PRIME CREATION – SOULS OF THE FALLEN

PRIME CREATION

Titel: SOULS OF THE FALLEN

Label: ROAR

Spieldauer: 36:22 Minuten

VÖ: 26. Juni 2026

Aus Linköping in der schwedischen Provinz Östergötland kommen PRIME CREATION, ein Quintett, das Anfang 2015 gegründet wurde und aus erfahrenen Musikern besteht. Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger Esa Englund, Leadgitarrist Robin Arnell, Rhythmusgitarrist Rami Tainamo, Bassist Henrik Weimedal sowie Schlagzeuger Kim Arnell. Die Truppe zockt modernen, druckvollen und melodischen Heavy Metal, und spätestens Fans der Power-Metal-Formation MORIFADE dürften hier hellhörig werden. Ende 2015 legten die Schweden mit den Aufnahmen ihrer ersten Tracks los und veröffentlichten im Mai 2016 ihr selbstbetiteltes Debütalbum “Prime Creation” über SILENT WALL PRODUCTIONS und RAMBO MUSIC. Später erschien die Platte auch weltweit über das dänische Label MIGHTY MUSIC. Noch im selben Jahr verließ Mathias Kamijo die Band, da er das Gefühl hatte, den Fortschritt der Gruppe auszubremsen. Sein Nachfolger wurde Rami Tainamo. Nach dem Debüt legten PRIME CREATION 2019 mit dem zweiten Album “Tears Of Rage” nach. Die für 2020 geplanten Touren durch Großbritannien und das Baltikum fielen der COVID-19-Pandemie zum Opfer, sodass sich die Band stattdessen auf neues Material konzentrierte. Gemeinsam mit Produzent Niels Nielsen (GHOST, IN FLAMES, MCC u.a.) entstand schließlich das dritte Album “Tell Freedom I Said Hello”, das 2023 über ROCK OF ANGELS RECORDS erschien und weltweit positive Resonanz erhielt. Für “Souls Of The Fallen” ließ man sich drei Jahre Zeit. Nun schlagen PRIME CREATION das nächste Kapitel ihrer Reise auf – und das bei ROAR. Produziert wurde Langrille Nummer vier erneut von Niels Nielsen. Das Cover-Artwork stammt aus der kreativen Feder von Giannis Nakos. Seien wir also gespannt, was die auch live sehr aktive Band auf dem acht Songs umfassenden Dreher “Souls Of The Fallen” kredenzt.

Mit ‘Galactic Rebirth’ eröffnen PRIME CREATION ihr neues Album zunächst mit galaktischen Synthesizer-Klängen, ehe die Schweden nach der kurzen Einleitung eine groovende Nummer aus dem Ärmel schütteln, die zum Nacken-Yoga einlädt. Dreckige Vocals treffen auf eingängige Melodien und sorgen dafür, dass man dranbleibt und mehr Wuchtfutter fürs gepflegte Haare lüften möchte. ‘Ghosts’ bleibt auf Kurs, gesanglich blitzen hier und da leichte LORDI-Vibes auf, während die Skandinavier musikalisch im Fahrwasser des Openers bleiben und nach dem Motto “Raise your fist and bang your head” ordentlich Druck machen. Der Höhepunkt dieses knackigen Eröffnungstriples hört auf den Namen ‘Blood Harvest’. Die Nummer ist eine fette, schnelle und druckvolle Power-Metal-Säge schwedischer Prägung, die mitreißt und zum Mitsingen einlädt. So ein bisschen MANOWAR steckt wohl in jedem von uns, so auch in den Musikern von PRIME CREATION. Ihr Titelsong ‘Souls Of The Fallen’ enthält durchaus einige True-Metal-Vibes, bleibt aber eben genau das und nicht mehr. Die moderne Ausrichtung und der Stil, den die Fans der Schweden lieben, bleiben komplett erhalten, während sich die Nummer mit ordentlich Druck und Melodie ihren Weg durch die Boxen bahnt. ‘Alliance’ ist mit sechs Minuten der längste Track des Albums und nimmt die rasante Gangart etwas heraus – was der Platte und vor allem der Band richtig gut steht. Nach ‘Lost Legacy’ servieren Esa und Co. mit ‘Legends Never Die’ eine lyrisch wie musikalisch starke Leistung. Das Stück schlägt ab der Mitte einen druckvolleren Weg ein, sodass man fast meinen könnte, der Song besitze zwei Gesichter – und beide wissen zu gefallen. Mit ‘Ashes Of Trust’ haben PRIME CREATION ein Lied ans Ende ihres Albums gestellt, dessen Thematik wohl der ein oder andere kennt: verraten worden zu sein, das sprichwörtliche Messer im Rücken zu haben. Der Refrain macht jedoch deutlich, dass man vor der Wahrheit nicht davonlaufen kann. Die Narben bleiben, erinnern an das Geschehene und machen einen letztlich stärker. Statt aufzugeben oder sich unterkriegen zu lassen, geht es darum, wieder aufzustehen, nach vorne zu schauen und sich von den Fehlern anderer nicht brechen zu lassen. Ein starker Abschluss für einen starken Dreher.

PRIME CREATION haben mit “Souls Of The Fallen” ein gelungenes Heavy-/Power-Metal-Album schwedischer Prägung am Start und liefern acht Songs voller Melodie, Druck und Eingängigkeit ab, die sich bestens für die tägliche Dosis Schwermetall eignen. Wer seine Musik irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und modernem Power Metal verortet, sollte den Schweden definitiv ein Ohr leihen.

Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten