SOULBURN
Titel: QUANTIFYING COSMIC DOOM
Label: Testimony Records
Spieldauer: 61:13 Minuten
Mit „Quantifying Cosmic Doom“ veröffentlichten die Niederländer von SOULBURN tatsächlich erst ihr fünftes Studioalbum, obwohl die Band bereits seit Mitte der 90er – mit 15-jähriger Unterbrechung wieder seit 2014 – aktiv ist. In vielen Erinnerungen waren SOULBURN anfangs als „kleiner Bruder“ von Asphyx abgespeichert, was natürlich auch der Biographie von Gitarrist Eric Daniels und Ex-Drummer Bob Bagchus geschuldet ist.
Doch bereits mit dem über siebenminütigen Opener `The Braveheart Of Nightmares` widerlegen sie diesen Ruf vehement; doomige, epische und ausufernde Passagen, überwiegend cleane Vocals. Was ist mit SOULBURN passiert? Auch der zweite Song kommt mit kauzigen, klagenden Vocals in bester Messiah Marcolin- und Johan Langquist Tradition aus, getragen von düsteren, schleppenden Riffs. Seit 2014 zeichnet Legion Of The Damned Gitarrist Twan Van Geel sowohl am Viersaiter als auch bei den Vocals verantwortlich. Auf „Quantifying Cosmic Doom“ beschreitet er stimmlich vollkommen neue Pfade und deckt von Epic Doom bis kreischenden Black Metal Parts eine starke Bandbreite ab. Klassischen Tulpen Death wie auf dem ersten Album „Feeding On Angels“ (1998) kann ich aber kaum noch entlarven.
Alles in allem sehe ich „Quantifying Cosmic Doom“ als gelungenes Experiment, unter diesem Banner erwarte ich aber nach wie vor etwas anderes Songwriting. Leute, die sich Material irgendwo in der Schnittmenge aus Candlemass, Dissection und einem kleinen Schuss Asphyx vorstellen können, werden hier bestens bedient. Man muss jedoch in passender Laune dafür sein, zumal die Spielzeit von über 60 Minuten auch ein ganz schön harter Brocken sein kann.
Marius Gindra vergibt 7 von 10 Punkten


