WOLVES IN THE THRONE ROOM – ESTUARY

WOLVES IN THE THRONE ROOM

Titel: ESTUARY

Label: RELAPSE RECORDS / CENTURY MEDIA

Spieldauer: 48:25 Minuten

VÖ: 23. Oktober 2026

Erst kürzlich sah ich den Film Wolves, der eine Schweizer Black Metal Band porträtiert und gleichzeitig den Umgang mit politischen Extremen in der Szene thematisiert. Und nun stehen die quasi Namensverwandten WOLVES IN THE THRONE ROOM mit einer neuen Scheibe auf der Matte. Nicht dass die US-Amerikaner im Verdacht stehen politisch fragwürdig zu sein. Allerdings war ich sehr gespannt wie die musikalische Entwicklung der Band weitergeht, nachdem die letzte EP ein deutlicher Ambient Fingerzeig war und damit das hervorragende Primordial Arcana Album (2022) ein wenig kontakariert hat. 

„Estuary“ ist das bereits achte Studioalbum der Band aus Olympia im Bundesstaat Washington. Schon der Titelsong, der die Platte eröffnet zeichnet ein engmaschiges Riffgebirge, das man fast typisch für den WTTR Sound einordnen darf. Doch weit gefehlt wer glaubt die Wölfe holen hier nur die abgelegten Insignien aus dem Thronsaal wird eines Besseren belehrt. Die neuen Songs strotzen nur so vor garstiger Erhabenheit. Atmosphäre paart sich Black Metal Geknüppel. In diesem Maße hätte ich die Rückkehr der Band um die Weaver Brüder gar nicht erwartet. WOLVES IN THE THRONE ROOM bauen große Gebirge, mit Wäldern, in den sich Wolkenfetzen verfangen mit kleinen Pfaden, die an verwilderte Bachläufe führen. Große Wasserfälle rauschekarger Fels und eine risende Meeresbrandung sind die Gedanken, die mir beim Hören in den Sinn kamen. Ohne weiteres haben WITTR eine neues Meisterwerk erschaffen voller Naturmystik, Epik und wilden Ausfahrten. 

Beeindruckend und atmosphärisch, gleichzeitig rau und naturbelassen. Eine Scheibe zum Genießen.

Ingo Holzhäuser vergibt 9 von 10 Punkten