TEMPTATIONS FOR THE WEAK
Titel: THE VENOM INSIDE
Label: EIGENPRESSUNG
Spieldauer: 43:22 Minuten
VÖ: 27. Februar 2026
Bereits Ende Februar veröffentlichten TEMPTATIONS FOR THE WEAK ihre neue Langrille “The Venom Inside” in Eigenregie. Die Jungs aus Belgien zocken eine “moderne Mischung aus dem Besten des Thrash Metal und Metalcore” und sind inspiriert von Bands wie MACHINE HEAD, TRIVIUM, SYLOSIS oder KILLSWITCH ENGAGE – mit eigener Identität, versteht sich. Gegründet haben sich TEMPTATIONS FOR THE WEAK 2011 als vierköpfige Band und veröffentlichten kurz darauf ihren Erstling “Spoken Silence”, dem zahlreiche Liveshows in ganz Belgien folgten. Die Gigs brachten der Band einen guten Ruf als schweißtreibender Live-Act ein. Leider änderte sich die Besetzung mehrmals, vielleicht hat es auch deswegen bislang nicht zum ganz großen Wurf gereicht – wer weiß. 2019 entschied man sich, von vier auf fünf Mitglieder zu erweitern und holte Jadran Beauprez als neuen Sänger ins Line-up – das Ergebnis dieser neuen Konstellation konnte man 2022 auf “Fallen From The Stars” hören.
2026 steht nun das vierte Studioalbum an: “The Venom Inside”. Für die Produktion arbeiteten TEMPTATIONS FOR THE WEAK mit Scott Atkins zusammen, der unter anderem für SYLOSIS, MACHINE HEAD, BEHEMOTH oder CRADLE OF FILTH tätig war. Als besonderes Schmankerl gibt es im Song ‘Crossroads’ sogar einen Gastauftritt von Jesse Leach von KILLSWITCH ENGAGE. Aktuell besteht die Band aus Jadran Beauprez (Gesang), Djoni Tregub (Gitarre/Gesang), Jonas Heylen (Gitarre), Ken Michiels (Bass) und Timo Opdebeeck (Schlagzeug) – wir hören rein in “The Venom Inside”.
Bisher waren mir TEMPTATIONS FOR THE WEAK leider völlig unbekannt, dafür machen mir die Belgier umso mehr Bock – und das direkt mit dem Opener ‘Silver Lining’. Auch wenn die Band Fans von SYLOSIS sind, gefallen mir die TRIVIUM-Vibes sehr – so darf’s weitergehen, und so geht es auch weiter. ‘Drowning World’ knallt gnadenlos nach vorn und legt die derzeitigen Missstände auf dieser Welt in den Fokus – ich liebe diese brachialen Growls. Ein paar cleane Vocals hauen TEMPTATIONS FOR THE WEAK in ‘Final Straw’ raus, das insgesamt etwas “braver” als die Vorgänger zu Werke geht – trotzdem bocken Gitarren, Drums und Bass! Jesse Leach ist in ‘Crossroads’ am Start – den Song solltet ihr euch samt Video reinziehen, lohnt sich. Live wird ‘Crossroads’ sicher auch steilgehen, denn die Eingängigkeit und das Mitsingpotenzial sind schon hoch. Nackenbrecherisch war es bisher definitiv, auch in ‘Your Own Suffering’ könnt ihr eure Nacken trainieren oder im Pit moshen. Ein bisschen durchatmen – das ist es, was man während ‘Turned to Stone’ machen kann, denn mit dem Start von ‘Desperate Measures’ ist die Zeit auf der “faulen Haut” wieder vorbei und es gilt, Yoga nach Metaller-Art zu machen. ‘Obsession’ startet gediegen, nach etwas mehr als einer Minute gibt’s wieder Futter für allerlei Rituale, die man so als Fan unserer Musik hat und ausübt. Im vorletzten Ballermann ‘Crawl Through The Ashes’ gehen die Herren aus dem Land der Pommes frites nach erfolgreichem Rezept vor, das Ketchup ist hier das geile Gitarrensolo – ein perfektes Topping für einen bockstarken Track. ‘Legacy’ ist für mich die stärkste Nummer auf “The Venom Inside”: Hier stimmen Wucht, Intensität, Energie und Druck am besten – ein bisschen wie PARKWAY DRIVE, aber eben aus Belgien!
TEMPTATIONS FOR THE WEAK hauen auf und mit “The Venom Inside” bockstarke und abwechslungsreiche Tracks raus, die mit fetten Soli, kantigen wie groovenden Riffs und einer knackigen und variablen Gesangsleistung permanent auf dem Gas bleiben und über die komplette Spielzeit keine Langeweile aufkommen lassen. Scott Atkins hat dem Ganzen den druckvollen, angenehm rohen und modernen Sound verpasst, ohne die Eigenheiten der einzelnen Songs plattzubügeln. Wer Metalcore mag, wird auch diese Platte mögen, die mit ihren Thrash-Vibes auch Genre-Neulinge anlocken könnte!
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


