SYLOSIS – THE NEW FLESH

SYLOSIS

Titel: THE NEW FLESH

Label: NUCLEAR BLAST RECORDS

Spieldauer: 49:29 Minuten

VÖ: 20. Februar 2026

“The New Flesh” ist das siebte Langeisen der britischen Metaller SYLOSIS. Kompromisslos, unmissverständlich und zweifellos “metal as all hell“ geht das im Jahr 2000 gegründete Abrisskommando mit hartem Riffing, prägnanten Melodien und verfeinerter Power statt roher Gewalt kraftvoll und pointiert zu Werke.

Ich hatte die Band mit einem etwas mehr technischen Ansatz in Erinnerung, aber hier wird mitreißender, gradliniger Metalcore geboten, so hart und heavy wie melodisch und emotional. Vielleicht das zugleich explosivste und ausgereifteste Werk der Band mit scharfem, treffsicherem Songwriting, härter, heavier und rücksichtloser als sein Vorgänger, eine beeindruckende Symbiose aus Brutalität, Aggression und Eingängigkeit.

Oder wie Fronter und Bandgründer Josh Middleton es beschreibt: “That’s what I live for, yeah! But I’ve always liked bands or songs that do both things. Slipknot’s People = Shit is super heavy, but it’s an anthem. Or like The Great Southern Trendkill by Pantera, which has an anthemic chorus but it’s super heavy. It’s not purely about trying to be anthemic for success, but that sort of anthemic side of things is memorable. When it sticks in your head, you go back to it.”

Vom packenden Opener `Beneath The Surface´ bis zum beinahe epischen Finale `Seeds In The River´ präsentieren SYLOSIS sich in musikalischer Bestform. Songs wie die super-eingängige und vielschichtige Singleauskopplung `Lacerations´, das ebenso großartige `Mirror Mirror´ und den grandiosen, harten und schnellen Titeltrack sind moderne Metalhymnen für das 21. Jahrhundert mit auffallend vielen tollen Gitarrensoli.

So wild und ungezügelt auf der einen, so emotional aufgeladen zeigt man sich mit der Niedergeschlagenheit der eindringlichen Ballade `Everywhere At Once´, deren Lyrics sich mit Josh Middletons Gefühlen beschäftigt, wenn er seine kleinen Kinder verlässt, um mit der Band unterwegs zu sein. Themen wie Tod und Sterblichkeit, mit denen sich ein junger Vater zunehmend konfrontiert sieht, ziehen sich wie ein roter Faden durch “The New Flesh“.

SYLOSIS anno 2026 sind eleganter und anspruchsvoller, aber nicht weniger wütend und böse als gewohnt und bringen rifflastige, zeitgemäße, nachdrückliche Metalsongs an den Start. Dunkel und zerstörerisch, dynamisch und unaufhaltsam, reflektiert und selbstbewusst.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten