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REXORIA – Royal Metal zwischen Hoffnung, Stärke und einer Welt im Chaos

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Heute spreche ich mit Frida Ohlin, Sängerin und eine der Songwriterinnen von REXORIA, über ihr brandneues Album “Fallen Dimension”, die Entwicklung der Band und die Themen, die ihren “Royal Metal”-Sound prägen. Eine Band, die mir ehrlich gesagt komplett durchgerutscht ist – obwohl sie alles andere als Newcomer sind: Die schwedische Formation um Sängerin Frida Ohlin, Jonas Gustavsson (Lead-Gitarre), Cristofer Svensson (Gitarre), Adam Nordquist (Bass) und Martin Gustavsson (Drums) steht für ihren eigenen Sound, der melodischen Heavy Metal und Power Metal miteinander verbindet.

Ein Blick auf ihre bisherigen Veröffentlichungen zeigt schnell, dass REXORIA ihren Weg seit mehreren Jahren konsequent verfolgen und ihren Sound stetig weiter verfeinern. Mit “Fallen Dimension” präsentieren sie nun den Nachfolger von “Imperial Dawn” – ein Album, das von gesellschaftskritischen Themen und kriegsgeprägten Inhalten bis hin zu emotionaleren Momenten reicht.

Tobias:
Hallo nach Schweden und vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview zu “Fallen Dimension” nimmst! Wie geht es dir aktuell, wo erwische ich dich gerade – und wie fühlt es sich an zu wissen, dass euer neues Album kurz vor der Veröffentlichung steht? Hattet ihr bereits die Möglichkeit, es auf physischen Formaten zu hören?

Frida:
Hallo Tobias, und vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mit REXORIA zu sprechen! Nun ja, es fühlt sich großartig, wunderbar und gleichzeitig auch ein wenig beängstigend an! Wir haben lange an diesem Album gearbeitet, und es ist so schön, dass es bald für alle hörbar ist!

Nein, tatsächlich noch nicht. Aber das wird morgen passieren! Wir werden eine Signing-Session mit der ganzen Band haben – und gleichzeitig die neue Vinyl auflegen. Das wird großartig!

Tobias:
Für Leser, die euch vielleicht noch nicht auf dem Schirm haben – genau wie ich, sorry dafür: Kannst du uns eine kurze Einführung in die Band und die Geschichte hinter REXORIA geben?

Frida:
Haha, überhaupt kein Problem! Wir waren in diesem Genre bisher eher so etwas wie ein Underdog, aber wir hoffen, dass wir mit diesem Album mehr Aufmerksamkeit bekommen werden!

Wir haben 2016 in unserem kleinen Dorf Stockaryd in Schweden angefangen. Jonas, Martin und ich wollten eine Band gründen, die die Musik macht, die wir selbst wirklich lieben. Und von da an ging alles ziemlich schnell. Nach unserer ersten EP durften wir mit BLOODBOUND, CRYSTAL VIPER und Thobbe Englund (SABATON) auf eine zweiwöchige Europatour gehen und haben großartige Reaktionen vom Publikum bekommen!

Danach ging es weiter voran, und wir veröffentlichten zwei Alben (“Queen of Light” 2018 und “Ice Breaker” 2019), dazu kamen weitere Touren und Shows mit Bands wie BATTLE BEAST, FREEDOM CALL und BULLET. Aber der große Schritt kam 2023 nach der langen Wartezeit während Covid-19 mit dem Album “Imperial Dawn”. Ab da ging es richtig los mit mehr Aufmerksamkeit in Magazinen, im Radio und darüber hinaus.

2024 durften wir dann auf Schwedens größtem Hard-Rock- und Metal-Festival spielen, dem Sweden Rock Festival – bis heute eines der unglaublichsten Erlebnisse für uns! Wir spielten zur gleichen Zeit wie der Headliner JOURNEY und haben es trotzdem geschafft, tausende Menschen zum Springen und Headbangen zu bringen!

Und jetzt stehen wir hier und haben unsere eigene Identität, den “Royal Metal”, mit unserem kommenden Album “Fallen Dimension”. Und wir hoffen und glauben wirklich, dass dieses Album uns helfen wird, REXORIA weltweit bekannter zu machen!

Tobias:
Wenn man eure Diskografie betrachtet, sieht man eine klare Entwicklung über die Jahre – gab es bestimmte Schlüsselmomente oder Veröffentlichungen, die euch als Band, aber auch als Individuen geprägt haben?

Frida:
Da wir als relativ unerfahrene Band gestartet sind, mussten wir einige Schritte gehen und auch ein paar falsche Entscheidungen treffen, um unseren eigenen Weg zu finden. Aber ich denke, das war gut für uns, denn jetzt fühlen wir uns stärker und bereiter als je zuvor, REXORIA der Welt zu präsentieren. Mit “Fallen Dimension” zeigen wir wirklich, wer wir sind, was wir geworden sind und was die Leute von uns erwarten können. “Imperial Dawn” war ein guter Anfang – aber dieses neue Album zeigt wirklich, wofür REXORIA steht!

Einer der persönlichen “Schlüsselmomente” war tatsächlich unsere erste Europatour, als Thobbe Englund (SABATON) zu mir und Jonas sagte: “Ihr solltet niemals aufhören, zusammen Songs zu schreiben. Ihr habt etwas Besonderes.” Das hat uns enorm motiviert, weiterzumachen und unser Bestes zu geben!

Tobias:
Mit “Fallen Dimension” veröffentlicht ihr den Nachfolger von “Imperial Dawn” – was war euch diesmal besonders wichtig? Habt ihr bewusst Dinge verändert oder weiterentwickelt?

Frida:
Ja, es war uns sehr wichtig, unseren Sound weiterzuentwickeln und etwas Neues zu machen. Wir lieben “Imperial Dawn”, aber dieses Mal wollten wir ein Album machen, das vielfältiger und noch mehr „wir“ ist – vor allem, indem wir Gesang und Gitarren stärker in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig wollten wir mehr experimentieren und auch einige unerwartete Songs schreiben.

Es hat eine Weile gedauert, und wir haben sogar einige Songs verworfen, die uns nicht gut genug waren. Das waren schwierige Entscheidungen – aber am Ende hat es sich absolut gelohnt, denn wir sind unglaublich stolz auf dieses Album!

Tobias:
Ihr beschreibt euren Sound als “Royal Metal” – wie würdest du diesen Begriff jemandem erklären, der eure Musik noch nie gehört hat?

Frida:
Wir hatten einfach genug davon, ständig in irgendwelche Genres eingeordnet zu werden, in die wir uns selbst nicht wirklich einordnen würden. Wir sind nicht einfach Power Metal, Symphonic Metal oder Heavy Metal – wir sind eine Mischung aus allem, aber mit unserem eigenen Sound.

Deshalb haben wir den Begriff “Royal Metal” entwickelt. Unsere Musik ist groß, kraftvoll, elegant und basiert auf Stärke und Zusammenhalt mit unseren Fans. Und als wir das erkannt haben, wurde uns auch klar, dass wir das eigentlich schon immer waren – was sich auch in unserem Namen widerspiegelt. REX bedeutet “König” und ORIA bedeutet “golden”: also ein goldenes Königreich. Ein Imperium, das wir gemeinsam mit unseren Fans aufbauen.

Tobias:
Kennst du die deutsche Band HAMMER KING? Ihr Motto lautet “Make Metal Royal Again” – vielleicht solltet ihr mal über eine gemeinsame Tour nachdenken (lacht).

Frida:
Haha, nein, aber ich habe sie mir jetzt angehört. Wie witzig! Das könnte tatsächlich gut zusammenpassen. Sie sind herzlich willkommen in unserer Royal-Metal-Welt!

Tobias:
Ihr habt bereits mehr als 120 Shows gespielt, euch die Bühne mit Bands wie BATTLE BEAST, BLOODBOUND, DYNAZTY, SIRENIA oder SEMBLANT geteilt und auf Festivals wie dem Sweden Rock Festival und dem Malmöfestivalen gespielt: Habt ihr bereits Festivals in Deutschland gespielt – und wenn ja, welche sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Gibt es Festivals hier, die auf eurer Wunschliste stehen? Und generell: Habt ihr Deutschland bereits betourt?

Frida:
Nein! Und wir wollen unbedingt! Wir waren vor einigen Jahren für ein Festival gebucht, aber es wurde abgesagt. Deshalb sind wir mehr als bereit, auf jedem coolen Festival in Deutschland zu spielen! Wir haben aber schon oft in Deutschland auf Tour gespielt, und es ist großartig – wahrscheinlich eines unserer besten Länder. Der Empfang und die Reaktionen waren unglaublich. Wir freuen uns sehr auf weitere Shows dort – und Wacken Open Air ist unser größter Traum!

Tobias:
Gleichzeitig habt ihr mehrere Millionen Streams auf Spotify und starke Zahlen auf YouTube – wie wichtig sind diese Plattformen für euch im Jahr 2026? Und auch interessant: Wie habt ihr früher neue Bands entdeckt, bevor Streaming so dominant wurde?

Frida:
Es ist wichtig. Es ist heutzutage der effektivste Weg, neue Fans zu erreichen und die eigene Musik zu verbreiten. Auch wenn die digitale Welt manchmal beängstigend sein kann, gerade mit KI und allem, glaube ich trotzdem, dass die Metal-Community echte Musik von echten Menschen hören will, die Gefühle transportieren. Und ich hoffe sehr, dass ich damit recht habe.

Haha, wir sind ja noch nicht so alt… Ich bin 34 und bin mit dem Internet aufgewachsen. Früher lief das über Freunde, die einem neue Songs gezeigt haben, die sie sich auf ihren MP3-Player geladen hatten.

Tobias:
Kommen wir zum neuen Album: Der Opener ‘Metallic Rain’ fühlte sich für mich an, als wäre man mitten in einem S.W.A.T.-Einsatz – nicht unbedingt “Royal Metal”, eher “Baller Metal”, aber mit einem Augenzwinkern, weil die Power des Songs enorm ist. Genau so sollte ein Album beginnen: Spannung aufbauen, Neugier erzeugen und direkt Vollgas geben. Würdest du dieser Beschreibung zustimmen – und war es eure Absicht, mit dem Opener ein so starkes Statement zu setzen?

Frida:
Haha, eigentlich nein – aber irgendwie doch. Die Geschichte dahinter ist, dass Jonas und ich im Studio waren und gefeiert haben, dass wir mit dem Album fertig sind. Und dann schaut Jonas auf unser Dokument und sagt: “Nicht, dass ich deine Stimmung ruinieren will, Frida, aber… wir haben nur 10 Songs und nicht 11, wie geplant.”

Also entstand ‘Metallic Rain’ aus purer Frustration und Wut heraus. Wir wollten einen schnellen, aggressiven Song schreiben – und ich denke, das ist uns gelungen! Danach kamen die passenden Lyrics dazu, und wir wussten: Das muss der Opener werden, getragen von dieser kriegsähnlichen Energie. Und wie du gesagt hast, es ist ein sehr kraftvoller Einstieg, der neugierig auf das macht, was noch kommt.

Tobias:
Auf “Fallen Dimension” beschäftigt ihr euch auch mit gesellschaftskritischen Themen und kriegsbezogenen Inhalten – kannst du uns mehr darüber erzählen, was euch konkret inspiriert hat und welche Songs das besonders widerspiegeln? Und wie blickst du persönlich auf die aktuelle globale Situation, die ich als ziemlich besorgniserregend empfinde – fließen diese Eindrücke direkt in deine Texte ein oder verarbeitest du sie eher indirekt?

Frida:
Die Welt, so wie sie ist… kann man beim Schreiben nicht ignorieren. Ich schreibe über Dinge, die mich bewegen. Und die Welt aktuell ist beängstigend, manchmal fühlt man sich ohne Hoffnung. Das spiegelt sich auch in den Texten wider.

Zum Beispiel in ‘Dancing on the Ruins’: Das ist eine Art Satire darauf, wie Menschen heute mit allem umgehen – alles ist schlecht, aber man postet einfach weiter. Gleichzeitig steckt dahinter auch die Erkenntnis, dass wir irgendwie weitermachen müssen.

Ich möchte, dass meine Texte zum Nachdenken anregen und gleichzeitig mit kraftvoller, melodischer Musik verbunden sind. Genau das ist “Royal Metal”: Zusammenhalt, Hoffnung und Stärke in einer schwierigen Welt.

Tobias:
‘Dancing on the Ruins’ fühlt sich wie ein perfekter Fistbump-Track an, während ‘Malleus Maleficarum’ zum Headbangen einlädt – zwei Songs, die ordentlich nach vorne gehen: Freut ihr euch besonders darauf, solche Songs live zu spielen und die Reaktion des Publikums zu sehen?

Frida:
Ja, absolut! Beide Songs haben starke Hooks und eine besondere Energie. Wir können es kaum erwarten zu sehen, wie die Leute live darauf reagieren!

Tobias:
Warum habt ihr den Titel ‘Malleus Maleficarum’ gewählt – kannst du die Bedeutung dahinter erklären und was euch an diesem Thema gereizt hat?

Frida:
‘Malleus Maleficarum’ bedeutet “Hexenhammer”. Der Song handelt von einer Frau, die verbrannt werden soll – von ihrer Hilflosigkeit, aber auch von ihrer Stärke, ihr Schicksal anzunehmen und für sich selbst einzustehen.

Ich liebe Geschichten über den „kleinen Menschen“, der sich gegen Autoritäten stellt. Der Song steht für Stärke, Selbstbestimmung und all die Frauen in der Geschichte, die unterdrückt wurden – und dafür, dass Frauen heute stark bleiben sollten, egal was passiert.

Tobias:
Auf ‘Dominion’ ist Mike Andersson (TUNGSTEN) zu hören, und später auf ‘Heart of Sorrow’ Johnny Gioeli (AXEL RUDI PELL / HARDLINE): Wie kam es zu diesen Kooperationen und wie war die Zusammenarbeit?

Frida:
‘Heart of Sorrow’ war der erste Song, den wir geschrieben haben, und wir wussten sofort: Das muss ein Duett werden. Johnny war perfekt dafür – und wir waren unglaublich glücklich, dass er zugesagt hat.

Bei ‘Dominion’ wollten wir eine zusätzliche kraftvolle Stimme – Mike war dafür genau richtig. Beide Features sind genau so geworden, wie wir es uns gewünscht haben.

Tobias:
Songs wie ‘Break the Wave’, ‘Himalaya’ und ‘Wasted Land’ zeigen eure Bandbreite – besonders ‘Himalaya’ ist mir aufgefallen. Der Song wirkt sehr frei und bildgewaltig: Worum geht es dabei?

Frida:
‘Himalaya’ steht für Freiheit – einfach alles hinter sich lassen und dieses Gefühl haben, über allem zu stehen. Genau das wollten wir transportieren.

Tobias:
Welche Songs von “Fallen Dimension” werden es ins Live-Set schaffen – und gibt es Tracks, bei denen ihr schon wisst, dass sie live besonders gut funktionieren?

Frida:
Das hängt von der Spielzeit ab, aber wahrscheinlich ‘Metallic Rain’, ‘Break the Wave’, ‘Himalaya’, ‘Dancing on the Ruins’ und ‘Malleus Maleficarum’. Dazu kommen ältere Songs wie ‘Light Up the Sky’ und ‘Paradigm’.

Tobias:
Was steht als Nächstes bei euch an – gibt es bald Tourpläne oder liegt der Fokus aktuell auf der Festivalsaison?

Frida:
Ja, wir freuen uns jetzt erstmal auf unseren Auftritt beim Eden Rock Festival in Uppsala, Schweden, und danach könnte eventuell eine größere Europatour anstehen. Leider kann ich dazu im Moment noch nichts Konkretes sagen. Aber ich hoffe, dass alle unsere Social-Media-Kanäle im Auge behalten – denn vielleicht gibt es bald etwas Großes zu verkünden!

Tobias:
Gibt es noch etwas Wichtiges, das ich nicht gefragt habe – etwas zu “Fallen Dimension” oder zu REXORIA allgemein, das du noch hinzufügen möchtest?

Frida:
Nein, ich denke, du hast schon sehr viel abgedeckt! Und vielen Dank für das tolle Interview! Ich hoffe vor allem, dass sich viele Leute REXORIA anhören und unser neues Album “Fallen Dimension” bestellen – egal ob auf Vinyl, CD oder beides!

Tobias:
Vielen Dank für deine Zeit und deine ehrlichen Antworten! Die letzten Worte gehören dir: Was möchtest du euren Fans und unseren Lesern mitgeben?

Frida:
Wir sind unglaublich glücklich und fühlen uns geehrt über jeden, der Teil des REXORIA-Imperiums werden möchte! Gemeinsam – mit großartiger Musik, Zusammenhalt, Hoffnung und dem besten Musikgeschmack – können wir alles erreichen!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: REXORIA/Promo