NEW MEXICAN DOOM CULT
Titel: ZAGGURAT
Label: Majestic Mountain Records
Spieldauer: 43:42 Minuten
VÖ: 23. Januar 2026
Mit leichter Verspätung kam mir dieses Juwel schwedischer Doomkunst auf die Lauscher.
Wenn man jetzt denkt, Doom ist immer nur dunkel, schwermütig und langsam, der kann sich von dieser Truppe eines Besseren belehren lassen. Das Quartett wälzt sich durch Steppen und Wüsten zwischen New Mexico und den Zikkurats im Zweistromland. Heiß, glühend, mythisch.
´The Church Of Starry Wisdom´ startet erst einmal erwartet schwer, heavy und wuchtig. Tolle zweistimmige Leads sorgen für eine fast schon elegische Stimmung. Doch schon das folgende ´Metatron´ klingt nach einer leichtfüßigen Version zwischen Candlemass und St. Vitus. Da wird dann auch das Gaspedal durchgetreten. Auf alles, was der Song nicht braucht wird verzichtet, Hier zählt nur das Riff und die Melodie. Das irgendwie schwebende ´Cloudrider´ klingt genau so, wie es heißt. Man wähnt sich über eine weite, sonnenüberstrahlte Ebene hinweg zu fliegen.
´Return To Babylon´ kommt wieder mit tollen Gitarrenharmonien. Ich bin überrascht, wenn ich lese, dass „Zaggurat“ das düsterste Werk der Schweden sei. Denn eine gewisse grundlegende Düsternis ist zwar zu erleben. Aber insgesamt klingen die 42 Minuten doch sehr leicht und fast schon heiter. So wirkt auch ´Criosphinx´ recht tänzelnd.
´Sungod´ beginnt mit einer Collage aus Sounds, die weite Landschaften aufbaut unter einer glühenden Sonne. Das ergibt ein recht psychedelisches 70er Feeling. Das ist fast schon die beste Nummer der Scheibe. Aber nur fast. Denn zum Ende folgt ´I Stand Alone´. Hier brechen NEW MEXICAN DOOM CULT noch weiter aus dem Doom-Schema aus und offerieren eine kleine, feine Country-Hymne. So reiten wir in New Mexico in den Sonnenuntergang, vor uns die nächsten Abenteuer. Kurz vor dem Finale bekommt das Stück ein breitbeiniges Rockstar-Gitarrensolo, leider etwas zu kurz. Und beeindruckend auch der eruptive Schluss. Leider auch zu kurz.
Kurz, das Ding hier macht mir mal so richtig Laune. Also mich haben die Schweden schon mal im Sack.
Mario Wolski vergibt 8,5 von 10 Punkten


