SCHATTENMANN – ENDGEGNER

SCHATTENMANN

Titel: ENDGEGNER

Label: PERCEPTION MUSIC

Spieldauer: 41:15 Minuten

VÖ: 13. März 2026

SCHATTENMANN wollen für deutschsprachigen Metal mit Core-Anleihen stehen und nehmen somit musikalisch und auch optisch mit der neuen Scheibe “Endgegner“ eine kleine Kurskorrektur und leichte Neuausrichtung vor. Die Optik – siehe Coverartwork und Musikvideos ist Geschmackssache – musikalische gibt es neu definierten und verfeinerten „NDH 2.0“ auf die Ohren; einen abwechslungsreichen, ausgewogenen Mix aus Deutschrock, Metal, NDH, Core, Elektro, Punk und Gothic Anteilen mit deutschen Texten.

Seit 2018 hat die Band vier Alben veröffentlicht. Mit “Día de Muertos“ erreichten sie 2023 erstmals die Top 10 der deutschen Albumcharts. Dennoch können das neue Metal-Gewand sowie Veränderungen und Innovation nicht schaden, denn Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt und wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Also kommen wir zu den zwölf Tracks der neuen Scheibe: Party-Gassenhauer wie `Kamikaze´ und `Kein Kommando´ haben zwar einen gewissen Unterhaltungswert, dennoch wissen Tracks wie die massiv-eindringliche Gesellschaftskritik `Besser als der Rest´ und die punkige Nonkonformismushymne ` Einen Scheiß muss ich´ deutlich besser zu gefallen.

Die fast poetischen Texte von Stücken wie der melancholischen Nummer ` Wir sind das Ende der Welt´, dem sozialkritischen Stampfer `Unmensch´ und dem schwermütig-balladesken `Echo´ entschädigen dabei für sonstigen Klamauk und die prollige Vorabsingle ` Schna-na-naps´, welche die ultimative Verpflichtung für den Ballermann nach sich ziehen könnte.

Auch Tracks wie das introspektive `Alter Ego´ und der ungewöhnliche Lovesong ` Gelegenheit macht Liebe´ transportieren einen hohen Wiedererkennungswert und große Eigenständigkeit und zeigen, dass SCHATTENMANN es wesentlich besser können.

Bleibt schließlich noch das elektronisch-treibende `Auf die Zunge´ in der SCHATTENMANN Version zu erwähnen, ursprünglich eine Kollaboration mit den NDH Kollegen von EISBRECHER.

Unter dem Strich überwiegen die genannten Highlights die wenigen Ausrutscher und machen “Endgegner“ zu einem spannenden, kurzweiligen Longplayer.

Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten