OCTOHAWK – ANIMIST

OCTOHAWK

Titel: ANIMIST

Label: CRIME RECORDS/CMM

Spieldauer: 63:02 Minuten

Ein ‘Animist’ spricht im religiös-spirituellem Sinne allen Dingen in der Natur eine Seele zu, also auch Tieren, Pflanzen, Bergen und Gewässern. Auf ihrem gleichnamigen Debüt-Album lassen die erst im vorigen Jahr gegründeten Norweger OCTOHAWK alle diese Dinge in einer vielfältigen, musikalischen Landschaft lebendig werden. Dazu verwendet der Fünfer aus Drammen in Norwegen in seinem ureigenen Metal-Mix Elemente aus Doom, Stoner, Sludge und Prog. Es dominieren mächtige Riffs in eher gemäßigtem Tempo und nicht nur der großartige Groove und die oft gedoppelten, verzerrten oder verhallten Vocals erinnern an Gojira sowie deren Vorbilder Meshuggah. Der Sound ist gleichzeitig progressiv und melodisch, aber auch rauh, massiv und (in Maßen) chaotisch.

Mit traditionellen Songstrukturen haben OCTOHAWK nicht allzu viel am Hut, sondern nehmen die einzelnen Parts auseinander und fügen sie erneut zusammen wie es ihnen gerade passt. Dabei sind die Übergänge jedoch stringent und die einzelnen Teile organisch miteinander verbunden, so dass die bis zu acht Minuten langen Kompositionen kurzweilig, unterhaltsam und nachvollziehbar bleiben.

Während bei der Vorabsingle ‘Iconoclast‘ die Bridge der Star ist, weisen andere Tracks wie der Opener ‘Weather The Storm‘, das fulminante ‘Reanimate‘ und der grandiose Rausschmeißer ‘Ancestor‘ fast schon eingängig zu nennende Refrains und packende Soli auf. Auch traditionelle und exotische Instrumente, so meine ich eine Panflöte und ein Didgeridoo herauszuhören, kommen zum Einsatz. Mein persönlicher Anspieltipp ‘Ferocious‘ erinnert mit seinen tribal-artigen Drums und indianischen Gesängen wie auch etliche andere Stellen der Platte an Sepultura in Roots-Tagen, während das ebenfalls schicke ‘By The Root‘ mit schnellen fast Rap-/Hardcore-mäßigen Vocals und einem Kinderchor überrascht.

OCTOHAWK liefern ein außergewöhnliches Debüt ab, das auf herausfordernde und unterhaltsame Art, wuchtig und anspruchsvoll ist. Obwohl in den einzelnen Songs gar nicht mal so viel passiert und es eigentlich keine großen Tempowechsel oder Härtegradunterschiede gibt, vermögen die zehn Tracks, den Hörer zu faszinieren, und werden auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten