LOWER 13 – DECEPTION (EP)

LOWER 13

Titel: DECEPTION (EP)

Label: DIGITAL-/EIGENVERTRIEB

Spieldauer: 22:47 Minuten

VÖ: 10. November 2023

LOWER 13 sind eine sehr interessante, mit bereits 17 Jahren Bestehen und vier Studioalben auf dem Buckel, gar nicht mehr so junge Band aus Cleveland mit einem hochspannenden Stilmix und guten, kurzweiligen Songs, was sie auf ihrem neuen Kurzplayer “Deception“ wiederum unter Beweis stellen (wollen).

Die Promo spricht von modernem Melodic Metal mit Prog und Thrash/Speed Elementen. Dieser wird vor allem ausgemacht durch die melodischen, teilweise mehrstimmigen Vocals der beiden Sänger Sean Balog (Bass) und Patrick Capretta (Gitarre). Komplettiert wird das Trio übrigens durch Drummer Eric Kruger.

Doch da ist noch mehr in diesem Sound, aus dem LOWER 13 ihre ganz eigene Art des Metal extrahieren. Die fünf neuen Tracks sind groovig, djentig, metalcorig und dynamisch. Vor allem vereinen sie aber auch einen Haufen Wucht, Aggression und Tempo mit großen Melodien und tollen Harmonien in den cleanen Passagen und Chorussen. Und darunter sind hier beileibe keine eingängigen 0815-Metalcore-Refrains zu verstehen.

Beide Vokalisten legen eine richtig, richtig gute Performance aufs Parkett und singen, schreien, brüllen, kreischen und shouten um die Wette, was die Stimmbänder und Lungenflügel so hergeben, andererseits, aber auch höchst melodisch, harmonisch und gefühlvoll in den cleanen Teilen.

Die Tracks wie die mit einem grandiosen Refrain gesegnete Vorabsingle `The One to Blame´ sind abwechslungsreich und klingen bei aller Vielfalt stimmig, homogen und im positiven und angenehmen Sinne erwachsen. Bei `Holding On To Misery´ geht es etwas melancholischer und emotionaler und erneut mit beeindruckenden Vokalharmonien zu Werke.

Der „Hit“ jedoch ist dem Dreier mit dem abschließenden `You Just Left Her´ gelungen, welches nochmals eine Spur ausgereifter klingt und mit viel extra Dynamik und variablen Vocals, die sich pfeilschnelle Duelle liefern, daherkommt und mit seinem Hammerchorus überzeugt.

Fazit: Beachtliche EP mit hochspannendem Sound, starken Songs, zwei talentierten Sängern und eine Neuentdeckung, bei der man auch unbedingt mal in den Backkatalog reinhören sollte.

Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten