A COSMIC TRAIL – III

A COSMIC TRAIL

Titel: III

Label: Independent

Spieldauer: 39:14 Minuten

VÖ: 13. März 2026

Markus Ullrich ist bekanntermaßen mehr als fleißig. Er ist kreativ und musikalisch sehr vielseitig. Man kennt die thrashigen Sachen von Lanfear und Septagon. Under Ruins ist die epische Schiene des Heiligen Bleches. Mit Them beschreitet er eher cineastisch erzählende Wege zwischen Power und Thrash.  Auch progressive Klänge sind ihm nicht fremd. Das ist allerspätestens bekannt, seit er mit Them  Goblins ´Phenomena´ mehr als genial gecovert hat. Allerdings gibt es da noch ein Projekt, hinter dem sein Name steht. Mit A COSMIC TRAIL sorgte er schon 2010 und 2013 für zwei instrumentale Alben zwischen Prog und Metal.

Nach einer langen Pause konnte man letztes Jahr ein neues Lebenszeichen dieses Projektes bekommen. Das 14-minütige ´Terra 877´ hat auch direkt eingeschlagen. Kaum später kam die Ankündigung von Album Nummer drei.

Im Vergleich zu früher hat Markus die Stücke allein geschrieben und, vor allem, bis auf die Drums allein eingespielt. Diese wurden übernommen von David de Liniers, ein wohl ziemlich bekannter Session Drummer, der auch die letzte Them mit eingetütet hat. Dazu kommt mit Victoria eine Sopranistin, die der Musik besondere Würze gibt.

´Terra 877´. Eine Viertelstunde musikalische Reise. Laut und leise. Psychedelisch und metallisch. Zart und hart. Welten erstehen. Welten vergehen. Bedrohung und Rettung. Eine Welt die bedroht ist. Leben, dem Untergang geweiht. Dieses Stück ist der Hammer, mir fehlen schier die Worte. Dafür sprechen die Worte, ein Zitat von Stephen Hawking, die im Stück zu hören sind. Die beschreiben. Die anklagen.

The greatest enemy of knowledge is not ignorance, it is the illusion of knowledge

Das folgende ´Rora´ ist kürzer, kompakter. Härter und etwas geradliniger. Eine düstere, eine bedrohliche Klangwelt. Herzschlag aus der Tiefe, aus der Unterwelt, der Hölle. Mit Spuren von Goblin ist das der Soundtrack für lange Winterabende am Kamin mit einem Buch voller Gruselgeschichten. In diese düstere Kerbe schlägt auch das finstere ´Reversio´. Das erzeugt eine finstere, fast trostlos doomige Stimmung, die an die Italiener Ottone Pesante erinnert, eine Combo, die ihren Sound ausschließlich mit Blechbläsern erzeugt und dabei höchst intensiv wirkt. Das abschließende ´Ver´ bringt zum Ende etwas versöhnlichere Klänge ins Spiel. Fast friedvoll schweben die Gitarren durch die Lande, ätherisch beflügelt, verträumt, pastoral. Vielleicht geht die Welt doch noch nicht zugrunde.

Zuletzt gab es gerade im instrumentalen Prog einige Releases. Mit ´III´ reiht sich A COSMIC TRAIL bei den stärksten davon ein, direkt neben der Bassokalypse von Alberto Rigoni. Es muss halt nicht immer Gesang sein. Und wenn Text, mit Stephen Hawking und Hermann Hesse liegt man sicher sehr richtig.

 

Mario Wolski vergibt 10 von 10 Punkten