SOVEREIGN – ALTERED REALITIES

Sovereign - Altered Realities

SOVEREIGN

Titel: ALTERED REALITIES

Label: DARK DESCENT RECORDS

Spieldauer: 41:35 Minuten

VÖ: 19. Januar 2024

Auf ihrem Debüt-Album „Altered Realities“ frönen die Norweger SOVEREIGN dem technisch ausgefeilten, aber trotzdem noch ziemlich räudigen Death- und Thrash-Metal der Endachziger bzw. frühen Neunziger. Mich persönlich triggern sie damit natürlich gleich total… 🙂

Denn SOVEREIGN schmeissen „Spiritual Healing“ bis „Symbolic“ (Death), „Testimony Of The Ancients“ (Pestilence) und „Schizophrenia“ (Sepultura) in einen Edelstahlpott, garnieren dies mit ein paar Prisen alter Morbid Angel, Obituary und Demolition Hammer und rühren einmal kräftig um. Passenderweise liegt auch das raue Gekeife von Sänger und Bassist Simen Roher Grong voll in der stimmlichen Schnittmenge von Chuck Schuldiner, Max Cavalera und Patrick Mameli.

Alle sieben Songs auf „Altered Realities“ geizen nicht mit mächtigen Breaks, Rhythmus- und Tempowechseln, die jedoch nie aufgesetzt oder pseudo-progressiv klingen. Wie schon bei den Klassikern von Death, Pestilence oder Morbid Angel nehmen diese den Songs an sich aber weder Härte noch Spielfluss, sondern setzen die trotzdem zahlreich vorhandenen Ballerparts umso besser in Szene. Die effektiv eingesetzten melodiösen, teilweise zweistimmigen Leads sollten jedem Death-Fan das Herz höher schlagen lassen.

Ein total herausragendes Highlight kann ich auf „Altered Realites“ nicht ausmachen. Der siebenminütige Opener ‚Altered Reality‘ bringt den Sound der Bands bereits perfekt und umfänglich auf den Punkt. Noch besser kommt der unbarmherzig thrashende Sechsminüter ‚The Enigma Of Intelligence‘. Und die knackigen Vierminüter ‚Nebular Waves‘ und ‚Synthetic Life‘ hätten sogar auf dem Death-Meisterwerk „Human“ eine tolle Figur gemacht.

Insgesamt ist „Altered Realities“ ein bombenstarkes Album, das alle Fans der oben genannten Bands, vor allem eben Death (allein das ist ja schon ein Gütesiegel), ansprechen dürfte. Zwar sind SOVEREIGN damit stilistisch nicht wirklich originell, song- und spieltechnisch aber absolut erstklassig. Und auch die kräftige wie ausgewogene (aber nicht zu glatte oder sterile) Produktion passt meiner Meinung nach perfekt zum Sound der Band.

Einwandfreier Album-Einstand, mit dem sich SOVEREIGN die Latte jetzt schon sehr hoch gehängt haben, gefühlt aber definitiv auch das Handwerkszeug für eine weitere Steigerung mitbringen. Für fehlende Originalität und „Top-Hits“ gibt’s einen Punkt Abzug – dafür spendiere ich einen halben Newcomer-Bonuspunkt.

Joe Nollek vergibt 8,5 von 10 Punkten