DARK PLAGUE – MASQUERADE

DARK PLAGUE

Titel: MASQUERADE

Label: Fetzner Death Records

Spieldauer: 40:45 Minuten

VÖ: 07. August 2026

Bereits 2024 konnten mich DARK PLAGUE mit “The Threshold Of Death” überzeugen. Damals attestierte ich den Franzosen eine gelungene Rückkehr mit rohen Vocals, düster-schwarzen Melodien und kompromisslosem Black Metal, der sich irgendwo zwischen DARKTHRONE, MAYHEM, EMPEROR und GORGOROTH bewegte. Nun melden sich die Schwarzmetaller aus Lille mit ihrem sechsten Studioalbum “Masquerade” zurück, das am 7. August 2026 über FETZNER DEATH RECORDS erscheint. Erhältlich sein wird die neue Langrille als CD im Digipak inklusive zwölfseitigem Booklet sowie als limitierte Kassette. Personell bleibt bei DARK PLAGUE alles beim Alten. Daïmon übernimmt weiterhin die Vocals, Infestus den Bass, Lord Of Misery die Gitarren und das Mixing sowie Mastering, während Kévin Paradis erneut als Session-Drummer hinter dem Kit Platz nimmt und mit seinem präzisen wie kompromisslosen Spiel ordentlich Druck auf den Kessel bringen soll. Aufgenommen wurde “Masquerade” in den BLACK LODGE STUDIOS, das Artwork stammt von Ludot Godot. Inhaltlich widmen sich die Franzosen diesmal der Heuchelei unserer Gesellschaft und den Masken, hinter denen sich Menschen tagtäglich verstecken. Es geht um falsche Fassaden, unterdrückte Instinkte und die Frage, was hinter der Maske eigentlich noch vom wahren Ich übrig bleibt. Schauen wir einmal, ob DARK PLAGUE diese düsteren Themen auch musikalisch überzeugend umsetzen.

Nach einem kurzen Soundclip, der in Verbindung mit dem Titel ‘Social Sickness’ bereits die thematische Marschrichtung vorgibt, legen DARK PLAGUE gnadenlos ranzigen Black Metal auf die Schlachtplatte. Mit einer Prise Death Metal gewürzt, ist der Opener ein bockstarker Einstieg in “Masquerade”. ‘Overwhelmed’ überrascht mit seinen zunächst eher zahmen Momenten, begeistert dann aber mit der plötzlich einsetzenden Wucht, die den Hörer wie ein dicker schwarzer Teppich aus Dunkelheit umhüllt und mit gefauchten Vocals beschießt. Der Song wird während seiner sechs Minuten Spielzeit immer räudiger und wütender, die nachfolgenden Nummern ‘Make War Great Again’, ‘Bitter Leather & Sweet Pain’, ‘Modern Lament’ und ‘Insidious Plague Of Mind’ sind das dagegen von der ersten bis zur letzten Sekunde. In ‘Power Of Desire’ gibt es zunächst ein brachiales instrumentales Feuerwerk – und das zweieinhalb Minuten lang. Erst dann blitzen die gewohnt rohen Vocals im Gehör auf. Zum Abschluss kriecht ‘Useless’ in euren Kopf, um dort noch eine ganze Weile an den Synapsen zu kratzen.

Mit “Masquerade” knüpfen DARK PLAGUE nahtlos an den starken Vorgänger “The Threshold Of Death” an und legen in Sachen Songwriting, Atmosphäre und Düsternis sogar noch eine Schippe drauf. Die Franzosen verbinden erneut räudigen, kompromisslosen Black Metal mit einer Prise Death Metal, wirken dabei aber reifer und abwechslungsreicher als noch 2024. Die Songs atmen Zerfall, Verzweiflung und blanken Hass, ohne sich dabei in stumpfer Raserei zu verlieren. Wer auf rohen, melodischen und finsteren Black Metal steht, der sich tief in die Gehörgänge frisst und dort seine Spuren hinterlässt, sollte “Masquerade” definitiv eine Chance geben. DARK PLAGUE bleiben ihrer Linie treu und zeigen eindrucksvoll, dass sich konsequente Weiterentwicklung und Authentizität keineswegs ausschließen.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten