THE PRETTY WILD – ZERO.POINT.GENESIS

THE PRETTY WILD

Titel: ZERO.POINT.GENESIS

Label: SUMERIAN RECORDS

Spieldauer: 40:49 Minuten

VÖ: 21. November 2025

Gibt es eigentlich so etwas wie eine New Wave Of Female Nu Metal(core)? THE PRETTY WILD aus Las Vegas, nicht zu verwechseln mit den schwedischen Hair Metallern Pretty Wild, würden auf jeden Fall dazu gehören und präsentieren nach nunmehr 37 Millionen All-Time Streams und Auftritten bei einigen großen amerikanischen Festivals ihren Debütdreher “zero.point.genesis“.

Die US-amerikanische Band besteht aus den beiden Schwestern Jyl und Jules Wylde und agiert genreübergreifend, grenzüberschreitend und rebellisch jenseits gesellschaftlicher Erwartungen und jeglicher Rollenmuster.

Selbstbewusst, unermüdlich und mit einem Spritzer Feminismus verpacken sie ihre emotionalen Texte in vielseitige, harte, moderne Tracks zwischen (Nu) Metalcore, Emo, Alternative und Baddiecore.

Die Stücke gehen “in your face“ mit unbändiger Energie und Power, viel Tempo und Dynamik mit harten Riffs, wilden Beats und elektronischen Elementen, Chugs, Breakdowns und eingängige Refrains wohin das Auge blickt.

Dazu kommen die vielfältigen Vocals der beiden Schwestern zwischen Screams, Shouts, Raps und klarem, auch mal beinahe poppigen Gesang. So entstehen spannende Tracks zwischen wütenden Eruptionen, teilweise unbändiger Aggression, mächtigen Riffs und stampfenden Beats und eingängigen, melodischen Parts wie der kernige Opener `PARADOX´ oder der folgende Titelsong.

Auch das markige `OMENS´ spült dem Hörer ein ums andere Mal die Ohren durch und das grandiose `The Trial´ wirkt perfekt ausbalanciert zwischen Melodie, Härte und Zerbrechlichkeit, während man `hALf aLiVE´ wohl sogar fast schon als (Power)Ballade bezeichnen muss/kann.

Für die hymnisch-breitbeinige Vorabsingle `AFTERLIFE´ hat das Duo gemeinsame Sache mit den Genrekollegen Magnolia Park aus Florida gemacht. `INFRARED´ wechselt erneut zwischen ungezähmten Wutorgien und beinahe niedlichen, spielerischen Passagen, bevor das abschließende `persephone´ auch nicht über die komplette Spielzeit die hypnotische Ballade bleibt, welche die ersten zwei Minuten vortäuschen.

“zero.point.genesis” ist ein mitreißender Silberling voller Kraft, Authentizität und Mut – roh, wild, unbeugsam und unerbittlich, aber ebenso melodisch, packend, eingängig und ungeheuer weiblich!

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten