SOULLINE – REFLECTIONS

SOULLINE

Titel: REFLECTIONS

Label: Massacre Records

Spieldauer: 37:19 Minuten

VÖ: 17. Mai 2024

Aus unserem Nachbarland der Schweiz kommen erstklassige Metalbands und auch SOULLINE gehören zu den Kapellen, die hierzulande gefeiert werden. Erst 2022 veröffentlichte das eidgenössische Abrisskommando mit “Screaming Eyes” ihr fünftes Album, am 17. Mai machen sie mit “Reflections” das halbe Dutzend voll. Das Melo Death Outfit setzt sich aus Gabriele Gianora (Vocals), Lorenzo Barenco (Gitarren, Keyboards), Marco Alberti (Gitarren), Rasmus Merker (Bass) und Edo Sala (Drums) zusammen und setzt sich auf “Reflections” unter anderem mit Themen die Umwelt betreffend, die Vergänglichkeit von Ruhm, Korruption und anderen Dingen auseinander, über die man nachdenken und die man reflektieren könnte.

“Reflections” hat eine Spielzeit von 37:19 Minuten, wird als CD im Digipak, limitierte Vinyl LP und in digitaler Fassung erscheinen. Als Produzenten treten SOULLINE selbst auf, fürs Mixing wurde Francesco Quagliariello (Bay7 Studio) verpflichtet, das Mastering erledigte Andrea De Bernardi (Eleven Mastering Studio), das Coverartwork stammt von Chuck Cuevas und das Grafikdesign von Vinícius Alves! Genug Info, jetzt gibt’s Musik!

Der “Softopener” kommt als Instrumental, heißt ‘Last Moon’ und geht nahtlos in die brachiale Nummer ‘Despise Your God’ über die dazu einlädt über sich und die Beziehung zu Gott nachzudenken, ganz in Verbindung zum Albumnamen “Reflections”. Mit fetten Riffs und aggressiven Vocals ballern SOULLINE in ‘Clochard’ weiter, während ‘Say Goodbye’ und ‘Look At The Stars’ nicht ganz so gewaltig knallen und die Schweizer mehr auf melodische Vibes setzen. Wütender, berechtigt wütender, gehen die Jungs in ‘Human Corruption’ zu Werke, ‘Fragile Dream’ ist ein – gelungenes – Cover von ANATHEMA das aus dem bisherigen Death Metal Rahmen fällt, melodisch und atmosphärisch ist es aber allemal. Eine ziemlich emotionale Nummer ist ‘Before The Dawn’ die zeitgleich mein Highlight auf “Reflections” ist – zum einen wegen den Lyrics in denen so viel Wahrheit steckt und die mir Gänsehaut machen, zum anderen wegen dem Wechselspiel zwischen „sanften“ und “harten” Klängen und als am Ende “RISE UP” aus meinen Boxen gescreamt wird, bekommt sogar meine Gänsepelle eine Gänsepelle. Mit ‘I’m So Sorry’ endet “Reflections” hochemotional und so gut wie es angefangen hat.

Auch Heidi würde mit ihrem Opa auf der Schweizer Alm moshen, den Black Metal “Goat”-Peter umwemsen und SOULLINE tätowiert haben (die Stelle überlasse ich eurer Fantasie). “Reflections” macht mir richtig viel Spaß und das in mehreren Punkten. Ich bin sehr auf die Stimme fixiert, die mir gerade etwas vorsingt – wenn die nicht meinen Geschmack treffen, wird es schwierig. Gabriele Gianora muss sich da aber keine Sorgen machen, seine Stimme packt mich, sonst hätte ich auch keine Hühnerhaut bekommen. Musikalisch war mir “Reflections” an manchen Stellen ein wenig zu soft und zu melodisch, da hätten SOULLINE gerne mehr Feuer reinhauen können. Am Ende ist “Reflections” aber ein richtig gutes Album geworden, das aufrütteln möchte, Mut machen mag und vieles mehr. Das ist den Jungs bei mir auf alle Fälle gelungen und wer weiß, vielleicht schaffen sie das auch bei denjenigen, die meinen Artikel gerade lesen? Wenn ja, dann kommt rum auf die Alm und mosht den Goat-Peter mit mir!

Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten