TYRANN
Titel: TYRANN FOREVER
Label: Dying Victims
Spieldauer: 29:21 Minuten
VÖ: 29. Mai 2026
„Don’t make fashion of our Heavy Metal passion“ skandierten die durchgeknallten Schweden von TYRANN auf ihrem Debütalbum „Djävulens Musik“ (2021) und katapultierten sich mit einem eindeutigen Statement wie aus dem Nichts in die Herzen des Undergrounds. Doch die vier Macher dahinter gelten in der Szene nicht als unbeschriebenes Blatt; sind sie teilweise parallel auch bei Tribulation aktiv und waren maßgeblich an der Entstehung der heute vollkommen ausgewhimpten Enforcer beteiligt.
Mit einem prägnanten und simplen Riff, der geradewegs aus der Feder von Gotham City Anno 1982 hätte stammen können, eröffnet ´Born For Hell´ ihr aktuelles, nicht einmal halbstündiges Statement. Der Titeltrack – ebenfalls getrieben von einem klassischen Schwedenstahl Riff reinster 80er Prägung – wird mit sympathischen Synthesizer Sounds untermalt. ´Demonomania´ lässt dezente Black Metal Einflüsse aufblitzen. Knaller auf Knaller: ´Kom Armageddom´ (ebenfalls mit kurzen BM Anspielungen) mausert sich zum astreinen Ohrwurm, ´Bathory I´ ist da mit seinem stampfenden Riff und seinen Singalong Hooklines kaum von anderem Kaliber. Düster, obskur, verschroben, kauzig: TYRANN zelebrieren die Essenz des „Obscure Heavy Metal“ – so der Fachbegriff – auf eine Art und Weise, wie sie vielleicht nur ein kleiner Kreis Verrückter nachempfinden kann; und sind gerade deshalb wohl mein persönlicher Newcomer Act der „Post-Corona-Ära“.
Ich habe selten eine Truppe erlebt – vielleicht noch Helvetets Port – die den Hörer in den letzten Jahren so sympathisch in die Vergangenheit katapultiert wie TYRANN. Auch ihrem Grundsatz, die Covers komplett in schlichtem schwarz/weiß und die Lyrics zum größten Teil auf Schwedisch zu halten, bleiben sie bei „Tyrann Forever“ weiterhin treu. Der Alptraum eines jeden Mainstream Musikhörers sämtlicher Coleur; und ja, auch „Metal“ sei hier mit inbegriffen. In diesem Sinne: into battle!
Marius Gindra vergibt 9 von 10 Punkten


