam es zu dieser Idee?
Kevin:
Die Idee entstand, als ich mir den Song eines Tages auf der Terrasse angehört hatte. Es ist nicht mein Lieblingssong, aber in dem Moment hatte ich die Melodie eines Metal-Songs im Kopf und habe sie direkt danach gesungen. Nach etwas Herumprobieren war ich davon überzeugt, dass man daraus eine Heavy-Metal-Version machen kann. Ich hatte schon öfter den Wunsch, einen Song in unserem Stil zu covern, und so kam es dann dazu, dass Phil und ich den Song umarrangiert haben und ihn zu unserem 15. Jahr als Band den Fans kostenlos als Download zur Verfügung gestellt haben.
Tobias:
Gab es Reaktionen aus eurem Umfeld, bei denen ihr gemerkt habt: Okay, damit haben wir jetzt wirklich niemanden rechnen sehen?
Kevin:
Ja, das war für viele Leute überraschend. Auch wenn ich mittlerweile als Springsteen-Nerd bekannt bin, kam es doch unverhofft, dass wir solch einen deutlich anderen Song in unserem Gewand präsentiert haben.
Tobias:
Mich interessiert bei Bands immer, wie kreatives Arbeiten tatsächlich funktioniert. Gerade wenn mehrere Leute Songs schreiben oder arrangieren: Entsteht bei euch vieles über Diskussionen oder gibt es innerhalb von GRAVETY inzwischen ein großes gegenseitiges Vertrauen?
Kevin:
Wir vertrauen uns, allerdings gehören zu einem kreativen Prozess auch immer Diskussionen dazu. Da wir möglichst viel selbst machen – Promo, Grafiken, Merch-Design usw. –, ist das auch eine Menge Arbeit. Doch zurück zur Musik: Manche Songs entstehen durch Jammen im Proberaum, diese werden dann natürlich verfeinert. Manche Songs basieren auf einer Grundidee einer Person. Dann setzen wir uns oft in Gruppen von zwei bis drei Personen zusammen, arbeiten daran und ergänzen anschließend alles gemeinsam im Proberaum.
Tobias:
Eine Frage, die mir beim Schreiben tatsächlich mehrfach durch den Kopf ging: Warum eigentlich Children Of The Grave? Natürlich denkt man sofort an BLACK SABBATH, aber ich vermute, dahinter steckt inzwischen mehr als nur eine Referenz.
Kevin:
Wenn ich eine Band als größten Einfluss und gleichzeitig gemeinsamen Nenner wählen müsste, ist dies natürlich BLACK SABBATH. Somit ist es natürlich eine Referenz, aber auch ein Teil unseres Alleinstellungsmerkmals. GRAVETY ist ja ein Wortspiel aus Grave – Grab – und Gravity – der Schwerkraft. Deshalb auch die Thematik mit Tod, Untoten, Horror usw. Da bietet es sich an, im Wording dieses Thema einfließen zu lassen und letztlich sind wir ja auch alle irgendwann Children Of The Grave …
Tobias:
Viele sprechen heute über Streaming, schnelle Algorithmen und immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen. Gleichzeitig lebt eure Musik stark von Atmosphäre, Konzepten und bestimmten Bildern im Kopf. Habt ihr manchmal das Gefühl, dass Musik heute anders konsumiert wird, als sie ursprünglich gedacht war?
Kevin:
Ja, das hat sich tatsächlich sehr verändert. Wie du schon sagst, ist es schwer, Leute zu überzeugen, da alles so hektisch geworden ist und vieles nebenbei passiert. Ich streame selbst auch, es ist besonders unterwegs natürlich praktisch, aber am liebsten lege ich eine Schallplatte auf. Wenn Musik, Sound, Artwork, Vinylfarbe und generelle Aufmachung zueinander passen, kann man sich total darin verlieren und das Ganze hat etwas Beruhigendes und Rituelles.
Tobias:
Ihr seid inzwischen einige Jahre unterwegs. Gibt es Momente aus der bisherigen Bandgeschichte, an die du heute noch besonders gerne zurückdenkst?
Kevin:
Da gibt es viele … Spontan würde ich sagen: unsere Show mit POWERWOLF vor ausverkauftem Haus 2012, unser Release-Gig des ersten Albums mit Paul Di’Anno im proppevollen Club und unsere erste Show nach neun Jahren Pause 2022 in Oberhausen.
Tobias:
Wenn jemand GRAVETY bisher überhaupt nicht kennt und du genau einen Song auswählen müsstest, um die Band zu erklären – welcher wäre das und warum gerade dieser?
Kevin:
Ein Song ist natürlich schwierig, aber ich denke, meine Wahl würde auf ‘Brotherhood Of Sleep’ fallen, da er musikalisch viele unserer Stärken vereint: schwere, doomige, aber auch treibende Riffs, eine eindringliche, intensive Atmosphäre sowie epische Passagen.
Tobias:
Wenn du heute auf den Kevin von 2012 treffen würdest: Was würde ihn an GRAVETY im Jahr 2026 vermutlich am meisten überraschen?
Kevin:
Schwierig … vielleicht, dass wir es geschafft haben, unseren Stil so zu verfeinern und damit andere Leute glücklich zu machen …
Tobias:
Viele Songs auf “Of Cults And Chaos” leben stark von Atmosphäre und bestimmten Spannungen. Beim Hören hatte ich mehrmals das Gefühl: Das könnte live komplett eskalieren – oder eine echte Herausforderung werden. Gibt es Songs, auf die du dich besonders freust oder bei denen du jetzt schon Respekt vor der Umsetzung hast?
Kevin:
Neues Material live zu spielen macht natürlich immer Spaß. Zu sehen, wie die Leute darauf reagieren, wie man selbst damit klarkommt usw. Aber genau das macht Live-Shows ja auch aus. Da wird der Song erst richtig lebendig. Und letztlich muss man sich ja auch selbst immer wieder pushen, als Band genauso wie im alltäglichen Leben. Ich freue mich auf ‘Into The Mouth Of Madness’ und hoffentlich auch mal auf ‘Outpost 31’, damit die komplette “Apocalypse Trilogy” live entfesselt wird.
Tobias:
Zum Abschluss etwas ungewöhnlicher: Wenn CRYPTOR dieses Interview lesen würde – welche Frage hätte die Entität vermutlich vermisst?
Kevin:
CRYPTOR hätte natürlich auf Fragen nach seinen größten Abenteuern gewartet. Seine liebste Foltermethode oder so etwas … haha.
Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit. Die letzten Worte gehören dir: Gibt es etwas, das du den Children Of The Grave gerne noch mitgeben möchtest?
Kevin:
Ich danke dir für die spannenden Fragen und dein Interesse. Ebenfalls herzlichen Dank an alle Children Of The Grave für den Support und das positive Feedback. Hoffentlich sehen wir möglichst viele bei unserer Releaseshow am 27.06. im Walhalla in Saarbrücken. Bis dahin: Stay Heavy!
Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Denise Albert

