PHANTOM
Titel: NOT MIDNIGHT YET
Label: High Roller Records
Spieldauer: 56:12 Minuten
VÖ: 26. Juni 2026
Aus Mexiko kommen die Speed/Thrash Metaller PHANTOM die in der jüngeren Vergangenheit ihren Backkatalog über High Roller Records rausgehauen haben und so wohl mehr Metalheads als zuvor von der Band wissen. Jetzt haben PHANTOM ihre dritte Langrille fertig die ebenfalls über HHR erscheinen wird – am 26. Juni 2026 kommt “Not Midnight Yet” in die Läden bzw. in den Onlineshop. Aufgenommen und gemischt wurde erneut mit Héctor “Northen” Ibarra in den Nehtron Studios in Guadalajara, getreu dem Motto “Never change an running Team”, oder so. Das Mastering gaben die Mexikaner in die Hände von Patrick W. Engel im Temple Of Disharmony – wurde also in Deutschland gemacht.
“Ich bin mit meinen Platten nie komplett zufrieden und versuche mit jedem neuen Material unsere Grenzen weiter zu verschieben – ohne dabei die Seele und den Kern dessen zu verändern, wofür PHANTOM stehen: Old School Heavy Metal. Dieses Album bringt sehr gut zusammen, was wir ausmacht. Deshalb denke ich, dass es ein echtes Brett geworden ist” – so J.C. García (Vocals, Guitars)
Wir checken die heiße Platte von PHANTOM – einer Band, die sich dem Old-School-Heavy-Metal verschrieben hat und genau weiß, wie man Druck macht. Mit an Bord: Harel O. an der Gitarre, J.C. García (Gesang, Gitarre), Raír Tavizón (Bass) und J.P. Alatorre (Drums). Ein Line-up, das auf dem Papier schon nach ordentlich Tempo, Riffs und klassischem Metal-Feeling klingt – und genau das wollen wir uns jetzt genauer anhören.
Widmen wir uns jetzt den Songs. Mit ‘Hordes Of Bats’ eröffnen PHANTOM die Platte zunächst mit Kirchenorgel und düsterer Stimmung. Lange hält das allerdings nicht an, denn danach geht’s fett ab. Noch nicht komplett auf Highspeed, aber schon ordentlich knackig und mit genug Druck aufm Kessel. ‘Out Of The Mausoleum’ feuert direkt fette Moshpit-Riffs ab. Dazu gesellen sich dreckige Vocals und ordentlich Tempo, wie auch in ‘Dracula’s Curse’ – hier setzt man zunächst auf sakrale Orgelklänge, bevor die Nummer bissig loslegt. Passend zum Titel hat das Ding ordentliche Reißzähne und lässt das Blut kochen. Mit ‘Morgenstern / Iron Strike’ folgen sägende Gitarren und ein geiler Banggroove – Genrefans wird es freuen! ‘The Pale Remains Of Time’ fällt dagegen etwas aus der Reihe. Ein maideneskes Intro, ein Basssolo und insgesamt deutlich mehr Heavy-Metal-Vibes als Speed oder Thrash. Für die gewohnte Gangart der Platte fast schon ruhig und damit ein kleiner Exot auf der Tracklist. Nach dieser kleinen „rohes Stück Fleisch wird weichgeklopft“-Pause wird mit ‘Summoned To Kill’ wieder Stahl gekocht. Der Beat ist brutal fett und die Nummer entwickelt mächtig Druck. Gleiches gilt für ‘Not Midnight Yet’, das ebenfalls ordentlich auf die Zwölf gibt. ‘Solomonari’ orientiert sich erneut stärker am Heavy Metal und verlässt die eigentliche Speed- und Thrash-Schiene etwas. Klingt aber trotzdem verdammt stark und sorgt für zusätzliche Abwechslung. Mit ‘Sepulchral Majesty’ gibt es dann wieder Art des Hauses: rotzig, punkig und schnell. ‘Curse Your Name’ startet dagegen klangvoll und atmosphärisch. Die akustischen Gitarrenmomente wissen zu gefallen, bevor die Nummer später wieder deutlich wuchtiger wird. Tolle Screams und hochtönige Gesangslinien runden den Song ab. ‘A Trail Full Of Sorrows’ passt anschließend perfekt in die Gangart der Platte, bevor ‘Echoes From The Fights’ als höllisch deftiger Abschluss noch einmal alles aus den Boxen prügelt. Geiler Schepperstahl zum Schluss und ein würdiges Ende für die Platte.
PHANTOM erfinden hier weder Heavy Metal noch Speed oder Thrash Metal neu. Müssen sie aber auch nicht. Die Platte hat ordentlich Druck aufm Kessel, starke Riffs und jede Menge Tempo zu bieten. Die Band konzentriert sich auf das, was sie am besten kann, und genau das dürfte Genrefans gefallen. Rotziger Heavy-, Speed- und Thrash Metal mit genug Biss, fetten Banggrooves und einer Menge Energie. Absolut hörenswert. Wer bei sägenden Gitarren, druckvollen Beats und ehrlichem Schepperstahl nicht automatisch das Grinsen anfängt, dem ist vermutlich auch nicht mehr zu helfen.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


