
MYRATH
Titel: REFLECTIONS
Label: EARMUSIC
Spieldauer: 71:39 Minuten
VÖ: 22. August 2025
Mit ihrer eigenwilligen und einzigartigen Mixtur aus traditionellen orientalischen Instrumenten sowie westlichem Heavy und Prog Metal ist der tunesische Fünfer MYRATH (dt. für Erbe, Vermächtnis) seit beinahe zweieinhalb Dekaden unterwegs und zunehmend bekannt und erfolgreich.
Höchste Zeit also für eine erste Best-Of-Compilation, die nun unter dem Titel „Reflections“ auf den Markt kommt und fünfzehn Tracks aus dem Schaffen der Truppe um Sänger Zaher Zorgati enthält.
Die Scheibe beinhaltet legendäre Songs aus den gefeierten letzten vier Studioalben „Legacy“ (2016), „Tales of the Sands“ (2011), „Shehili“ (2019) sowie der aktuellen Platte „Karma“, wobei die beiden Erstgenannten mit insgesamt neun Stücken den Löwenanteil der Trackliste bestreiten. Darunter Fan-Favoriten wie das düster-proggige `Get Your Freedom Back´, `Merciless Times´, das keyboardlastige `Duat` und `Nobody Lives´ mit seinem arabischen Chorus. Songs, die MYRATHs unverwechselbaren Sound geprägt haben.
Als weitere, neuere Highlights sind unter anderem `Believer´, `Dance´ und das beinahe symphonische `Into The Light` vertreten. MYRATH haben sich mit ihren cineastischen Klangwelten aus anspruchsvollem Progressive Metal und orientalischen Einflüssen quasi ihr eigenes Genre geschaffen und überzeugen mit Virtuosität und Kreativität, was die ausgewählten Tracks auf beeindruckende Weise dokumentieren.
Als nettes Gimmick enthält die Scheibe zudem einen einzelnen Live-Track, bei dem es sich um die bislang unveröffentlichte Live-Version des Songs `Madness (Live in Carthage)´ vom 2010er Album “Desert Call“ handelt.
Gelungene Zusammenstellung einer sehr spannenden, innovativen und grenzüberschreitenden Band mit großem Facettenreichtum und überzeugender Kontinuität. Für Genre-Fans, die mit dem Material der Band nicht so vertraut sind und mit der packenden musikalischen Mixtur etwas anfangen können oder MYRATH schon immer einmal kennenlernen wollten, beinahe ein Pflichtkauf. Für Besitzer der Studioalben mangels frischer Tracks oder/und Neueinspielungen eher weniger, denn ein einzelner rarer Livetrack macht die Sache noch nicht zu einem Sammlerstück.
Michael Gaspar vergibt keine Bewertung