MAGIC OPERA
Titel: THE FINAL FLIGHT
Label: RUBICON MUSIC
Spieldauer: 64:34 Minuten
VÖ: 24. Juli 2026
Mit ihrem neuen “The Final Flight“ Album schließt das Symphonic Power Metal Projekt MAGIC OPERA seine Album-Trilogie ab und mit zwei Live-Shows am 29. und 31 August in Tokio, den ersten und einzigen Auftritten der Truppe, nach jetzigem Stand der Dinge dann auch für immer seine Tore.
Gegründet von Komponist und Keyboarder Marco Garau (Ex-Derdian) kamen unter Beteiligung von Anton Darusso (Wings Of Destiny), Drummer Salvatore Giordano (Ex-Derdian), den beiden Gitarristen Luca Sellitto (Timeless Fairytale) und Matteo Baschiera (Sick Society) sowie Bassist Ollie Bernstein (Illusion Force) das Debütalbum “The Golden Pentacle” (2021) sowie im übernächsten Jahr der Nachfolger “Battle of Ice” heraus. Als letztes Album der “Amtork-Saga“ beschließt nun also “The Final Flight” die von Marco Garau geschriebene Fantasy-Story um Könige, Dämonen und Magier, deren Inhalt man auf der Homepage der Band nachlesen kann. Und wenn man sich durch mehrere Bildschirmseiten gearbeitet hat, entdeckt man noch einen Link zur ausführlichen Version, was die Detailverliebtheit und Tiefe des Ganzen offenbart.
Musikalisch ist der Schlussakt eine konsequente, aber auch erwartbare Fortsetzung mit handelsüblichem europäischen Symphonic Power Metal mit deutlichen neoklassischen Einflüssen, teilweise im Stile eines Film-Soundtracks mit ausladenden Bögen und Strukturen, hier und da harschen Vocals/Growls, Doublebass-Attacken, hymnischen Refrains, flächigen Keyboards sowie üppigen Chören und Orchestrierungen. Die Akteure verbinden gepflegten, schnellen Power Metal mit dramatischer Intensität, orchestralen Arrangements und dem epischen Fantasy Storytelling.
Der Opener `The Danger’s Growing Dark´ eröffnet das Album spannungsgeladen und mit einer düster-bedrohlichen Atmosphäre. Danach setzt ´The Black Gem´ auf schnelles Doublebass-Gewitter, neoklassische Keyboardläufe und einen packenden Refrain, bevor das folgende ´Unholy Alliance´ dunklere Töne anschlägt, wechselnde Tempi und dialogartig aufgebaute Gesangspassagen bilden das Bündnis der einstigen Erzfeinde ab. `Fury Of The Storm´ bietet klassischen High-Speed Power Metal, abgelöst durch majestätisch-hymnisch schreitendes Midtempo der `Mother Of Winter Ice´.
Bei insgesamt doch recht hoher, aber nicht maximaler Durchschnittsgeschwindigkeit sorgen das kurze Instrumental-Intermezzo `Chaos Rising´ sowie das balladesk-melancholische `Lady Of The Wind´ für musikalische Verschnaufpausen, bevor ´When Reason Dies´ mit seinen harschen Vocals und langen Instrumentalpassagen, gefolgt vom hymnisch-treibenden ´Immortal Glory´ das Kommando übernehmen. Für ein wirkliches Highlight sorgt zudem das vielseitige, mitreißende `The Clash Of Fates´.
Wie beim Vorgänger kulminiert das Ganze final im fulminanten Schluss- und Titeltrack, der nochmal alle musikalischen Fäden und Elemente von MAGIC OPERA aufnimmt. Im direkten Vergleich zu seinen Vorgängern setzt “The Final Flight“ ein bisschen weniger auf die Karte Geschwindigkeit, wirkt durch mehr neoklassische Elemente wie barocke Keyboardpassagen und orchestrale Chöre abwechslungsreicher, verspielter und symphonischer und entfernt sich damit weg vom klassischen europäischen Power Metal.
Ein stimmiges, homogenes, kurzweiliges Finale, episch, pathetisch und emotional, aber unter dem Strich hat der direkte Vorgänger aufgrund größerer Griffig- und Gradlinigkeit sowie der höheren Zahl an eingängigen, schnörkellosen Power Metal Songs für mich dann doch die Nase am Ende sogar relativ deutlich vorne.
Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten


