TEMPLE OF DREAD
Titel: DREADSPAWN DOMINION
Label: Testimony Records
Spieldauer: 40:20 Minuten
VÖ: 07. August 2026
TEMPLE OF DREAD gehören inzwischen zu den verlässlichsten Vertretern des deutschen Old School Death Metal. Mit “Beyond Acheron” (2023) und “God Of The Godless” (2024) haben sich die Ostfriesen um Jens Finger, Markus Bünnemeyer und Jörg Uken für mich endgültig in der oberen Liga des Genres festgesetzt. Bereits auf “Beyond Acheron” wurde der Sound der Band hörbar düsterer, atmosphärischer und cineastischer, wodurch TEMPLE OF DREAD musikalisch noch reifer wirkten. Ein Jahr später ließ “God Of The Godless” dann eine noch brachialere und fettere Death-Metal-Walze aufs Festland los und fand dabei die richtige Balance zwischen kompromisslosem Old School Death Metal und mitreißenden Midtempo-Passagen. Mit ihrem sechsten Studioalbum “Dreadspawn Dominion”, das am 7. August 2026 über TESTIMONY RECORDS erscheint, wollen die Norddeutschen genau diesen eingeschlagenen Weg weitergehen und die cineastischen Elemente ihres Sounds noch stärker ausbauen. Erstmals tritt die Band dabei als Quintett in Erscheinung: Gitarrist Daniel Maurer und Bassist Andi Bauer verstärken TEMPLE OF DREAD sowohl live als auch im Studio. Produziert wurde die neue Feuerlanze erneut von Schlagzeuger Jörg Uken im Soundlodge Studio, während der italienische Künstler Paolo Girardi einmal mehr ein eindrucksvolles Cover-Artwork beisteuerte. Inhaltlich bleiben die Ostfriesen ihrer Liebe zur antiken Mythologie treu und setzen gemeinsam mit ihrem langjährigen Texter Frank „Doc“ Albers die Geschichten um Charon, Hades und die Unterwelt fort. Hören wir uns also einmal an, ob die neue Feuerlanze ihr Ziel trifft.
Nach dem ruhigen Intro ‘Wings Of Immortality’, das mit seinen akustischen Klängen und einem Hauch “mexikanischer” Atmosphäre einen unerwartet entspannten Einstieg bietet, bricht mit dem Titeltrack ‘Dreadspawn Dominion’ die Hölle los.TEMPLE OF DREAD melden sich mit rasenden Gitarren, grantigen Growls und einem wuchtigen Drumgewitter eindrucksvoll zurück. ‘Dreadspawn Dominion’ schlägt ein wie die Keule des Herakles und zerschmettert alles, was sich ihm in den Weg stellt – genau so muss ein Death-Metal-Brecher klingen. ‘Born To Rot’ legt noch einmal nach und entwickelt sich mit seinen halsbrecherischen Riffs und den giftigen „Left To Die – Born To Rot“-Passagen schnell zu einem echten Moshpit-Garanten. Gnadenlos roh, kompromisslos und genau so, wie Old School Death Metal klingen muss. ‘Hybrid Horde Eternal’ kriecht anschließend wie ein schwarzer, von Todesstahl ummantelter Wurm in die Gehörgänge und kratzt genüsslich an den Trommelfellen. ‘Death March’ ist ein Brecher. Kriegerisch und unaufhaltsam schiebt sich der Song nach vorne wie eine antike Helepolis – jener gewaltige „Städtebezwinger“, der Mauern und Tore zermalmte. Genauso walzt sich die Nummer durch die Synapsen. Wenn die Midtempo-Passage einsetzt, ist Nacken-Yoga ohnehin Pflicht– ihr werdet genau wissen, welche Stelle ich meine. ‘Blood Pyre’ wuchtet sich mit der richtigen Portion ostfriesischem Death-Metal-Rotz durch die Boxen, während ‘Scorched By Cosmic Fire’ das ohnehin hohe Tempo mühelos hält und weiterhin mit Vollgas durch den Todesblei-Kosmos rast. Mit ‘Rites Of Blasphemy’ zündet das Quintett schließlich die wohl schnellste Attacke des gesamten Albums, ehe ‘Artisan Of Oblivion’ mit der knackigsten Gitarrenarbeit und starken Shred-Einlagen glänzt. Den Abschluss bildet ‘Infernal Eternity’, ein stimmungsvoller Finalsong, der diese bockstarke Death-Metal-Scheibe genauso beendet, wie sie begonnen hat – kompromisslos, düster und mit jeder Menge Wucht.
Mit “Dreadspawn Dominion” knüpfen TEMPLE OF DREAD nahtlos an die starke Leistung des Vorgängers an – definitiv. Durch die Erweiterung zum Quintett gewinnt die Band jedoch hörbar an Vielfalt, Flexibilität sowie vor allem an Wucht und Druck. Die Ostfriesen marschieren wie eine antike Phalanx durch die zehn Songs: geschlossen, kompromisslos und mit einer Gewalt, der sich kaum etwas entgegenstellen kann. Brachialer Old School Death Metal trifft auf melodische Passagen, die den Songs genau die richtige Portion Tiefe verleihen, ohne die Härte abzuschwächen. Auch der cineastische Ansatz, den TEMPLE OF DREAD bereits auf “Beyond Acheron” eingeschlagen haben, wird konsequent weiterentwickelt und sorgt erneut für eine dichte Atmosphäre. Für mich ist “Dreadspawn Dominion” die logische Fortsetzung der beiden Vorgänger und ein weiteres starkes Ausrufezeichen einer Band, die sich von Album zu Album steigert.
Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten


