WITCHING HOUR
Titel: DESCENDING… WHERE TIME HAS CEASED TO EXIST
Label: Dying Victims
Spieldauer: 43:06 Minuten
VÖ: 22. Mai 2026
Acht Jahre nach ihrem letzten Output bringen die saarländischen WITCHING HOUR mit „Descending… Where Time Has Ceased To Exist“ ein neues Album auf den Markt. Vor einigen Wochen hatte ich an dieser Stelle erst den Re-Release des kultigen Debütalbums „Rise Of The Desecrated“ (2009) besprochen, wobei so manche Jugenderinnerung wieder lichterloh aufflammte.
Mit einem düster-melancholischen, zweieinhalbminütigen Klavierintro konfrontiert, bin ich erst mal schwer überrascht, waren mir solche Klänge aus der Feder von WITCHING HOUR doch bisher vollkommen fremd. Der darauffolgende Titeltrack überrascht dann mit verschrobenen Riffs, die sich irgendwo in der Schnittmenge aus Black/Thrash Songwriting und von Mercyful Fate inspirierten Gitarrenharmonien einpendeln. So manche Passage könnte man jedoch auch als „Maiden goes Black Metal“ umschreiben, alte Dissection dürften ebenfalls ein wenig Pate gestanden haben. Shouter Jan Hirtz, früher bekannt für seinen typischen Bellgesang, arbeitet mittlerweile mit richtigen Gesangsharmonien, brüllt am Ende des Tages jedoch immer noch für sein Leben gern alles zusammen. Schon beim Vorgänger „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ – der mir leider bis dato nicht geläufig ist – waren die Songs deutlich von Überlänge geprägt; hier wird’s noch weiter auf die Spitze getrieben. Nach dem Intro bietet der Longplayer gerade einmal fünf Tracks mit einer Länge zwischen sechs und elfeinhalb Minuten.
Machen wir uns nichts vor: WITCHING HOUR sind erwachsen geworden. Selbst, wenn an den Frühwerken noch immer sentimentale Erinnerungen hängen, so muss ich dem Trio ernsthaft eingestehen, dass sie mit „Descending… Where Time Has Ceased To Exist“ eindrucksvoll beweisen, welche Entwicklung viele Acts der deutschen Black/Thrash Szene aus den späten 2000ern durchgemacht haben.
Marius Gindra vergibt 8 von 10 Punkten


