VIRTAUS
Titel: AJATON, IKUINEN KUOLEMA
Label: Fetzner Death Records
Spieldauer: 54:56 Minuten
VÖ: 23. Januar 2026
Mit “Ajaton, ikuinen kuolema” veröffentlichen VIRTAUS aus Mäntsälä ihr zweites Full-Length-Album. Das digitale Release erschien am 03. Mai 2025, die physische Veröffentlichung folgte am 23. Januar 2026. Die neun Tracks bewegen sich im nordischen Black Metal und setzen auf eine kalte, rohe und aggressive Atmosphäre. Inhaltlich geht es um Tod, Leere, Misanthropie und das Ende der Menschheit – “zeitloser, ewiger Tod” ist dabei weniger ein Titel als vielmehr die Grundhaltung. Aufgenommen wurde das Album von VIRTAUS selbst, Mixing und Mastering übernahm H. Hyytiäinen. Das Cover-Artwork stammt von T. Honkanen, das Bandfoto von T. Salminen und wurde ebenfalls von Honkanen bearbeitet.
VIRTAUS wurde 2022 von T. Honkanen als Solo-Projekt gegründet und entwickelte sich 2024 zu einer festen Band. Zum aktuellen Line-up gehören neben Honkanen N. Pennanen (Schlagzeug, bekannt durch 2 Wolves) sowie H. Hyytiäinen (Bass), der zusätzlich für Mixing und Mastering verantwortlich zeichnet. “Ajaton, ikuinen kuolema” ist das erste Album, das mit diesem vollständigen Line-up entstanden ist, und markiert den Übergang vom Ein-Mann-Projekt zur Band.
Im sieben Minuten langen Opener ‘Epäonnistuneille’, der sachte startet und dieses Tempo hält, mit den dann typischen nordischen Black-Metal-Vibes, geht es um das Scheitern einer selbstzerstörerischen Menschheit, die aus Gier und Leere heraus alles vernichtet und am Ende vom Tod ausgelöscht und vergessen wird. Räudiger und roher geht es in ‘Epätoivo’ zur Sache, ein Song, der den allgegenwärtigen Zustand der Verzweiflung als gesichtslose, zeitlose Kraft beschreibt, die Natur und Mensch durchdringt, alles beobachtet, zersetzt und am Ende in völlige Leere und Resignation führt. ‘Vapahtaja’ startet mit markerschütternden Screams, räumt musikalisch alles und jeden aus dem Weg und zeichnet eine zutiefst black-metallische Vision von Selbstvergöttlichung, in der das Ich aus Blut, Schmutz und Verfall geboren wird, sich als falscher Erlöser erhebt und Erlösung ausschließlich in Tod, Anti-Leben und bewusster Verneinung aller Ordnung findet. Natürlich variieren hier genauso Geschwindigkeit und Härtegrad wie in ‘Ylle palavan maailman’ und ‘Kahleet’, wobei letztere Nummer schon krass an meinem nicht ganz so tiefschwarzen Metalherz nagt, ob der Dunkelheit und dem Chaos, das aus meinen Boxen dringt – dem geneigten Fan des nordischen Black Metal wird aber gefallen, was er hört. Der Text von ‘Tyhjyys’ beschreibt Leere als allgegenwärtigen, inneren Zustand, der den Menschen von Geburt an durchzieht, sich in Verfall, Stillstand und Tod manifestiert und in einer typisch black-metallischen Mischung aus Nihilismus, Körperlichkeit und kosmischer Kälte endet – gottlob gibt’s den Übersetzer und ein Booklet mit den Lyrics, so könnt ihr nachvollziehen, um was es in den kalten, düsteren Tracks geht. Danach könnt ihr alle Hoffnung fahren lassen und euch mit ‘Tulevaisuudelle’ (bedeutet auf Deutsch ‘Für die Zukunft’) sowie ‘Eksyneet’ und ‘Kuoleman saattamana’ weiter in den erfrierenden, vor Schwärze triefenden finnischen Black Metal ziehen lassen, bei dem die Vocals in Landessprache die Trostlosigkeit und Schwere der Songs zusätzlich verstärken und dem Album eine geschlossene, authentische Atmosphäre verleihen.
Mit “Ajaton, ikuinen kuolema” liefern VIRTAUS ein kompromisslos kaltes und düsteres Black-Metal-Album ab, das atmosphärisch dicht, thematisch konsequent und handwerklich sauber umgesetzt ist. Die finnische Sprache, die rohe Produktion und die nihilistischen Inhalte greifen ineinander und erzeugen eine durchgehend trostlose Stimmung ohne Lichtblick. Auch wenn diese Art des Black Metal nicht ganz mein bevorzugtes Terrain ist, lässt sich die Tiefe, Konsequenz und Wirkung des Albums nicht absprechen – Fans des nordischen, finsteren Black Metal werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


