MYCELIA – IN A LATE COUNTRY

MYCELIA

Titel: IN A LATE COUNTRY

Label: ECLIPSE RECORDS

Spieldauer: 59:12 Minuten

VÖ: 16. September 2022

MYCELIA sind eine Djent Metal Band aus der Schweiz und zudem der Meinung, dass Genregrenzen und -restriktionen der Vergangenheit angehören sollten, was man ihren Outputs auch deutlich anhört. Die musikalischen Wurzeln des Sixpacks liegen sicherlich im Hardcore, Metal und Djent, reichen jedoch bis hin zu Jazz und Filmsoundtracks.

Auch auf dem neuen Dreher “In A Late Country“ sind also tiefer gestimmte Gitarren, Polyrhythmik und Synkopierungen des Hörers ständige Begleiter. Die Vocals changieren von cleanen “Alternative” Vocals bis hin zu brutalen Screams und Growls.

“In A Late Country“ ist ein postapokalyptisches Konzeptalbum, das die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der versucht, seine verlorene Freundin inmitten eines von der Regierung kontrollierten Evakuierungsprogramms in einer überbevölkerten Stadt wiederzufinden.

Ein verstörendes Intro und ein weiterer Synthie/Ambient Noise Track zu Beginn führen in diese Science Fiction Welt und ihre Atmosphäre und Charaktere ein und helfen dabei, die Storyline dieser emotionalen Reise voranzutreiben.

Im Folgenden dominieren harte, vertrackte Stücke mit häufig verzerrten Vocals, die von ruhigen Passagen abgelöst werden. Auch Deathcore, Prog, Groove und Industrial Metal Einflüsse bzw. Elemente sind deutlich hörbar, erzeugen Dynamik und Brüche und sorgen für eine einzigartige Tiefe und Multidimensionalität.

Manche der fünfzehn Songs sind nur kurze aggressive Einschübe oder heftige Ausbrüche, Blastbeasts sind an der Tagesordnung. Andere sind eher ruhig und emotional, mit akustischen Gitarren oder sogar Dialogen versehen.

Mich überfordert das alles ein wenig, ist auch kein reines Hörvergnügen und wird nicht grade zur Dauerrotation in meinem Player führen. Und doch ziehe ich den Hut vor so viel Frische und Liebe zum Detail, der faszinierenden Stimmung und interessanten Story sowie vor musikalischer Ausrichtung, Komplexität und Vielfalt.

Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten