PALLBEARER – MIND BURNS ALIVE

PALLBEARER

Titel: MIND BURNS ALIVE

Label: NUCLEAR BLAST RECORDS

Spieldauer: 50:36 Minuten

VÖ: 17. Mai 2024

PALLBEARER (nicht zu verwechseln mit dem Sheer Terror Sänger Paul Bearer) habe ich mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums Foundations of Burden kennen und schätzen gelernt. Machten sie doch eine eher alternative Variante des Dooms ohne dabei im Sludge zu versinken. Sie haben daher eine durchweg spannende Nische gefunden. Das Drittwerk Heartless hat mir schon weniger gefallen aber das letzte Album Forgotten Days hatte schon wieder mehr interessante Strukturen, strahlte mehr Mächtigkeit und Schwere aus.

„Mind burns alive“ startet überaus verhalten mit ‚Where the light fades‘. Meine Befürchtung, dass sich die Burschen aus Little Rock mehr den kommerziellen Erwägungen ergeben würden hat sich offenbar bestätigt. Natürlich merkt man immer noch, dass es sich hierbei um PALLBEARER handelt. Wenn sie mal ihre mächtigen Gitarrenwände aufbauen oder Brett Campels Gesang – ihr Signature Sound ist immer noch irgendwo vorhanden, die leisen und versöhnlichen Töne haben allerdings deutlich die Oberhand gewonnen. Auch der Drumsound ist leichtfüßig und nicht so kräftig wie zuletzt. Natürlich müssen sich PALLBEARER in Sachen handwerklicher Fähigkeiten nichts nachsagen lassen. Und auch die Songs sind für sich betrachtet alles andere als schlecht. Dennoch tröpfeln die sechs Kompositionen und 50 Minuten mehr oder weniger unspektakulär vor sich hin. Es fehlt die Dynamik, die fiebrige Stimmung, das Zerbersten von Emotionen, was in der Vergangenheit viele Lieder so einzigartig gemacht hat. In Ansätzen kann ‚Endless Place‘ hier noch mithalten, ‚Daybreak‘ mag das zwar auch noch ein wenig in sich tragen, aber nur noch schemenhaft sind diese einzigartigen Momente erkennbar.

Ein sehr zurückhaltender Ansatz den PALLBEARER hier auffahren. Ich bin doch enttäuscht aber ehrlich gesagt nicht sonderlich überrascht über diese Entwicklung. Somit bleiben mir zumindest die ersten beiden Alben von PALLBEARER als unabdingbare Klassiker schwerer Musik erhalten. 

Ingo Holzhäuser vergibt 6 von 10 Punkten