MARTYRIUM – MALEVOLENT

MARTYRIUM

Titel: MALEVOLENT

Label: Apostasy Records

Spieldauer: 39:18 Minuten

VÖ: 21. August 2026

MARTYRIUM waren bis zu dem Tag unbekannt, als Apostasy Records das Signing der Niederländer bekannt gegeben hat. Nach ihren ersten beiden Singles ‚ Realm of Madness ‘ und ‚Destiny of Desolation‘, bin ich umso gespannter auf das komplette Album unserer Nachbarn. „Malevolent“ ist in dreißig Jahren das dritte Studioalbum des Quartetts, schauen wir mal, ob mich MARTYRIUM mit „Malevolent“ überzeugen können. Die Kapelle stammt aus Maasbree in der niederländischen Provinz Limburg und ist bereits seit 1996 im Underground unterwegs. Nach einer längeren Bandpause von 2002 bis 2014 sind die vier Musiker wieder zusammen und scheren sich laut Promotext weder um Trends noch um kurzlebige Strömungen. MARTYRIUM bleiben kompromisslos ihrem aggressiven Blackened Thrash Metal mit Death-Metal-Einflüssen treu – beste Voraussetzungen also, um ein geiles Album abzuliefern.

Zum aktuellen Line-up gehören Jos Lemmen (Gesang), Geert Rijs (Gitarre), Sander Stappers (Bass) und Job van de Graaf (Schlagzeug). „Malevolent“ bringt es auf gute 39 Minuten Spielzeit und erscheint am 21. August 2026 über Apostasy Records. Sammler dürfen sich über eine Jewelcase-CD, eine auf 50 Exemplare limitierte Kassette sowie schwarzes und Black-White-Splatter-Vinyl freuen – auch digital wird das Album zu haben sein. Genug der Theorie – jetzt darfs gerne ruppig werden, sodass die Helene Fischer Ultras in der Nachbarschaft tatsächlich schlaflos sind. Checken wir ab, ob MARTYRIUM nach fast drei Jahrzehnten Bandgeschichte so kompromisslos klingen, wie sie es ankündigen.

‚Purification Through Fire‘ heißt der Opener, bei dem in der Tat die Hörwerkzeuge eines jeden Blackened-Thrash-Metal-Fans heiß laufen. MARTYRIUM eröffnen „Malevolent“ mit einem wahren Dauerfeuer aus rohen, giftigen Vocals sowie den gnadenlosen Attacken von Gitarre, Drums und Bass. Besonders stark sind die etwas dunkleren Growls, die im weiteren Verlauf immer wieder eingestreut werden und der ohnehin brachialen Nummer zusätzliche Wucht verleihen. Aus der Kehle von Jos Lemmen ertönt zunächst „You can’t ignore my voice“, ehe ‚Realm of Madness‘ mit reichlich schwarzer Aggressivität losknattert. Mit Lyrics wie „I am terror in your dreams“ hämmern sich MARTYRIUM in die dunklen Herzen der Genrefans. Der Nackenbrecher ballert ihnen mit seinen Salven aus der Schießbude erneut brachial und wuchtig in die Fresse, ohne dabei zu überdrehen – und genau das gefällt mir gut. Wer zu Beginn von ‚Resurrection From the Abyss‘ glaubt, jetzt gäbe es eine Verschnaufpause, der irrt sich gewaltig und wird im Moshpit frittiert wie eine Frikandel im Imbiss. MARTYRIUM treten stattdessen das Gaspedal erneut bis zum Anschlag durch – ok, die ein oder andere ruhigere Passage gibt’s dann doch, aber ansonsten gibt’s Hackenfett. Während ‚Destiny of Desolation‘, ‚Expand Your Shadow‘ und ‚Beware of the Necromancer‘ die Bude zum Wackeln bringen, sei erwähnt, dass man die Lyrics gut verstehen kann, selbst wenn die Herren mit dem Vorschlaghammer die Riffs raushauen.

In ‚Malevolent‘ reiten MARTYRIUM eine Attacke nach der anderen, bringen eure Nacken an die Belastungsgrenze und zeigen – wie schon über die gesamte Spielzeit –, dass sie keineswegs eingerostet sind. Das schwarze, thrashige Feuer brennt lichterloh im Inneren eines jeden Muckers. ‚March of the Wicked One‘, ‚Cherubin Defiler‘, ‚Torment by Witchcraft‘ und ‚Desert of Chaos‘ untermauern den Eindruck, den MARTYRIUM zuvor bereits hinterlassen haben und machen richtig Bock darauf, was von den Niederländern in Zukunft noch kommen wird.

MARTYRIUM haben mich mit „Malevolent“ positiv überrascht. Die Niederländer liefern knackigen Blackened Thrash Metal ab, der von der ersten bis zur letzten Minute Gas gibt. Die giftigen Vocals, die immer wieder eingestreuten dunkleren Growls, das Dauerfeuer aus Riffs, Drums und Bass sowie die gut verständlichen Lyrics sind absolute Pluspunkte. Nach diesen 39 Minuten werde ich die Niederländer definitiv im Auge behalten. Wer auf kompromissloses Feuer und Stahl Geballer gegossen in Form von Blackened Thrash Metal steht, der sollte sich von MARTYRIUMs „Malevolent“ ordentlich vermöbeln lassen und die Platte so laut in die Ohren ballern, dass auch die Nachbarschaft was davon hat.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten