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CARNIVORE A.D. – “Transmutation” zwischen Vermächtnis und Gegenwart

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CARNIVORE sind eine jener bekannten Bands aus den 80ern, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Seit 2017 wird dieses Vermächtnis von CARNIVORE A.D. weitergetragen – Musikern, die die Wurzeln der Originalband verstehen und gleichzeitig ihre eigene Energie in die Gegenwart einbringen. Mit “Transmutation” veröffentlichen CARNIVORE A.D. ihre erste EP über APOSTASY RECORDS, vollgepackt mit Aggression, düsterer Atmosphäre und einer rohen Energie, die einfach trifft. Ich habe mit Baron Misuraca darüber gesprochen, wie viel Verantwortung mit dem Namen CARNIVORE verbunden ist – und wohin die Reise von CARNIVORE A.D. geht.

Tobias:
Hi Baron, und Glückwunsch zur starken EP “Transmutation”, eurem ersten eigenen Material, das am 27. März 2026 erschienen ist. Wie fühlt es sich für dich und deine Bandkollegen an, diese Songs endlich in die Welt hinauszubringen? Und wie war Louies Reaktion auf die Platte?

Baron Misuraca:
Grüße Tobias und danke dir. Wir fühlen uns alle großartig damit. Wir haben die nächste Stufe erreicht und empfinden ein enormes Gefühl von Erfolg und Dankbarkeit.

Tobias:
CARNIVORE sind eine Kultband, die zwei Alben veröffentlicht hat, die unzählige Musiker beeinflusst haben. Wie groß ist der Druck für euch, dieses Vermächtnis weiterzutragen, ohne die Wurzeln zu verlieren und dennoch wie eine eigene Band zu klingen?

Baron Misuraca:
Wir versuchen, nicht auf diese Weise darüber nachzudenken. Mit dem Vermächtnis von CARNIVORE fest in unseren Herzen und Köpfen sind wir an das neue Material als wir selbst herangegangen, um so ehrlich wie möglich zu sein.

Tobias:
CARNIVORE waren bekannt für provokante und mehrdeutige Texte, die Grenzen überschritten und oft die Meinungen spalteten. Wie geht ihr heute mit diesem Erbe um, besonders in einer Zeit, in der alles schnell bewertet und eingeordnet wird?

Baron Misuraca:
Gute Frage. Auch hier versuche ich, so ehrlich und offen wie möglich zu sein, und ermutige jeden, Petes Texte vollständig und gründlich zu lesen. Je mehr man versteht, woher er kam, desto mehr erkennt man, dass die Dinge nicht so sind, wie sie oft dargestellt werden. Die überwiegende Mehrheit unseres Publikums ist reflektiert und versteht es vollkommen.

Tobias:
Mit SHEER TERROR warst du bereits tief in der Hardcore-Szene verwurzelt und hast dir dort einen Namen gemacht. Was hat dich persönlich dazu bewegt, Teil von CARNIVORE A.D. zu werden?

Baron Misuraca:
Ein gemeinsamer Freund aus der New Yorker Szene drängte mich, Louis Beato usw. zu kontaktieren und die Musik von CARNIVORE wiederzubeleben. Zuerst hielt ich unseren Freund für verrückt, aber letztendlich bin ich seinem Rat gefolgt – und hier sind wir!

Tobias:
Mit Chuck Lenihan und Joe Cangelosi hast du erfahrene Veteranen an deiner Seite, die ebenfalls auf lange Geschichten im Metal und Hardcore zurückblicken. Wie habt ihr ursprünglich zusammengefunden und wie hat dieses Line-up den Sound und die Ausrichtung von “Transmutation” geprägt?

Baron Misuraca:
Ich habe Chuck und Joe (die ich beide seit vielen Jahren kenne) dazugeholt, da sich die ursprünglichen CARNIVORE-Mitglieder auf Karriere- und persönliche Situationen konzentrieren mussten. “Transmutation” ist eine Mutation der Einflüsse und Stile von mir, Chuck und Joe!

Tobias:
Louie Beateaux, ein ursprüngliches Mitglied, ist weiterhin beteiligt. Wie wichtig ist seine Rolle, wenn es um Authentizität, den Spirit und die kreative Ausrichtung von CARNIVORE A.D. geht?

Baron Misuraca:
Seine Rolle ist von größter Bedeutung. Wir hätten das alles ohne seine Zustimmung und Führung nicht machen können. Er hat kürzlich einige Shows mit uns hier in den USA gespielt und es war schlichtweg magisch!

Tobias:
Der Titelsong ‘Transmutation’ geht direkt nach vorne und verbindet Thrash, Hardcore und diese rohe Aggression, die man mit CARNIVORE verbindet. Wie ist dieser Song entstanden und was war dir beim Schreiben besonders wichtig?

Baron Misuraca:
Ich hatte den Großteil dieses Songs schon vor einiger Zeit geschrieben, und als die Idee entstand, neues Material zu veröffentlichen, war das die erste Komposition, die aufkam. Besonders wichtig war mir beim Schreiben das lyrische Konzept: “Night Of The Living Dead”-Film trifft auf Offenbarung 9!

Tobias:
‘I Stand Alone’ zeigt eine emotionalere und introspektivere Seite und behandelt Themen wie Verlust und Trauer. Wie wichtig ist es dir, solche persönlichen und reflektierenden Elemente in eure Musik einzubringen?

Baron Misuraca:
Sagen wir einfach, es war etwas, das ich zu diesem Zeitpunkt gefühlt habe und lyrisch ausdrücken musste, und Chuck hatte Musik, die dafür das perfekte Vehikel war.

Tobias:
‘Social Decomposition’ ist ein echter Moshpit-Killer und wurde als Single inklusive Video veröffentlicht. Wie wurde dieser Track zum herausragenden Stück der EP?

Baron Misuraca:
Wir wollten das Publikum wirklich überraschen und ihnen eine ordentliche Abreibung verpassen! “Moshpit-Killer?” Das gefällt mir!

Tobias:
Mit ‘Mine Is the Hand’ endet die EP auf eine dreckige, rohe und sehr undergroundige Weise – fast so, als wäre man in einem kleinen, verschwitzten Club. War das eine bewusste Entscheidung in Bezug auf Sound und Produktion? Und wie sehr vermisst ihr solche Locations?

Baron Misuraca:
Wir haben nicht bewusst so darüber nachgedacht, aber das ist ein gutes Bild! Ja, wir vermissen solche Clubs aus unseren Anfangstagen, besonders das CBGB in New York City, wo wir alle angefangen haben. Allerdings haben wir weltweit viele großartige, neuere kleine und verschwitzte Clubs kennengelernt. Der Bastard Club in Deutschland ist einer unserer Favoriten!

Tobias:
Das Artwork und die streng limitierten Vinyl-Editionen sind offensichtlich mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Wie wichtig ist euch heute noch das physische Produkt im Vergleich zum Streaming?

Baron Misuraca:
Danke dir, und ja, das sind sie. Besonderer Dank an Simon Bossert und alle bei APOSTASY RECORDS. Da wir alle aus der “Old School” stammen, ist uns so etwas sehr wichtig.

Tobias:
Ihr habt enge Verbindungen zur Szene und seid auch in Europa aktiv. Wie siehst du aktuell die deutsche Szene? Und wie stehen die Chancen, euch hier auf Tour zu sehen – gibt es bereits bestätigte Termine in Deutschland?

Baron Misuraca:

Wir lieben die deutsche Szene. Sie ist lebendig, authentisch und voller Menschen, denen das Genre wirklich am Herzen liegt. Sie geben uns das Gefühl, zu Hause zu sein, und wir sehen Deutschland als unser “zweites Zuhause”.

Hier sind unsere bestätigten Deutschland-Termine:

Sa. 04.04. Bus-Stop – Schwerin (GER)
So. 05.04. Cassiopeia – Berlin (GER)
Mo. 06.04. Goldgrube – Kassel (GER)
Di. 07.04. Junkyard – Dortmund (GER) / Opener für Hellripper
Mi. 08.04. Pitcher – Düsseldorf (GER)

Tobias:
Eure Shows sind bekannt dafür, intensiv und sehr nah am Publikum zu sein. Wie wichtig ist diese direkte Energie und Verbindung zu den Fans für euch – unabhängig davon, ob ihr neues oder älteres Material spielt?

Baron Misuraca:
Sie ist entscheidend. Die Verbindung zwischen dem Publikum und uns ist es, die die Show antreibt und die Energie erzeugt!

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke! Möchtest du zum Abschluss noch etwas an unsere Leser und eure Fans richten?

Baron Misuraca:
(im Original auf Deutsch verfasst) Ja. Vielen, vielen Dank euch allen für eure Unterstützung und dafür, dass ihr seid, wer ihr seid! Wir lieben euch alle und sehen uns schon sehr bald wieder!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Nishel Baboeram