OF MICE & MEN
Titel: ANOTHER MIRACLE
Label: Century Media Records
Spieldauer: 43 Minuten
VÖ: 14. November 2025
OF MICE & MEN wurde 2009 in Costa Mesa (Kalifornien) vom ehemaligen Attack-Attack!-Sänger Austin Carlile gegründet. Die Metalcore-Band, deren Name sich an das Buch “Of Mice and Men” von John Steinbeck anlehnt, veröffentlichte bis zum 13. November 2025 insgesamt sieben Longplayer – am 14. November erschien mit “Another Miracle” die achte Langrille der Kalifornier. Das aktuelle Line-up von OF MICE & MEN besteht aus Phil Manansala, der seit 2009 als Leadgitarrist dabei ist, sowie Alan Ashby, der seit 2011 die Rhythmusgitarre zockt. Valentino Arteaga sitzt seit 2009 am Schlagzeug und sorgt für das rhythmische Fundament der Band. Aaron Pauley, das Multitalent der Truppe, spielt den Bass und übernimmt den Klargesang – seit 2017 sorgt er zusätzlich für die Screamings.
Über ihr neues Album sagen OF MICE & MEN:
Wir freuen uns sehr, euch unser neues Album “Another Miracle” zu präsentieren. Es hat lange gedauert und ist das Ergebnis unzähliger Stunden der Zusammenarbeit und harter Arbeit. Wir hoffen, dass unsere Fans, alte wie neue, es wirklich genießen werden, denn wir haben nicht nur auf der melodischen Seite die Messlatte höher gelegt, sondern auch die Härte auf dem gesamten Album verdoppelt und damit etwas geschaffen, das unserer Meinung nach eine unglaublich starke und authentische Darstellung dessen ist, wer Of Mice & Men im Jahr 2025 sind. Wir möchten unseren Fans für die jahrelange Unterstützung danken. Wir sind unglaublich stolz auf “Another Miracle” und hoffen, dass ihr das Album genauso genießt, wie wir es genossen haben, es zu machen.
“Another Miracle” schrieb und produzierte die Band komplett selbst, auch die Aufnahmen kommen aus dem Bandlager. Frontmann Aaron Pauley hat das Album selbst gemischt und gemastert und auf Dienste eines namhaften Produzenten verzichtet, um einen persönlicheren und intimeren Zugang zu ihrer Kunst zu finden – Win-win für Band und Fans.
Die 43 Albumminuten beginnen mit ‘A Waltz’, der Song selbst geht druckvoll nach vorne und bietet starke Growls, emotionale Clear-Vocals und neben aller Wucht auch melodische Momente. Weiter geht’s mit Stoff für Headbanger in ‘Troubled Water’, schwer, dunkel und roh – OF MICE & MEN verraten:
‘Troubled Water’ handelt davon, Grenzen zu setzen, von vampirischen und gleichgültigen Beziehungen zu Menschen, die nur dann Nähe suchen, wenn es ihnen etwas bringt, und davon, wie das Aufrechterhalten einer sterbenden, einseitigen Verbindung letztlich nur zu Verbitterung führt. Der Song schlägt für uns definitiv eine dunklere, bedrohlichere Richtung ein – sowohl klanglich als auch visuell. Schwere, headbang-taugliche Riffs gepaart mit purer Sci-Fi-Albtraum-Energie machen diesen Track zu einem unserer Favoriten des Albums.
‘Safe & Sound’ ist einfühlsam und wird von Klargesang dominiert, ein Lied zum Fallenlassen und Genießen. Im Hintergrund klimpert es ein wenig, das erinnert an eine Spieluhr und verleiht dem Lied Wärme. ‘Hourglass’ kommt in Sachen Intensität an den Opener heran, ist vielleicht eine Nuance druckvoller, während die US-Band das Tempo für ‘Wake Up’ wieder zurückfährt.
OF MICE & MEN über ‘Wake Up’:
Mit ‘Wake Up’ wollten wir die zarten, fast shoegazeartigen Klänge der akustischen Alternative-Klassiker der Neunziger Jahre mit einem modernen, härteren OF MICE & MEN-Ansatz verbinden. Textlich ist es ein Aufruf zu Bewusstsein und Präsenz, wobei die Notwendigkeit, im Hier und Jetzt zu leben, mit traumhaften metaphorischen Bildern konfrontiert wird.
Klar, der Song braucht die Sanftheit, mir hätte ein weiterer knackiger Track besser gefallen, einfach um die Intensität hochzuhalten. Leider wird dieser Wunsch auch in ‘Flowers’ nicht erfüllt, da hilft es auch nicht, dass man das Video zur Single in Zusammenarbeit mit Regisseur Mike Matsui drehte und in dem man Live-Aufnahmen und Behind-the-Scenes-Material der jüngsten Festivalauftritte zeigt.
Inhaltlich beschreiben OMAM das Lied so:
Es zeigt die Menschen, die all dies möglich machen – unsere Freunde, unsere Familien und unsere Fans – und unsere Dankbarkeit dafür, dass wir weiterhin für sie Musik produzieren und auftreten können. So ‘ernähren wir die Blumen’, wie es in dem Song heißt.
Metalcore, wie ich ihn mag – wütend, wuchtig, druckvoll – bekomme ich in ‘Another Miracle’, hier wechseln sich harsche Vocals und Klargesang ab, es gibt Breakdowns, Screams, hoffentlich geht das so weiter.
Das Leben ist hart. Egal, wer du bist, du kämpfst jeden Tag große und kleine Kämpfe. Oft haben wir das Gefühl, dass die Einzigartigkeit unserer Situation uns daran hindert, mit anderen in Kontakt zu treten. Wie könnte jemand wissen, wie es ist, das durchzumachen, was ich gerade durchmache? Dennoch weiß jeder, und ich meine wirklich jeder, wie es ist, sich in einer Zeit, in der alles hoffnungslos erscheint, ein Wunder zu wünschen. Es scheint eine dieser menschlichen Grunderfahrungen zu sein, die uns alle miteinander verbindet. Genau darum geht es in ‘Another Miracle’ und wir hoffen, dass es euch gefällt.
‘Contact’ eifert in Sachen Power und härterer Gangart dem Vorgänger nach, genauso wie ‘Parable’, ‘Somewhere In Between’ und ‘Swallow’, auch die Schlussnummer ‘Infinite’ feuert ihre Core-Attacken aus ähnlich eingestellten Kanonen ab – hier gibt es also nicht viel zu meckern in Sachen Härte.
“Another Miracle” ist ein stabiles Album mit vielen guten, knackigen Songs und etlichen Momenten, in denen OF MICE & MEN genau die richtige Intensität treffen. Die Mischung aus Melodie und Härte funktioniert über weite Strecken hervorragend und zeigt eine Band, die ihr Handwerk versteht. An einigen Stellen wünscht man sich zwar etwas mehr Wucht, mehr rohe Seiten und ein paar zusätzliche Ecken und Kanten – doch am Ende bleibt das reine Geschmacksache. Insgesamt ein starkes Werk, das Fans absolut zufriedenstellen wird.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


