SPACE PARASITES
Titel: MAKE ME EVIL
Label: Fetzner Death Records
Spieldauer: 41:19 Minuten
VÖ: 05. Juni 2026
Von Berlin nach Karlsruhe und umgekehrt – Fetzner Death Records hat mit SPACE PARASITES die Heavy-/Thrash-Metal-Underground-Macht aus Berlin neu im Roster, die ihren aktuellen Langspieler “Make Me Evil” über eben jenes Label veröffentlicht. SPACE PARASITES sind seit 2017 aktiv und haben sich im Underground Schritt für Schritt in die Moshpits gezockt. Gegründet wurde die Truppe von Willi Wild (Schlagzeug), Diana “Gory Di” (Bass) und Sebastian “Iron” Daschke (Gitarre), ehe mit Nadine “Danger Dine” Beise die passende Thrash-Röhre gefunden war. Nach der EP “A Date With Thrash Doctor”, dem DIY-Release “Raw And Violent” und dem 2022 erschienenen Album “The Spellbound Witch” steht nun das nächste Kapitel der Berliner an. Das aktuelle Line-up besteht aus Frontfrau Nadine “Danger Dine” Beise, Sebastian “Iron” Daschke und Matti Massaker an den Gitarren sowie T-Moe “Terror” am Bass. Letzterer übernahm nach dem Ausstieg von Diana “Gory Di” im Jahr 2023 den Viersaiter. Auch hinter den Kesseln gab es Bewegung: Nach dem Abschied von Willi Wild war zeitweise Liam Anthony von IDLE RUIN aktiv, für die Aufnahmen von “Make Me Evil” saß schließlich Zaske am Schlagzeug. Musikalisch haben sich SPACE PARASITES ebenfalls weiterentwickelt. Während die Anfangstage noch deutlich stärker vom reinen Thrash Metal geprägt waren, verbindet die Band heute klassischen Heavy Metal mit thrashigen Wurzeln. Einen wichtigen Anteil daran hatte auch der Einstieg von Matti Massaker als zweitem Gitarristen, nachdem die Band erkannte, dass genau dieser Schritt für die weitere Entwicklung des Sounds notwendig war. Die Pandemiezeit sorgte zusätzlich dafür, dass an Songs und Stil weiter gefeilt wurde, was bereits auf “The Spellbound Witch” hörbar war und nun auf “Make Me Evil” fortgeführt werden soll. Für das neue Album gingen die Hauptstädter wieder ins Gernhart Studio von Martin Buchwalter, wo “Make Me Evil” aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert wurde. Die Songs stammen aus der Feder von Sebastian Daschke und Matti Schneider, während sich Nadine Beise, Matti Schneider, Timo Schorlemmer und Sebastian Daschke um die Lyrics kümmerten. Auch optisch steckt viel Eigenleistung in dem Werk: Das Cover stammt von Sebastian Daschke, die weiteren Illustrationen und das Booklet gestaltete Timo Schorlemmer.
Thematisch begeben sich SPACE PARASITES erneut auf einen finsteren Pfad. Hexen, dunkle Mächte, Wahnsinn, Horror und Vergeltung ziehen sich durch die Songs und sollen den geneigten Headbanger durch eine Art musikalischen Thriller führen. Laut Band haben sich auf “Make Me Evil” Sound, Wut und Spielfreude noch einmal gefestigt. Ob SPACE PARASITES dieses Versprechen halten können, schauen wir uns jetzt genauer an. Nach 68 Sekunden Blitz, Donner, Regen, spacigen Sounds und witchy Spoken Words geht die wilde Fahrt mit dem Titeltrack ‘Make Me Evil’ los. Die Gitarren sägen, die Drums feuern und die Vocals knallen richtig fies ins Trommelfell – absolut positiv gemeint natürlich. So darf ein Albumstart gerne aussehen. ‘Bedeviled Witch’ erhöht anschließend das Tempo, liefert knallhartes Riffing und hat dazu noch einige groovige Passagen im Gepäck. Mit ‘Neckwrecker’ folgt dann der passende Titel zum Baller-Programm. Bang your fucking head lautet hier die Devise, denn die Nummer ist ein deftiger Banger, der seinem Namen alle Ehre macht. ‘Hellbound’ drückt das Gaspedal anschließend noch weiter durch. Ein Gitarrensolo jagt hier das nächste, während die PARASITES scheinbar vom anderen Stern shredden. Weniger Melodie, dafür infernalisch schnell und mit ordentlich Feuer unter der Haube. Mit ‘How Often’ folgt dann eine Heavyballade, die bewusst einen anderen Weg einschlägt. Hier zeigt Nadine “Danger Dine” Beise eine weitere Seite ihres Könnens und beeindruckt mit ihrer rauchigen Stimme auf ganz andere Art und Weise als auf den vorherigen Nackenbrechern. ‘Monster’ und ‘Tarot’ liefern danach genau das richtige Futter für Mosher und Headbanger. Rotzig, punkig, aggro und mit genug Druck aufm Kessel, um die Matte ordentlich kreisen zu lassen. ‘Hostiles’ schlägt in eine ähnliche Kerbe und serviert feinsten Thrash Metal, wie ihn Genrefans hören wollen. Zum Abschluss setzen ‘Fortress’ und ‘She’ noch einmal auf knackigen Heavy Groove Metal. Druckvoll, eingängig und ein gelungener Schlussspurt, bevor SPACE PARASITES den Deckel draufmachen.
Wenn “Luft” ein Berliner Markenzeichen ist, dann sind SPACE PARASITES das Hauptstadt-Markenzeichen für Undergroundgeballer der räudigen, aggressiven, groovigen und angenehm abgespaceten Art. Die Berliner liefern ein abwechslungsreiches, vielschichtiges und von vorne bis hinten druckbetanktes Album ab, das sich nie in Monotonie verliert. Mal wird geballert, mal gegroovt, mal darf auch etwas Atmosphäre mitspielen – langweilig wird es dabei keine Sekunde. Starke Platte geworden.
Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten


