KOMAHAWK – DOOMSDAY FOR DEMOCRACY

KOMAHAWK

Titel: DOOMSDAY FOR DEMOCRACY

Label: Fuego Records

Spieldauer: 40:02 Minuten

VÖ: 12. Juni 2026

KOMAHAWK dürften selbst eingefleischten Thrash- und Crossover-Fans heute nicht mehr unbedingt ein Begriff sein – und das ist angesichts der langen Veröffentlichungspause auch kaum verwunderlich. Schließlich liegen zwischen “Rhytmo Fantastico” aus dem Jahr 1998 und “Doomsday For Democracy” satte 28 Jahre. In dieser Zeit sind ganze Generationen von Metalheads herangewachsen, ohne jemals bewusst mit der Bremer Band in Berührung gekommen zu sein. Dabei mischen KOMAHAWK bereits seit 1992 Thrash Metal, Hardcore und Punk zu einem eigenständigen Sound und teilten sich Mitte der Neunziger sogar die Bühne mit den US-Thrashern von SACRED REICH. Nun melden sich Diggin (Gesang/Gitarre), Halit (Gitarre), Bassbernd (Bass) und Björn Geene (Schlagzeug) mit ihrem dritten Studioalbum zurück. Schauen wir einmal, ob sich das lange Warten gelohnt hat.

Nach dem Intro ‘The Blending Master’ kommen KOMAHAWK roh wie ein Stück blutiges Fleisch angeranzt und knallen in ‘Rich And Dead’ sowie dem Titeltrack räudige Vocals, dreckige Gitarren und Trommel- sowie Bassgedonner auf den Tisch. Die Richtung und die Stilmittel sind also schnell klar. Weiter geht’s mit einer Hommage an SLAYER in ‘Slayer Saves’ – glaubt mir, ihr hört deutlich, dass es hier um die Thrash-Legenden geht. Könnt ihr euch noch an das Radio-Intro von Michael Jacksons ‘Black Or White’ erinnern? Genau mit so einem Effekt startet ‘Wrong Way Driver’, natürlich ganz im rotzig-punkigen Fahrwasser von KOMAHAWK. ‘Last Trip’ hat deutlich mehr Hardcore-Anteile, während ‘New World To Kill’ vor allem den Thrashheads unter euch schmecken dürfte – rostige Nägel über die Synapsen ziehen und dabei headbangen, so muss das sein. ‘Blow On The Coals’ marschiert aggressiv nach vorne und wirkt gefühlt sogar noch roher als ‘Rich And Dead’, während ‘Unspoken’ eine ordentliche Portion Grunge in seiner DNA trägt – gefällt mir richtig gut. ‘Hellhole’ und ‘Killing Live Giver’ reihen sich nahtlos in die Riege der explosiven Wutbrummen ein. ‘The Hope Dies Last’ bildet schließlich das instrumentale Outro. Hier hatte ich zwar noch auf einen etwas experimentelleren Abschluss gehofft, der sich ein wenig vom Stilmittel “voll in die Fresse” abhebt – aber hey: Die Rage-Tracks machen schon ordentlich Bock! 

Mit “Doomsday For Democracy” liefern KOMAHAWK ein ordentliches Crossover-/Thrash-Metal-Album ab, das vor allem durch seine rohe Energie und kompromisslose Attitüde punktet. Die Bremer haben einige starke Mosh-Hymnen und echte Nackenbrecher im Gepäck, die live mit Sicherheit bestens funktionieren werden. Über die komplette Spielzeit fehlt mir allerdings etwas die Abwechslung. Der bewusst raue Sound wirkt stellenweise fast schon zu ungeschliffen und sorgt dafür, dass sich manche Songs stärker ähneln, als es der Platte guttut. Trotzdem: Wer auf rotzigen Thrash mit Hardcore- und Punk-Einflüssen steht, wird an “Doomsday For Democracy” seine Freude haben. Für mich reicht es am Ende zu soliden 6,5 von 10 Punkten.

Tobi Stahl vergibt 6,5 von 10 Punkten