STORMHAMMER
Titel: WRATH OF THE HAMMER
Label: ROAR by RPM
Spieldauer: 42:19 Minuten
VÖ: 17. Juli 2026
STORMHAMMER gehören zu den Konstanten der deutschen Power-Metal-Szene. Gegründet Anfang der 1990er-Jahre, durchlief die Band mehrere Namenswechsel – von LIZARD über S.P.Q.R. bis hin zu STEAMHAMMER – ehe man sich endgültig für STORMHAMMER entschied und seit dem Debüt “Fireball” im Jahr 2000 kontinuierlich den Hammer schwingt. Klassischer Heavy Metal, hymnischer Power Metal und immer wieder epische Melodien prägen den Stil der Teutonen bis heute. Ein Blick auf die Diskografie zeigt die Entwicklung der Band deutlich: Nach “Fireball” (2000), “Cold Desert Moon” (2001) und “Lord Of Darkness” (2004) folgten mit “Signs Of Revolution” (2009), “Echoes Of A Lost Paradise” (2015), “Welcome To The End” (2017) und “Seven Seals” (2019) weitere Veröffentlichungen, die den Weg der Band stetig weiterführten. Dabei blieb STORMHAMMER nie stehen, sondern entwickelte ihren Sound kontinuierlich weiter. Auch personell gab es im Laufe der Jahre einige Veränderungen. Während frühere Besetzungen unter anderem mit Michael Schinkel oder Matthias Kupka arbeiteten, präsentiert sich die Band heute in folgender Formation: M. Nox am Mikrofon, Phil Meyer und Christos Efstathiou an den Gitarren, Ashley Guest am Schlagzeug sowie Horst Tessmann am Bass. Gerade mit Sänger M. Nox hat die Band eine Stimme gefunden, die perfekt zur aktuellen Ausrichtung passt. Nach “Seven Seals” aus dem Jahr 2019 schlagen STORMHAMMER mit “Wrath Of The Hammer” nun das nächste Kapitel ihrer Bandgeschichte auf. Produziert wurde die Langrille von keinem Geringeren als Alex Krull im Mastersound Studio, während Ingo Spörl das Cover-Artwork gestaltete. Schauen wir einmal, ob die Deutschen ihrem Albumtitel gerecht werden und den Hammer wirklich kreisen lassen.
‘Beware’ ist genau das Intro, das dieses spannende Album braucht, so viel darf ich bereits vorwegnehmen. Der kriegerische und heroische Klang macht richtig Bock auf das, was gleich über den Hörer hereinbricht – der Zorn des Hammers, meine Wikinger und Schildmaiden, wird über uns hereinbrechen. Und so geschieht es auch, als ‘Wrath Of The Hammer’ aus den Boxen knallt, die Drums wie donnernde Schläge gegen den Bug hämmern, der raue Gesang die Wellen aufwühlt und einfach so viele cineastische Momente entstehen. Ein starker Auftakt in die Langrille! In ‘Ashes Of The Throne’ wird die Geschichte eines Kriegers erzählt, der als Kind in Eis und Schnee ausgesetzt wurde und nun zurückkehrt, um seinen rechtmäßigen Thron einzufordern – doch statt Ruhm und Herrschaft findet er nur Zerstörung vor. Eine wuchtige Nummer mit starken instrumentalen Passagen und einem Refrain, der sich im Kopf festsetzt. Mit ‘Light In The Dark’ stechen wir schließlich in See. Der Song erzählt von einer Seeschlacht und greift dabei die Legende um Davy Jones auf. Trotz der maritimen Ausrichtung galoppiert der eingängige Track aufrecht und mit ordentlich Druck seinem Ziel entgegen. Grandios sind dabei die Gastbeiträge von PRIMAL-FEAR-Legende Ralf Scheepers und GRAVE-DIGGER-Frontmann Chris Boltendahl – mehr Kult- und Power-Metal-Prominenz geht in einem Song kaum. Nach ‘Wheels Of Eternity’, das sich mit dem unausweichlichen Lauf des Schicksals beschäftigt, folgt mit ‘Guardians Of The Night’ eine Hymne mit balladeskem Touch, auf der Sänger M. Nox seine starke Stimme eindrucksvoll in Szene setzt. Der Song gehört auf jede Playlist, die epische Schlachtenhymnen versammelt. ‘Veil Of Fire’ reiht sich anschließend nahtlos in die Riege der kraftvollen Banger ein und macht genauso viel Spaß wie ‘Wrath Of The Hammer’. Stampfend, temporeich und im Refrain deutlich getragener präsentiert sich das cineastisch anmutende ‘Scars Of The Abyss’, während ‘Shattered Dominion’ etwas knackiger, kantiger und schärfer ausfällt – Headbanger und Freunde starker Gitarrensoli kommen hier voll auf ihre Kosten. Im finalen ‘The Dune’ gehen die deutschen Power Metaller temporeich, leidenschaftlich und musikalisch ein kleines bisschen experimenteller zu Werke als auf den übrigen Songs. Das steht den Warriors ausgesprochen gut und setzt unter das Album ein dickes Ausrufezeichen.
Mit “Wrath Of The Hammer” setzen STORMHAMMER ihren eingeschlagenen Weg eindrucksvoll fort. Nachdem ich mir in den vergangenen Tagen auch die älteren Alben der Band angehört habe, ist für mich eines klar geworden: Die Deutschen haben sich von Platte zu Platte kontinuierlich gesteigert. Das Songwriting ist ausgereifter, die Arrangements abwechslungsreicher und die epische Ausrichtung der Songs kommt stärker zur Geltung als je zuvor. Einen großen Anteil daran hat Sänger M. Nox, dessen kraftvolle und charakteristische Stimme perfekt zur musikalischen Ausrichtung von STORMHAMMER passt. Wer klassischen Power Metal mit starken Melodien, cineastischer Atmosphäre, packenden Geschichten und jeder Menge Spielfreude schätzt, sollte “Wrath Of The Hammer” definitiv antesten. STORMHAMMER geben hörbar mehr Gas als noch auf den Vorgängern und hauen ihren metallischen Hammer des Zorns mit voller Wucht in die Gehörgänge aller Power Metaller. Besonders die Trommelfelle ihrer Fans dürften sich über diese gehörige Portion Stahl und Pathos freuen.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


