METALITE – EXPEDITION ONE

METALITE

Titel: EXPEDITION ONE

Label: AFM RECORDS

Spieldauer: 67:21 Minuten

VÖ: 19. Januar 2024

Es sollte nicht so sein, aber manchmal geht man mit einer in Teilen bereits vorgefertigten Meinung an ein Review heran. Denn von “Expedition One”, dem neuen, vierten METALITE Langeisen hatte ich nicht allzu viel erwartet: eingängige Songs, der bekannte Sound, die klaren Vocals von Frontfrau Erica Ohlsson. Und dass, obwohl ich mich durchaus zur großen Fanschar der schwedischen Modern Melodic Metaller zählen würde.

Doch dann kommt es eben oft ganz anders und man muss sich vom Gegenteil überraschen und überzeugen lassen. Denn natürlich gibt es all das auf der neuen Scheibe, aber noch so viel mehr von einer tollen Truppe, die sich künstlerisch deutlich weiterentwickelt und ein Stück weit neu erfunden hat.

Vielleicht musste der Fünfer auch mit der Zeit erst die musikalische Reife erreichen und die handwerklichen Fertigkeiten entwickeln, welche für die Realisierung eines rumdum gelungenen, thematisch spannenden Konzeptwerks wie “Expedition One” nötig sind.

Die Songs erzählen “die fiktive Geschichte des Lebens auf unserem Planeten im Jahr 2055. Der gläserne Mensch ist bittere Realität geworden, körperliche und psychische Erkrankungen bestimmen zunehmend mehr unser Dasein. Angeführt von fünf Kommandanten plant ein Team aus abtrünnigen Mitarbeitern von Geheimdienst, Militär und führenden Technologieunternehmen eine Überlebensexpedition zu fernen Planeten. Ihre Mission: die Menschheit von der zerstörten Erde in eine neue Welt zu bringen, um neues Leben zu schaffen. Ein fantastisches Abenteuer beginnt und bringt viele bemerkenswerte Erfahrungen und ein völlig neues Verständnis für die Rätsel des Lebens mit sich.”

Musikalisch gibt es die für METALITE typischen straffen, griffigen Nummern wie den eröffnenden Titelsong, das hymnische `Aurora´, `Blazing Skies´, `Take My Hand´ und `Free´, mit den gewohnten packenden Rhythmen, kraftvollen Riffs, Synthie-Elementen und hymnischen Melodien und Refrains, die sofort zünden und Fans sicherlich nicht enttäuschen werden.

Doch daneben gibt es eben auch ungewöhnliche Stücke und Arrangements wie `Sanctum Of Light´, `Outer Worlds´ oder `Paradise´ und mit dem treibenden `Utopia´ das erste Instrumental der Bandgeschichte überhaupt.

Einen großen Anteil an der Qualität der mit einer Spielzeit von über 65 Minuten sowie sage und schreibe sechzehn Songs (ohne Ausfälle) aufwartenden Platte hat zweifellos auch Toningenieur Jacob Hansen mit Mix und Mastering in seinen Studios.

METALITE anno 2024 sind eine gut geölte Maschine, die mit „Expedition One“ einen bei aller Eingängigkeit von Anfang bis Ende, vom ersten bis zum finalen Akkord, stimmigen, fesselnden, abwechslungsreichen und mitreißenden Silberling aus dem Hut zaubern.

Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten