ARROGANZ – DEATH DOOM PUNKS

ARROGANZ

Titel: DEATH DOOM PUNKS

Label: Testimony Records

Spieldauer: 38:31 Minuten

VÖ: 15. Mai 2026

ARROGANZ wurden Anfang 2008 von -K- und -M- in Cottbus gegründet. Beide kannten sich bereits seit ihrer Jugend, spielten zuvor gemeinsam in einer Band und waren auch in verschiedenen anderen Projekten aktiv. In der Anfangsphase gehörte zudem -L- am Schlagzeug zur Band, der von 2008 bis 2009 aktiv war. Kurz darauf übernahm -T- die Drums und ist seit 2009 fester Bestandteil von ARROGANZ.

Nach dem Ausstieg von Mitgründer -M- im Jahr 2013 wurde die Bandbesetzung neu geordnet, während -P- von 2013 bis 2025 an der Gitarre aktiv war und diese Phase mitprägte. Seit 2025 steht mit -B- ein neuer Gitarrist in der Band, womit ARROGANZ heute aus -K- (Vocals, Bass), -T- (Drums) und -B- (Gitarre) bestehen. Nach dem Line-up-Wechsel sind ARROGANZ jetzt auch geografisch anders zu verorten, denn mit Torgau, Berlin und Nürnberg kommt man aus sehr unterschiedlichen Ecken – was der Gangart aber keineswegs schadet, so viel sei verraten.

Info zum Artwork:
Das Artwork zu “Death Doom Punks” zeigt eine düstere, apokalyptische Landschaft aus schwarzen Felsen, über der ein unheilvoller Mond hängt, während ein glühender Lavastrom vom Vulkan bis in einen kreisförmigen Strudel im Vordergrund fließt – wie eine offene Wunde in einer sterbenden Welt. Der starke Kontrast aus kaltem Grau und leuchtendem Rot erzeugt sofort eine beklemmende, intensive Atmosphäre, die perfekt zum Sound passt.

Großes Lob an Johnny Doe: ein detailreiches, stimmiges Cover mit klarer Bildsprache und genau der richtigen Portion Wucht und Tiefe.

Musikalisch entwickelte sich die Band von einem rohen, aggressiven Mix aus Blastbeats und D-Beats hin zu einem Sound mit düsteren, atmosphärischen Elementen und doomigen Passagen, ohne dabei die Wurzeln im Old-School-Death-Metal zu verlieren. Diese Entwicklung lässt sich auch anhand der Diskografie nachvollziehen: Nach dem frühen Demo “Burning Souls” (2010) folgte mit “Dark and Deathless” (2011) das Debütalbum. Mit “Kaos.Kult.Kreation” (2013) und “Tod & Teufel” (2014) wurde der Sound weiter fokussiert und forciert, bevor mit “Morsus” (2020) und “Quintessenz” (2024) die moderne Baller-Phase entfesselt wurde. Lyrisch handeln die Lieder von Persönlichem, Philosophischem und gesellschaftlichen Themen – das Ganze vor dem Hintergrund einer Welt, in der immer mehr Sicherheiten wegbröckeln und man sich fragt, was eigentlich noch Bestand hat. 

Das aktuelle Line-up, bestehend aus -K-, -T- und -B-, präsentiert auf “Death Doom Punks” neun Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 38:31 Minuten. Wir steigen direkt mit dem Opener ‘Die For Nothing’ ein, der mit Geflüster beginnt und anschließend ein fettes Drumgewitter auf euch niederprasseln lässt – inklusive mächtigem Gitarrenfeuer und donnernden Growls. Der Opener ist damit ein brachialer Todessturm, der die Marschrichtung des Albums klar vorgibt.

Groovy und nicht ganz so “voll in die Fresse” gehen ARROGANZ in ‘Under Scarred Skin’ zu Werke – aber nur in den ersten Sekunden, danach hauen die Herren den gottlos heftigen Todestahl raus, den man gewohnt ist. Roh wie 5 Kilo Gehacktes wird euch ‘Pain Forged Armor’ auf den Death-Metal-Tresen geknallt – eine Vollbedienung in Sachen ranzigen Growls gibt es on top. Dem Titeltrack und Nackenbrecher ‘Death Doom Punks’ folgen ‘Anti-Ideology’ und ‘Arsenic Breath’, bei denen es einmal Vollgas und einmal eher grooviger zur Sache geht. Das Song-Triple um ‘Incubus‘ Veins’, ‘Earths Final Dose’ und den abschließenden ‘Spirit Arsonist’ bietet mehr vom gewohnten Stil der deutschen OSDM-Metaller und fällt im Vergleich zu den anderen Songs keinen Deut ab.

Mit “Death Doom Punks” liefern ARROGANZ ein kompromissloses Brett ab, das Old-School-Death-Metal und rohe Punk-Attitüde direkt und ungefiltert auf den Punkt bringt. Die düstere Grundstimmung zieht sich dabei durch das gesamte Album. Vor allem der Opener ‘Die For Nothing’, das kurz antäuschend groovige, dann aber gnadenlos zuschlagende ‘Under Scarred Skin’ sowie das roh servierte ‘Pain Forged Armor’ setzen früh die Marschrichtung. Auch ‘Death Doom Punks’, ‘Anti-Ideology’ und ‘Arsenic Breath’ halten das Level konstant hoch, während das Abschluss-Triple um ‘Incubus‘ Veins’, ‘Earths Final Dose’ und ‘Spirit Arsonist’ ohne Abfall durchzieht.

„Death Doom Punks“ ist roh, direkt, ohne Schnörkel – und genau deshalb ein Tipp für alle, die ihren Death Metal blutig und ursprünglich mögen.

Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten