WINTERHORDE – NEPTUNIAN

WINTERHORDE

Titel: NEPTUNIAN

Label: NOBLE DEMON

Spieldauer: 53:31 Minuten

VÖ: 08. Dezember 2023

“Neptunian“ ist bereits der vierte Longplayer der israelischen Progressive Blackened Extreme Metaller von WINTERHORDE. Mix und Mastering der neuen Scheibe hat Jaime Gomez Arellano (Ghost, Paradise Lost, Insomnium, Moonspell) erledigt.

Die siebenköpfige Band, darunter die beiden Sänger Zed Destructive (harsh Vocals) und Yoni „Oblivion“ Oren (clean Vocals), mischt Death/Black Metal mit variablen Vocals mit symphonischen, melodischen und progressiven Elementen.

Zum Einstieg bietet der Opener `Amphibia´ eine wilde Mischung aus Black Metal Raserei, Blastbeats, vielseitigen Vocals von krass bis clean sowie symphonischem Bombast und einer überraschenden Jazz-Trompete gegen Ende des Stücks.

Der melodischere, beinahe schon eingängige, aber auch ein wenig langatmige Titelsong `Neptunian (As Trident Strikes The Ice)´ fällt da doch deutlich unspektakulärer aus.

Beim guten `Angels In Disguise´ tritt als Kontrapunkt zu den harten angeschwärzten Vocals die beschwörende Stimme von Orphaned Land Frontmann Kobi Farhi hinzu und verleiht dem zunächst etwas zähen und dann recht flotten Track Tiefe und ein besonderes Flair.

Das folgende `The Spirit Of Freedom´ startet mit melancholischen Violinenklängen, Pferdegetrappel und ätherischem, weiblichen Gesang und geht dann urplötzlich in schnelles Blackgekeife mit Drum-Trommelfeuer und einem melodischen, mitreißenden Refrain über.

Meeresrauschen und Akustikgitarren prägen den Anfang von `Alone In The Ocean´, das im weiteren Verlauf eine Schippe Schwarzmetall mit flehentlichem Gothic-Gesang und Opernchören paart und bis auf den operesk-bombastischen Mittelteil ein wenig eintönig und wenig abwechslungsreich rüberkommt und besonders in den langen Instrumentalparts einige boleroartige Wiederholungen aufweist.

Davidavi Dolev, Sänger der israelischen Prog/Folk Metaller Subterranean Masquerade fügt `A Harvester Of Stars´ eine weitere stimmliche Facette und eine gute Portion Theatralik und Pathos hinzu und macht diesen so zu einem der Glanzlichter der Platte, während das abschließende `With Bare Hands Against The Storm´ bis auf den gelungenen Melo Death Chorus erneut ein wenig blass bleibt.

Unter dem Strich bleibt ein durchwachsener Eindruck von “Neptunian”, da einige Songs ein wenig gleichförmig wirken und in den doch recht langen Tracks teilweise zu wenig passiert. Im Gegensatz dazu wirken einige Stücke ein wenig konfus und überladen mit Einfällen und Ideen, die aber nicht so recht zünden wollen.

Da ist es auch kein Wunder, dass ausgerechnet die beiden Gäste Kobi Farhi und Davidavi Dolev mit ihren Beiträgen zu zwei der absoluten Highlights führen.

Michael Gaspar vergibt 6,5 von 10 Punkten