PRIME CREATION
Titel: SOULS OF THE FALLEN
Label: ROAR
Spieldauer: 36:22 Minuten
VÖ: 26. Juni 2026
Mit ‘Galactic Rebirth’ eröffnen PRIME CREATION ihr neues Album zunächst mit galaktischen Synthesizer-Klängen, ehe die Schweden nach der kurzen Einleitung eine groovende Nummer aus dem Ärmel schütteln, die zum Nacken-Yoga einlädt. Dreckige Vocals treffen auf eingängige Melodien und sorgen dafür, dass man dranbleibt und mehr Wuchtfutter fürs gepflegte Haare lüften möchte. ‘Ghosts’ bleibt auf Kurs, gesanglich blitzen hier und da leichte LORDI-Vibes auf, während die Skandinavier musikalisch im Fahrwasser des Openers bleiben und nach dem Motto “Raise your fist and bang your head” ordentlich Druck machen. Der Höhepunkt dieses knackigen Eröffnungstriples hört auf den Namen ‘Blood Harvest’. Die Nummer ist eine fette, schnelle und druckvolle Power-Metal-Säge schwedischer Prägung, die mitreißt und zum Mitsingen einlädt. So ein bisschen MANOWAR steckt wohl in jedem von uns, so auch in den Musikern von PRIME CREATION. Ihr Titelsong ‘Souls Of The Fallen’ enthält durchaus einige True-Metal-Vibes, bleibt aber eben genau das und nicht mehr. Die moderne Ausrichtung und der Stil, den die Fans der Schweden lieben, bleiben komplett erhalten, während sich die Nummer mit ordentlich Druck und Melodie ihren Weg durch die Boxen bahnt. ‘Alliance’ ist mit sechs Minuten der längste Track des Albums und nimmt die rasante Gangart etwas heraus – was der Platte und vor allem der Band richtig gut steht. Nach ‘Lost Legacy’ servieren Esa und Co. mit ‘Legends Never Die’ eine lyrisch wie musikalisch starke Leistung. Das Stück schlägt ab der Mitte einen druckvolleren Weg ein, sodass man fast meinen könnte, der Song besitze zwei Gesichter – und beide wissen zu gefallen. Mit ‘Ashes Of Trust’ haben PRIME CREATION ein Lied ans Ende ihres Albums gestellt, dessen Thematik wohl der ein oder andere kennt: verraten worden zu sein, das sprichwörtliche Messer im Rücken zu haben. Der Refrain macht jedoch deutlich, dass man vor der Wahrheit nicht davonlaufen kann. Die Narben bleiben, erinnern an das Geschehene und machen einen letztlich stärker. Statt aufzugeben oder sich unterkriegen zu lassen, geht es darum, wieder aufzustehen, nach vorne zu schauen und sich von den Fehlern anderer nicht brechen zu lassen. Ein starker Abschluss für einen starken Dreher.
PRIME CREATION haben mit “Souls Of The Fallen” ein gelungenes Heavy-/Power-Metal-Album schwedischer Prägung am Start und liefern acht Songs voller Melodie, Druck und Eingängigkeit ab, die sich bestens für die tägliche Dosis Schwermetall eignen. Wer seine Musik irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und modernem Power Metal verortet, sollte den Schweden definitiv ein Ohr leihen.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


