WITCHING HOUR
Titel: RISE OF THE DESECRATED (RE-RELEASE)
Label: Dying Victims
Spieldauer: 32:07 Minuten
VÖ: 27. März 2026
WITCHING HOUR aus Rehlingen im Saarland zählten Ende der 2000er Jahre zur vordersten Reihe deutscher Black/Thrash Newcomer, die schwer von Acts wie Desaster, Nocturnal oder Hellish Crossfire beeinflusst waren. Mit ihrem ersten Vier Track Demo „Arrival Of The Dark Throne“ (2007) machten sie im Underground direkt mit einem Hammerschlag auf sich aufmerksam; ich kann mich an eine CD-R Bestellung über MySpace erinnern, das Exemplar hat bis heute einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Daher war ich – gerade volljährig geworden – auch rattenscharf auf ihr Debütalbum „Rise Of The Desecrated“, das im Juni 2009 über Evil Spell Records erschien. Im Review meines damaligen Print Fanzines Metal Command in Nummer 2 aus dem Juli 2009 wurde es gepriesen, als gäbe es keinen morgen, zumal auch sämtliche Demosongs ihren Weg auf das Album fanden.
Seitdem sind bereits 17 Jahre ins Land gezogen; und auch Flo von Dying Victims hat den alten, heißen Scheiß offenbar nicht vergessen. So rumpeln und poltern Tracks wie ´Pedophiliac´, ´Underworld Alliace´ ´Eternal War´ und ´Vlad The Impaler´ – was für Assi Blastbeats – auch heute noch herrlich blechern, stumpf, asozial und vom Gehörten geradezu besessen durch die Boxen; und haben absolut nichts vom damaligen, jugendlichen Wahnsinn eingebüßt. Die – damals noch vier – Chaoten waren einfach authentisch, der spätpubertäre Bellgesang von Jan ist stellvertretend für deutschen 00er Black/Thrash Metal, bevor Masse die Klasse übertrumpfte. Für Leute, die „damals“ live dabei waren ist dieser Re-Release eine tolle Rückblende in eine vielleicht sorgenfreie Adoleszenz Phase; und so höre ich das Album heute mit seligen Erinnerungen an Locations, die längst der Abrissbirne zum Opfer fielen, billiges 5,0 Dosenbier und Geschehnisse, die irgendwie da waren, zwischen Lärm, Hormonüberschüttung und vielen, legalen Drogen aber etwas verwischen…
„Rise Of The Desecrated“ erscheint sowohl in schwarzem als auch rotem Vinyl und kommt – wie üblich bei Dying Victims zum sehr fairen Kurs – mit allerlei Schickschnack wie Insert, Poster, Sticker, Postkarte und der unvermeidbaren Bandcamp Downloadkarte. Am 22. Mai erscheint nach acht Jahren dann mit „Descending… Where Time Has Ceased To Exist“ ein neues Album. Man darf gespannt sein!
Marius Gindra vergibt keine Bewertung


