VISION DENIED – AGE OF THE MACHINE

VISION DENIED

Titel: AGE OF THE MACHINE

Label: EIGENPRODUKTION

Spieldauer: 61:25 Minuten

Das Leben schreibt oft die verrücktesten Geschichten, gerade in der Metal-Szene. So auch jene, wie ich an dieses Album gekommen bin: Auf dem Metal Market beim KIT-Rising lernte ich letztes Jahr einen super sympathischen Typen namens Sasch Machyne kennen, der mir eine verblüffende, wahrscheinlich wenig schmeichelhafte Ähnlichkeit zu irgendeinem, mir unbekannten Wrestling Star unterstellte und ein Selfie mit mir machte. In diesem Jahr wiederholte sich diese Szene und wir unterhielten uns etwas länger, mit dem Ergebnis, dass er mir diese CD in die Hand drückte und sich als Bassist von VISION DENIED zu erkennen gab.

Nun begab es sich, dass ich zwar gar keine Ahnung von Wrestling habe, jedoch tatsächlich bereits viel Gutes über „Age Of The Machine“ gelesen hatte. Zudem war mir das Cover-Artwork von Timo Wuerz bereits ins Auge gefallen, den ich als Künstler und Umweltaktivisten sehr schätze. Insofern rannte der gute Sasch bei mir offene Türen ein und um es vorweg zu nehmen, bin ich von dem Album ziemlich angetan.

Nach Kurzem Intro könnte man beim Opener ‚Two Worlds Collide‘ kurz den Eindruck gewinnen, man hätte es hier mit einer typischen deutschen Power Metal-Combo in der Tradition von Gamma Ray oder Blind Guardian zu tun. Das ist jetzt per se nichts Verwerfliches, ist aber nicht ganz meine Baustelle. VISION DENIED sind allerdings stilistisch weitaus breiter aufgestellt. Schon das folgende Titelstück erinnert mich ein wenig an Queensryche, mit ‚Would You?‘ gibt es eine schöne Ballade und ‚Seventh Galaxy‘ ist ein wahrhaft beeindruckender Zwölfeinhalb-Minuten-Longtrack.

Was gefällt mir am besten an dieser Band? 1. das kreative Songwriting mit dystopisch-futuristischem Gesamtkonzept, 2. die teilweise atemberaubende Gitarrenarbeit von Chris und Markus, 3. das harmonische Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug, 4. der knackige Sound und 5. das oben erwähnte Artwork von Timo. Was könnte künftig optimiert werden? Bandleader Chris Gräter ist ein super Gitarrist und Songwriter, aber gesanglich hat er durchaus noch Entwicklungspotenzial. Nicht auszudenken wie VISION DENIED mit einem Sänger wie Denis Brosowski (Iron Fate) klingen würden, aber die wachsen halt nicht auf Bäumen, vor allem nicht auf deutschen Eichen. Außerdem ist mir die Orchestrierung an der ein oder anderen Stelle etwas dick aufgetragen, mir gefallen die ’naturbelassenen‘ Songs wie ‚Indestructible‘ oder ‚I Roam The Black‘ am besten.

Das Fazit kann nur positiv ausfallen. Ich bin gespannt, was diese Band künftig noch alles auf die Beine stellen wird. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung der Story auf dem nächsten Album und eine Livepräsentation des Ganzen, wie demnächst bei Dispyria, mit denen ich VISION DENIED am ehesten vergleichen würde. Das wäre sicher der Hammer!

Alex Fähnrich vergibt 8,5 von 10 Punkten