KREATOR
Titel: KRUSHERS OF THE WORLD
Label: Nuclear Blast Records
Spieldauer: 44:23 Minuten
VÖ: 16. Januar 2026
Auf ihre alten Tage tragen KREATOR nochmal dick auf. Gut besuchte bis ausverkaufte Tourneen in mittelgroßen Hallen mit weiteren Topacts wie Anthrax und Testament, ihr detailverliebter Dokufilm „Hate & Hope“ oder Milles just veröffentlichte Biographie sind nur die größten Referenzen allein der letzten 15 Monate. Die Altenessener Thrash Legende ist auch nach über vier Jahrzehnten in aller Munde und aktiver denn je. So passt es gut zur Arbeitsmoral, dass gleich Anfang des Jahres ihr mittlerweile 16. Studioalbum parat steht.
Zehn neue Songs hat „Krushers Of The World“ zu bieten und behält den eingeschlagenen Kurs der vorherigen Alben „Gods Of Violence“ und „Hate Über Alles“ bei. Zu dem klassischen KREATOR Sound zeigt sich Mille seit längerem sehr offen für melancholische und düstere Harmonien. Das verschreckt mittlerweile einige Hardliner der alten Klassiker, steht der Band dennoch gut zu Gesicht. Von Midtempo Walzen wie dem Titeltrack über das von Dario Argentos 70er Horror Kultstreifen „Suspiria“ inspirierte ´Tränenpalast´ bis hin zu klassischen Thrash Keulen wie ´Blood Of Our Blood´ mit geilem traditionellen Metal Solo und ´Deathscream´ – klassischer „Mille Scream“ am Anfang – ist auf einer knappen Dreiviertelstunde die komplette Spannbreite vertreten. Rein subjektiv betrachtet könnte Herr Petrozza seine manchmal leicht überzogen wirkenden Schreie auf Albumlänge zwar etwas spärlicher einsetzen und in den Strophen mehr auf den alten, knurrigen Bellgesang zurückgreifen. Doch da er sich selbst schon immer gerne viel künstlerische Freiheit eingeräumt hat, soll es mir Recht sein. Auch viele dominante, übereinander gelegte Harmonien könnten hin und wieder ein paar straighten Thrash Riffs Platz machen, doch das ist reine Ansichtssache.
Am Ende des Tages können wir froh sein, dass eine Legende wie KREATOR immer noch so produktiv an ihre Arbeit geht wie damals; vor über 40 Jahren.
Marius Gindra vergibt 8 von 10 Punkten


