MIDNIGHT
Titel: SATANIC ATTACK LIVE!
Label: METAL BLADE RECORDS
Spieldauer: 57:20 Minuten
VÖ: 06. November 2026
Niemals hätte Mastermind, Bandkopf und Architekt der erst 2003 ursprünglich als Side-Projekt gegründeten US Blackened Speed Metaller MIDNIGHT nach eigener Aussage gedacht, ein Live-Album zu veröffentlichen. Nun, gute zwei Dekaden, unzählige Livegigs und sieben Studioalben später, ist es soweit: “Satanic Attack Live!“ steht in den Startlöchern.
Die „obszön intensive akustische Darbietung von Lust, Dreck und Schmutz“ wurde bei zwei ausverkauften Shows am 28. und 29. Mai 2026 in Los Angeles aufgezeichnet. Im Rahmen der „Satanic Royalty 15th Anniversary World Tour“ wurden die beiden Gigs im Hollywood-Venue Knucklehead in all ihrer verschwitzten, dreckigen Pracht von Mark Borders aufgenommen sowie von Zach Rippy gemixt und gemastert.
Oder wie Häuptling Athenar es so charmant-liebevoll ausdrückt: “But if you’re reading this you are probably holding a copy in your bloody semen/leukorrhea-dripping paws. With the help of D.K. Vagslay, Iron Possessor and about 300 dirt merchant headbanging Hollywood sleazeballs it was possible to concoct such a document of disgust.”
Zum Jubiläum fängt die Scheibe die zehn Tracks des bahnbrechenden 2011er Full-Length-Albums “Satanic Royalty“ – live und in der Original-Albumreihenfolge – ein, plus fünf zusätzliche Songs, darunter `Shock Til Blood´, `T.A.P.´ und `Fucking Speed and Darkness´ sowie `F.O.A.L.´, der Albumcloser des aktuellen Langeisens “Hellish Expectations“ (2024).
Bei der Darbietung der wilden, punkigen Songs dieser „first-wave of black metal magick“ darf man jedoch alles andere als eine Hochglanz Live-Produktion erwarten, sondern sollte seine Erwartungen eher an Platten wie Misfits´ “Evilive“, “Live at the Star Club“ von Jerry Lee Lewis oder irgendeinem Slayer Bootleg von 1985 orientieren: “If you listen through headphones you can actually hear speed being snorted and cheap beer being spilled then being licked up from the floor by some degenerate. My kinda people! This is as raw as you can get.“
Hier wurde nichts beschönigt und der Rauch, Dreck und Biergestank des sicher 100 Grad heißen Venues sowie der typische gottlose, streitsüchtige, schmutzige MIDNIGHT Sound ungefiltert in eure Boxen transportiert. Dies verstärkt sich nochmals dadurch, dass die Songs des Debüts noch einmal deutlich ungehobelter, rumpeliger und unangenehmer daherkommen als das immer noch intensive, aktuelle Material der Band. Und das Ganze wird durch die Unmittelbarkeit, Direktheit und Rohheit der ungefilterten Live-Situation natürlich abermals befeuert.
Athenar unterbricht die räudige Black ´n´ Roll Sause nur selten mit launigen Ansagen im Stile der oben genannten Zitate und bellt den ein oder anderen Songtitel in die Menge. Ansonsten gibt es die schmierig-ausgelassene, knapp sechzigminütige Vollbedienung – genauso sollte ein Livealbum sein!
Michael Gaspar vergibt keine Bewertung


