ORBIT CULTURE – DEATH ABOVE LIFE – DELUXE

ORBIT CULTURE

Titel: DEATH ABOVE LIFE – DELUXE

Label: Century Media Records

Spieldauer: 74:53 Minuten

VÖ: 09. Oktober 2026

Mit „Death Above Life“ haben ORBIT CULTURE 2025 bei Century Media ein klasse Album veröffentlicht, das ich bereits ausführlich unter die Lupe genommen habe. Vom brachialen Opener ‚Inferna‘ über die tonnenschweren Groove-Hämmer ‚Hydra‘ und ‚Neural Collapse‘ bis hin zum melancholischen Abschluss ‚The Path I Walk‘ haben die Schweden eindrucksvoll gezeigt, wie sich brutale Härte, markerschütternde Growls, starker Klargesang und cineastische Klangwelten verbinden lassen.

Auch im Interview mit Niklas Karlsson wurde deutlich, wie sehr Soundtracks und Komponisten wie Hans Zimmer und Howard Shore die musikalische Vision der Band prägen. Mit der „Death Above Life (Deluxe Edition)“ wird dieses Kapitel nun um vier Bonustracks erweitert. Neben zwei bislang unveröffentlichten Songs und dem japanischen Bonustrack ‚Nuclear God‘ gibt es eine besondere Version des herzzerreißenden Schlussstücks ‚The Path I Walk‘ mit der Cellistin Tina Guo.

Erhältlich ist die Deluxe-Ausgabe als limitierte, transparente Sea-Blue-/Golden-Yellow-Splatter-Doppel-LP im Artbook sowie als limitiertes 2-CD-Mediabook. Beide physischen Editionen enthalten außerdem ein umfangreiches 40-seitiges Booklet mit Rückblicken auf die vergangenen eineinhalb Jahre und Einblicken hinter die Kulissen. An dieser Stelle wärmen wir die ursprüngliche Review nicht noch einmal auf, sondern widmen uns ausschließlich den vier Bonustracks und schauen, was ORBIT CULTURE dieser ohnehin schon starken Veröffentlichung zusätzlich mit auf den Weg geben.

Das Bonus-Quartett wird von ‚Nuclear God‘ eröffnet. Der Song macht seinem Namen alle Ehre und ist ein feuerfressender Nackenbrecher, der mit seiner Wucht alles niederdrückt, was sich ihm in den Weg stellt. ORBIT CULTURE kommentieren den Track so:

„‚Nuclear God‘ wurde ursprünglich als Bonustrack auf der japanischen Ausgabe von „Death Above Life“ veröffentlicht. Als wir begannen, das gesamte Filmmaterial durchzugehen, das wir bei den Sommerfestivals gesammelt hatten, wollten wir daraus etwas machen, das sich wie eine Hommage an unsere Fans und die Community anfühlt, die sich um diese Band herum gebildet hat. Das schonungslose Chaos von ‚Nuclear God‘ passte perfekt zu diesen Momenten. Riivata hat all dieses Filmmaterial genommen und zu dem Video zusammengefügt, das ihr heute seht.“

Nicht minder kraftvoll gehen die Schweden in ‚Spiral Head‘ zur Sache. Die schiere brachiale Wucht während der verschiedenen Phasen des Liedes überwältigt und fesselt vor die Lautsprecher – und das über die gesamte Spielzeit von mehr als sieben Minuten. Mit ‚The Form Not Meant To Be‘ bekommen wir anschließend einen kompakten Halsbrecher vor den Latz geknallt, bevor es im Finale mit ‚The Path I Walk‘ und der Cellistin Tina Guo an Bord des Flaggschiffs namens ORBIT CULTURE noch einmal emotional wird. Dazu schreiben die Schweden:

„Wir waren schon immer etwas unsicher, wenn es darum ging, jemand anderen in unsere Musik einzubeziehen, aber bei Tina Guo war das anders. Seit wir sie 2017 in Stockholm live erlebt hatten, scherzten wir darüber, eines Tages mit ihr zusammenzuarbeiten. Jetzt, Jahre später, ist es eine Ehre, sie bei ‚The Path I Walk‘ dabei zu haben. Viel Spaß damit!“

Die atmosphärischen Cellotöne passen hervorragend zu diesem Lied, in dem es um innere Verletzungen, emotionale Schutzmechanismen und die schmerzhafte Erkenntnis geht, dass man sich selbst in einer kalten Welt verlieren kann. Das lyrische Ich hat gelernt, sich zu verstellen und zu lügen, um einen Menschen bei sich zu halten, während es den eigenen Schmerz immer weiter in sich hineinfrisst. Das Bild des eingeschlossenen Herzens steht für den Versuch, sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Doch dieser Schutz macht den eingeschlagenen Weg nicht leichter – im Gegenteil: Er wird zunehmend zur Belastung, bis schließlich die Erkenntnis bleibt, dass dieser Weg hier endet. Mit Tina Guos Cello gewinnt der ohnehin melancholische Song eine zusätzliche emotionale Tiefe, die dem Inhalt verdammt gut steht.

Die vier Bonustracks sind eine stimmige zu „Death Above Life“, wobei vor allem die Zusammenarbeit mit Tina Guo bei ‚The Path I Walk‘ einen absoluten Zugewinn darstellt. Ihre atmosphärischen Celloklänge verleihen dem ohnehin emotionalen Finale eine zusätzliche Tiefe. Für Fans von ORBIT CULTURE ist die Deluxe Edition damit ein absolutes Must-have!

Tobi Stahl vergibt keine Bewertung