METALITE
Titel: DISCOVERY
Label: Perception (RPM)
Spieldauer: 46:35 Minuten
VÖ: 25. September 2026
METALITE wurden 2015 von Sängerin Emma Bensing und Gitarrist Edwin Premberg gegründet. Das Ziel der beiden war, melodische und unvergessliche Metal-Songs mit einem modernen und frischen Sound zu kreieren. 2017 erschien mit „Heroes In Time“ das Debütalbum, 2019 folgte „Biomechanicals“, bevor 2021 mit „A Virtual World“ und 2024 mit „Expedition One“ die nächsten Kapitel der futuristischen Reise aufgeschlagen wurden. Mittlerweile steht Erica Ohlsson am Mikrofon, Erik Junttila Johansson sitzt hinter der Schießbude und gemeinsam mit Edwin Premberg, Robert Örnesved und Robert Majd geht es nun in die nächste Runde. Schon beim Blick auf das Cover von „Discovery“ ist deutlich zu sehen, dass die intergalaktische Reise der Schweden weitergeht. Während auf „Expedition One“ noch eine Kriegerin vor einem Raumschiff und in einer außerirdischen Landschaft steht, weht nun die METALITE-Fahne und wir befinden uns noch immer „Outta Space“. Gemischt und gemastert wurde „Discovery“ vom renommierten dänischen Produzenten Jacob Hansen, der unter anderem mit VOLBEAT, EVERGREY und AMARANTHE gearbeitet hat. Zwölf Songs entführen den Hörer ins Jahr 2058, drei Jahre nachdem die Menschheit eine kollabierende Erde verlassen musste, um einen Neuanfang zu wagen. Menschliche Evolution, Technologie, Überleben, Befreiung und Hoffnung sind die Themen, die METALITE diesmal in ihre futuristische Welt packen. Musikalisch bleibt es bei der Mischung aus modernem Melodic und Power Metal, angereichert mit Synthies, elektronischen Einflüssen, fetten Gitarrenriffs und mitreißenden Drums. Also dann: Fahne hissen, Plattenspieler anschmeißen und schauen, ob METALITE den Sternenstaub ordentlich aufwirbeln können!
Mit ‚Our Time Has Come‘ starten METALITE schnell und nach Art der nordischen Modern-Metal-Schmiede in die neue Scheibe. Die Synthies geben der Nummer einen futuristischen Touch, während Gitarren und Drums „oldschool“ nach vorne gehen. Zum klassischen Headbangen ist das nicht unbedingt geeignet, aber wer Musik im Blut hat, wird dem Beat nicht widerstehen können und eher tanzen als Nackenbrechen – aber auch das gehört schließlich zum (Modern) Metal. ‚In Case Of Emergency‘ schließt musikalisch an den Opener an und kommt mit tollen Gesangslinien um die Ecke. Der Titel brennt sich schnell ein, bleibt im Kopf und wird bestimmt lautstark mitgesungen. Mit ‚Into The Maze‘ nehmen uns die Schweden dann mit ins Maisfeld – ähm, in den Maze. Der Power-Metal-Track bringt mehr Druck und hier darf das Haupthaar schon ordentlich in Wallung geraten. Auch die Nackenmuskulatur bekommt Arbeit und die geneigten Luftgitarrenspezialisten sollten ihre Finger bereithalten, um bei diesem „I survive“-Song ordentlich mitzuzocken. Ins All geht’s anschließend mit ‚Cyberspace‘. Die Nummer klingt ein bisschen wie 90er-Eurodance mit E-Gitarre und dicken Drums und könnte so durchaus auch in einer Disco laufen. Metal-Puristen werden vermutlich eher die Nase rümpfen, aber zum Abspacen in einer Konzerthalle ist der Song optimal. Ähnlich flott geht es mit ‚The Metal Elite‘ weiter, bei dem – ob ihr es glaubt oder nicht – ein bisschen SABATON mitschwingt, wenn auch nur musikalisch. Die hymnische Energie und die mitreißende Melodie machen die Nummer aber auch zu einem astreinen Mitsing-Kandidaten für die Festivalbühne. ‚Neon Rain‘ ist die perfekte Gelegenheit, Erica Ohlssons Gesang hervorzuheben. Ihre schöne, klare Stimme fesselt und zieht sich als eine der großen Stärken durch das komplette Album. Hier machen Erica und „ihre“ Jungs einen richtig guten Job. Etwas ruhiger, balladesker und einfühlsamer geht es mit ‚Echoes Of You‘ weiter. Schöne Klavierparts begleiten die Nummer, die mit getragenen Passagen immer eindringlicher wird. Volle Pulle gibt es hier nicht, dafür eine moderne Power-Ballade, wie man sie von METALITE erwarten kann.
‚Starchild‘ ist eine erhebende Hymne über Erneuerung, Heilung und Transformation, die mit ihren himmlischen Melodien und kraftvollen Refrains direkt ins Ohr geht und eine mysteriöse Figur vorstellt, die Hoffnung in zerbrochene Welten bringt. Als wiederkehrendes Symbol innerhalb der Sci-Fi-Welt von „Discovery“ passt das gut zur großen Geschichte des Albums. Zu der Gangart der ersten Songs gesellt sich anschließend auch ‚Wings Of Fire‘, das sich mit dem Thema Freiheit beschäftigt und mit tollen Bassläufen und Gitarrenlinien daherkommt. Gemeinsam mit dem zuvor schon erwähnten ‚The Metal Elite‘ wird hier die unaufhaltsame Kraft des Metal gefeiert – und beide Nummern haben definitiv das Zeug dazu, live für ordentlich Bewegung und Mitsing-Momente zu sorgen. Bei ‚Captive In The Past‘ beweist Frau Ohlsson dann, dass sie auch gehörig dramatischen Gesang draufhat. Gleichzeitig legen METALITE noch ein bis zwei Schippen Speed drauf, ohne dass die Sängerin ihre Klarheit und stimmliche Stärke verliert. Sie könnte vermutlich auch eine Ballade trällern und dabei noch ordentlich Druck machen. ‚Supremacy Of One‘ gibt sich anschließend wuchtig und handelt von einem „Girl from another world“, das mächtig was draufhat. Zum Abschluss startet ‚Triforce‘ mit dem Geräusch von fließendem Wasser und beendet damit die neue Scheibe der nordischen Metaller. Nach all den futuristischen Sounds, treibenden Beats, Gitarren und Synthies schließt sich damit der Kreis und METALITE zeigen einmal mehr, dass sich alles im Fluss befindet.
„Discovery“ hält für mich das starke Niveau von „Expedition One“ und zeigt, dass METALITE ihren futuristischen Modern-Metal-Kurs konsequent weiterfahren. Schon beim Vorgänger gefielen mir die Mischung aus powernden Gitarren, starken Gesangslinien, partytauglichen Melodien und metallischen Songs sowie die vielen digitalen Sounds, die für mich zum eigenen METALITE-Stil gehören. Auf „Discovery“ geht es bei den Gitarren gefühlt auf einem ähnlich hohen Niveau zur Sache, die Synthies und elektronischen Elemente sind weiterhin fest im Sound verankert und Erica Ohlsson liefert erneut über die komplette Spielzeit einen starken und klaren Gesang ab. Die Growls, die beispielsweise bei ‚Aurora‘ auf „Expedition One“ noch für eine zusätzliche Facette sorgten, fehlen diesmal, qualitativ liegen die beiden Alben für mich aber ziemlich gleichauf. Während „Expedition One“ mit 16 Songs noch deutlich umfangreicher ausfiel und zwischen knackigen Metalnummern, Balladen, Power-Metal-Hymnen und Techno-Anleihen munter durch die futuristische Welt reiste, konzentriert sich „Discovery“ auf zwölf Songs und bleibt dabei seinem eingeschlagenen Weg treu. Zwei starke METALITE-Scheiben also, die sich wunderbar Back to Back hören lassen.
Und was ist nun mit der Fahne auf dem Cover? Die weht definitiv weiter! METALITE und ihre Genrefans werden beim Feiern der Band und dieses Albums schon genügend Power (Metal) erzeugen, um ordentlich Wind zu machen. Ob getanzt, mitgesungen oder der Nacken geschüttelt wird – genug Bewegung dürfte bei diesen Songs auf jeden Fall entstehen. Die METALITE-Fahne darf also weiter flattern!
Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten


