NECK CEMETARY – THE CURSE OF NECK CEMETARY

NECK CEMETARY

Titel: THE CURSE OF NECK CEMETARY

Label: Lucky Bob Records/Open

Spieldauer: 44:34 Minuten

VÖ: 06. November 2026

Ich habe gerade total Lust frei nach den Ramones zu singen „I wanna be buried in a NECK CEMETARY“. Weil ich es kann. Und weil deren neues Album so stark ist.

Dabei hatte ich die Truppe aus NRW so gar nicht auf meiner Liste. Ob es am Namen lag, ich bin da der letztendlich falschen Annahme erlegen, das ist Stoff, der für mich prinzipiell zu hart ist. Welch ein Irrtum.

Dabei machen sie noch nicht mal was Neues. NECK CEMETARY sind eher die alte ursprüngliche Schule. Und das bis zum Umfallen. Aus jeder Pore krabbeln, riechen, schmecken die Achtziger. Ein stimmungsvolles Intro und dann geht sie ab, die Luzie! ´The House´ beginnt dramatisch, verfällt in ein simpel klingendes Mercyful Fate Riff. Die Stimme setzt ein. Jens Peters kreischt nicht, growlt nicht. Er verläßt sich einfach auf seine Stimme. Ein paar Mitgröhler für die Bühne. Das Gitarrensolo hätte auch auf Metallicas Schwarzem Album stehen können. Da passt doch alles zusammen.

Ebenso wirkungsvoll, ´Trollslayers´. Ich bekomme so Lust, mal wieder so eine altmodische Metal Band auf der Bühne zu sehen. Eine, die einfach nur rockt. Keine Showeffekte, kein Rumgelaber, keine unnötigen Keyboards. Einfach nur eine Band, ihre Instrumente, ein bisschen Licht und ein wildes, ungehemmtes Volk vor der Bühne. Und dann zusammen ein paar Trolle slayen!

Das im Midtempo stampfende ´Colossus´ erinnert genau an selbige. Man hört die gleichen Quellen, aus denen man sich speist, in diesem Falle eben Mega Colossus oder die Inder von Against Evil. Es folgt ein thrashiges ´Midnight´. ´Blood And Snow´ bewegt sich in epischen Gefilden. Breit und ausladend. Kinoreif. Stark die akustischen Passagen in der Nummer. ´The Lost And Damned´ ist wiederum so ne schön rüpelige Thrash-Nummer. Auch beim tollen ´Beyond Infinity´ frage ich mich kurz, kenne ich das? Irgendwie denke ich ab und an, das kommt mir bekannt vor. Und im nächsten Augenblick denke ich, wie frisch das klingt. Wie gerade erfunden. Wie mit einer Zeitmaschine verreist. Für ´The Devil’s Bride´ hat man sich Verstärkung geholt. Stacey Savage (Savage Master) ist hier Duettpartnerin. Wer wenn nicht sie, schließlich frönt auch sie diesem Sound schon seit Jahren.

Ein Extra-Fleißbienchen gibt es von meiner Seite, weil NECK CEMETARY nicht nur ein Intro sondern auch ein Outro für das Album gemacht haben. Damit wird das Ding erst richtig rund. Kaum verklungen, habe ich direkt Lust, noch mal von vorn zu beginnen. Und dazwischen singe ich.

„I wanna be buried in a NECK CEMETARY“

 

Mario Wolski vergibt 9,5 von 10 Punkten